Basel

Die beiden Basel stimmen über eine Fusion ab

Aktualisiert am 22.03.2013 42 Kommentare

Insgesamt 7'500 Stimmberechtigte in der Stadt und auf dem Land haben die Initiative für einen vereinten Kanton Basel unterschrieben. Für das in Politik und Wirtschaft breit abgestütze Anliegen ist das allerdings ein geringer Erfolg.

Grenzen abbauen: Klaus Endress unterschreibt die «Erklärung vom 3. August 2012».

Grenzen abbauen: Klaus Endress unterschreibt die «Erklärung vom 3. August 2012».
Bild: Roland Schmid

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Sollen die Kantone Baselland und Basel-Stadt fusionieren?




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In den beiden Basel wird das Volk erneut über eine Vereinigung der zwei Kantone entscheiden können. Die in Basel-Stadt und Baselland im letzten August lancierten Fusionsinitiativen «ein Basel» sind zustandegekommen und werden am Freitagnachmittag eingereicht.

In Basel-Stadt wurden für die Initiative über 3'500 und in Baselland über 4'000 Unterschriften gesammelt, wie die Initianten am Freitag mitteilten. Das selbsterklärte Ziel, mit einer sehr hohen Anzahl Unterschriften ein Exempel statuieren zu wollen, wurde damit jedoch verfehlt. Nötig für das Zustandekommen eines Volksbegehrens sind im Stadtkanton 3'000 und im Baselbiet 1'500 Unterschriften.

Erster Schritt zum neuen Kanton

Die praktisch gleichlautenden Initiativen in den zwei Kantonen fordern die Aufnahme eines Fusionsartikels in die beiden Kantonsverfassungen. Dieser sieht die Wahl eines gemeinsamen 120-köpfigen Verfassungsrats vor, in welchem Basel-Stadt und Baselland je die Hälfte der Mitglieder stellen würden.

Der Verfassungsrat hätte die Aufgabe, eine Verfassung für einen neuen Kanton Basel auszuarbeiten. Zudem müsste er weitere strukturelle Gesetze erstellen, so etwa zur Organisation von Regierung, Verwaltung und Justiz oder zum Finanzhaushalt im neuen Kanton. Am Ende des Verfahrens müssten auch Volk und Stände im Bund ihren Segen geben.

Laut den Initianten entspräche eine Fusion der beiden Basel der heute gelebten Realität in der Region. Für die Bevölkerung sei die Region ein einheitlicher Raum. Dagegen bildeten die Kantonsgrenzen in Wirtschaft, Verkehr, Kultur, Wissenschaft oder Sport nicht mehr der Lebenswirklichkeit ab. Eine Fusion würde hingegen Chancen eröffnen.

Breit abgestütztes Anliegen

Die Initiativkomitees sind hochkarätig besetzt. So sind die alt Regierungsmitglieder Peter Schmid (SP/BL) und Barbara Schneider (SP/BS) oder die Nationalratsmitglieder Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP/BL), Susanne Leutenegger Oberholzer (SP/BL), Eric Nussbaumer (SP/BL), Sebastian Frehner (SVP/BS), Beat Jans (SP/BS) und Markus Lehmann (CVP/BS) mit dabei.

Die Wirtschaft ist etwa mit dem Basler Arbeitgeber-Präsidenten Marc Jacquet, dem Unternehmer Klaus Endress von Endress Hauser, Lonza-Verwaltungsratspräsident Rolf Soiron oder den Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron vertreten. Auch die Handelskammer beider Basel unterstützt die Initiativen.

Fusion bis 2025 vorgesehen

Die Abstimmung über die Fusionsbegehren wäre in den beiden Basel bis in rund einem Jahr möglich. Ein fusionierter Kanton entstehen könnte gemäss einem von der Baselbieter Regierung in einer Interpellationsbeantwortung aufgelisteten – jedoch mit Unsicherheiten behafteten – Zeitplan bis 2025 oder 2026.

Der erste Anlauf zu einer Wiedervereinigung der 1833 nach blutigen Wirren getrennten Kantone ist es nicht. Schon 1936 hatte das Volk in beiden Basel entsprechende Initiativen angenommen. Nach einer Kaskade von Urnengängen verwarf aber schliesslich Baselland 1969 den Verfassungsentwurf für den neuen Kanton. (rj/sda)

Erstellt: 22.03.2013, 13:47 Uhr

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42 Kommentare

Chris Müller

22.03.2013, 17:52 Uhr
Melden 72 Empfehlung 31

Ich bin mit Leib und Seele Stadtzürcher, jedoch finde ich, dass aufgrund der sich ändernden Demographie, benötigten Infrastruktur etc. ernsthaft über Gemeinde- und Kantonsfusionen nachgedacht werden sollte. Die Welt ist seit 1848 um einiges kleiner geworden. Brauchen wir wirklich 26 Schulsysteme, Steuerverwaltungen usw? Ich glaube eine kleine Flurbereinigung wäre ein guter Schritt! Antworten


D. Meier

22.03.2013, 15:10 Uhr
Melden 55 Empfehlung 36

Wenn man die Fusion geschickt macht, ist es ein Gewinn für alle.
Verschlankung der Apparate, vereinfachung der Regeln und Synergieen nutzen. Es zeigt sich auch bei Gemenidefusionen, dass es Vorteile gibt.
ABER wenn jeder gemäss Vetterliwirtschaft und Bünzlipolitik nur den egoistischen Eigennutzen zu optimieren sucht, dann sehe ich schwarz.
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