Basel

Die FDP stürzt bei den Landratswahlen ab

Von Stefan Gyr. Aktualisiert am 28.03.2011 8 Kommentare

Die FDP hat sechs von ihren 20 Mandaten verloren – zum grössten Teil an die neuen Mitteparteien. Die CVP büsste drei Sitze ein. Noch einmal drei Mandate hinzugewonnen hat die SVP, die mit neu 24 Vertretern die SP als grösste Fraktion ablöst.

Sitze im Landrat, Total = 90


Quelle: Kanton BL


Landratswahlen

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Anzahl Sitze

Quelle: Agenturen

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Die FDP ist die grosse Verliererin der Baselbieter Landratswahlen vom vergangenen Wochenende. Besetzte sie bisher 20 Sitze, sind es künftig nur noch 14. Das Debakel führten einige FDP-Vertreter gestern auf den Atomeffekt zurück, doch die Partei ist auch durch interne Streitigkeiten aufgefallen, zuletzt zum Beispiel bei der Abstimmung um die Baselbieter Theaterbeiträge. Federn lassen musste auch die CVP: Die Zahl ihrer Mandate nimmt von elf auf acht ab. Von 22 auf 21 Ratsmitglieder geschrumpft ist die SP-Fraktion.

Als Gewinner gingen aus den Parlamentswahlen die SVP, die BDP, die Grünliberalen und die Grünen hervor. Die SVP gewann im Vergleich zu den letzten Landratswahlen vor vier Jahren gleich drei Mandate hinzu und stellt jetzt mit 24 Ratsmitgliedern die grösste Fraktion. Die Grünen eroberten einen zwölften Sitz. Die BDP holte bei ihrem ersten Start gleich vier Sitze. Die Grünliberalen, die ebenfalls zum ersten Mal antraten, gewannen auf Anhieb drei Mandate. Ihren Besitzstand von vier Sitzen verteidigen konnte die EVP.

Namhafte Abgänge

Wegen der Sitzverluste von FDP und CVP müssen einige bekannte Landratsmitglieder ihren Sessel räumen. Bei der FDP blieben zum Beispiel Fraktionspräsident Daniele Ceccarelli, die Binningerin Judith van der Merwe und die Sissacher Gemeindepräsidentin Petra Schmidt auf der Strecke, bei der CVP die Therwilerin Barbara Peterli Wolf, der Liestaler Claudio Wyss und Urs Berger aus Aesch, der auch als Geschäftsleitungsmitglied der Wirtschaftskammer Baselland bekannt ist.

In den Reihen der SP büssten der Unia-Gewerkschaftsskretär und Prattler Einwohnerrat Bruno Baumann sowie Nelly Dambach aus Gelterkinden ihre Sitze ein. Bei der SVP wurde der Reinacher Paul Jordi durch seine Parteikollegin Caroline Mall verdrängt. Bei den Grünen muss der Münchensteiner Christoph Frommherz sein Mandat an Urs Leugger aus Arlesheim abgeben. Der Binninger EVP-Vertreter Urs von Bidder muss den Landrat verlassen, weil der Sitz seiner Partei innerhalb der Wahlregion nach Allschwil wanderte. Bei der EVP verpasste auch Dorothée Dyck aus Reigoldswil die Wiederwahl.

Vom Bruder verdrängt

Mit der BDP und den Grünliberalen ziehen eine Reihe von neuen Gesichtern in den Landrat ein. Für die BDP werden Peter Müller, Marie-Therese Müller, Marc Bürgi und Hanspeter Kumli im Parlament Platz nehmen, für die Grünliberalen Hans Furer, Stephan Nigg und Gerhard Schafroth. Pikant: Der Liestaler Einwohnerrat Gerhard Schafroth verdrängte seinen um zehn Jahre älteren Bruder Peter Schafroth, den früheren Stadtrat, der Anfang 2010 als FDP-Vertreter in den Landrat nachgerückt ist. Neue Namen auch bei der SVP: In Allschwil holte der als Vizepräsident des Basler Gewerbeverbands bekannte Roman Klauser das Mandat zurück, das die SVP mit dem Wechsel von Josua Studer zu den Schweizer Demokraten vorübergehend verloren hat. In Binningen holte Urs-Peter Moos für die SVP einen zweiten Sitz, in Laufen gelang das Guido Halbeisen. Im Wahlkreis Liestal wurden Sandra Sollberger und Dieter Epple als neue SVP-Vertreter gewählt.

Für die FDP nehmen der Arlesheimer Balz Stückelberger und Christof Hiltmann aus Birsfelden neu im Landrat Einsitz, für die SP Bianca Maag aus Reinach, Andreas Bammatter aus Allschwil sowie Stefan Zemp aus Sissach, für die EVP Alain Tüscher aus Allschwil und Martin Geiser aus Gelterkinden und für die Grünen Désirée Lang Wenger aus Reinach sowie Regina Werthmüller aus Sissach.

Ganz aus dem Landrat verschwinden werden die Schweizer Demokraten, die von 1999 bis 2003 neun Vertreter im Baselbieter Kantonsparlament stellten: Sie verlieren die beiden bisherigen Sitze von John Stämpfli und Josua Studer, und auch der Comebackversuch des ehemaligen Nationalrats und Landrats Rudolf Keller aus Frenkendorf blieb ohne Erfolg. (Basler Zeitung)

Erstellt: 28.03.2011, 12:27 Uhr

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8 Kommentare

Hans Gysin

28.03.2011, 15:27 Uhr
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Ob die FDP, CVP, die SD oder andere Parteien abgestürzt sind, interessiert doch niemanden mehr. Es ist mit denen so wie mit altem Krempel den es zu entsorgen, auf den Müllhaufen der Geschichte mit ihnen. Neue Ideen und kreative Köpfe sind gefragt. Antworten


Raffael Grassi

28.03.2011, 16:23 Uhr
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Die tiefe Wahlbeteiligung spricht eine deutliche Sprache. Während man in Afrika für seine Volksrechte den Aufstand probt, wenden sich die hiesigen Bürgerinnen und Bürger ab. H. Gysin deutet es an; es muss Gründe für die Politikverdrossenheit geben. Warten wir also auf neue Konzepte und neue Ideen - auf dass die Wahlbeteiligung wieder ansteigt und alle Einwohner diese Gesellschaft wieder mitprägen. Antworten



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