Basel

Die Gefahr am Strassenrand

Von Michael Rockenbach. Aktualisiert am 24.11.2010 4 Kommentare

Hätten die Behörden ihre Versprechen aus dem Jahr 2006 eingelöst, gäbe es auf den Autobahnen keine Unfälle mehr wegen herumliegender Dolendeckel. Nun werden – einmal mehr – Massnahmen angekündigt.

Altes Problem: Bereits im Juli 2006 hatte ein schweres Fahrzeug einen Schachtdeckel an der H18 eingedrückt.

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Autobahn A3 bei Augst, auf der Fahrbahn liegt ein Schachtdeckel, zahlreiche Autos fahren über ihn hinweg, Reifen, Felgen und Radaufhängungen werden beschädigt, der Strassenbelag bricht unter dem Druck des Deckels auf. Einige Fahrzeuge bleiben stehen und müssen abgeschleppt werden, die Folge ist ein acht Kilometer langer Stau. In den Stunden nach dem Zwischenfall melden sich insgesamt 23 Fahrer, die nun einen kaputten Wagen haben.

Das war am Dienstag vor einer Woche. Wegen des zunehmenden Verkehrs und der immer schwerer werdenden Lastwagen liessen sich solche «Materialprobleme» leider nicht verhindern, hiess es bei «Nationalstrassen Nordwestschweiz» in der Zweigstelle Sissach, die für den Unterhalt der Autobahn und der H18 zuständig ist. Darum komme es «schon mal» vor, dass ein Deckel beschädigt werde, leicht verrutsche und irgendwann aus der Fassung springe.

«Kein Einzelfall»

Eigentlich sollte das aber nicht mehr passieren. Denn die von den Dolendeckeln ausgehende Gefahr ist schon seit Jahren bekannt. Im Juli 2006 teilte die Baselbieter Polizei mit, dass auf der H18 ein grösserer Schachtdeckel eingebrochen sei. «Mit Schrecken» meldete sich danach eine Leserin bei der BaZ: «Das war kein Einzelfall!»

Einige Tage zuvor sei eine fünfköpfige Familie ebenfalls auf der H18 in einen herumliegenden Dolendeckel gefahren, von der Fahrbahn abgekommen und in eine Mauer geprallt. Der Wagen erlitt Totalschaden, verletzt wurde niemand. «Zum Glück», stellte die Leserin fest: «Wäre das Auto statt in die Mauer auf die Gegenfahrbahn geraten, hätte der Unfall noch viel schlimmer ausgehen können.» «Diese Deckel sind gefährlich», räumte man damals auch im Baselbieter Tiefbauamt an. Gleichzeitig wurden Massnahmen angekündigt. «In diesem und im nächsten Jahr werden möglichst viele Schächte aufgehoben oder von der Fahrbahn weg versetzt», kündigte Thomas Weber, damaliger Leiter Hochleistungsstrassen im Tiefbauamt an.

Mehr Sicherheit

So sicher wie er sich das vorgestellt hat, sind die Strassen heute aber offenbar noch lange nicht. «Wo immer möglich werden Schächte ausserhalb der Fahrbahn gebaut. An bestimmten Stellen wie Brücken oder Verzweigungen ist es aber technisch gar nicht möglich, Schächte zu ersetzen oder zu verschieben», sagt Esther Widmer, Sprecherin des Bundesamtes für Strassen (Astra). An den anderen Stellen werden die Schächte erst versetzt, wenn die Fahrbahn im entsprechenden Abschnitt ohnehin saniert werden muss. Alles andere wäre nach Darstellung des Astra zu aufwendig. Und vor allem: zu teuer.

Trotzdem wollen das Astra und Nationalstrassen Nordwestschweiz für möglichst viel Sicherheit auf ihren Strassen sorgen. Widmer: «Wir werden den Zwischenfall in Augst sehr genau analysieren und dabei auch abklären, ob die Schächte künftig noch häufiger kontrolliert werden müssen.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 24.11.2010, 12:47 Uhr

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4 Kommentare

Roland Rhyner

24.11.2010, 13:02 Uhr
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Interessant finde ich, dass im Falle von Radaranlagen oder Abschnittskontrollen - diese Massnahmen werden ja auch ausschliesslich zur grösseren Sicherheit des Verkehrs installiert... - die Umsetzung jeweils viel schneller passiert. Wahrscheinlich haben die Lenker, welche aufgrund dieses unglaublichen Missstands einen Unfall erlitten haben, noch eine Busse für Nichtbeherrschen des Fz. erhalten. Antworten


Dodo Keller

24.11.2010, 14:56 Uhr
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"...gemäss Astra zu aufwendig und zu teuer..!!!" Das ist doch der gleiche Verein der uns immer erzählt, die Autofahrer werden nicht abgezockt, sondern die entsprechenden Massnahmen dienen der Sicherheit. Aber all die Millionen versickern in der Staatskasse und werden nicht für diese Sicherheit investiert. Für wie blöd halten die uns eigentlich? Unglaublich, wie mit unseren Leben gezockt wird! Antworten



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