Basel
Die Pflegeheimkosten explodieren
Von Martin Brodbeck. Aktualisiert am 25.02.2011 21 Kommentare
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Seit Anfang Jahr gilt die neue eidgenössische Pflegefinanzierung. Ihr Zweck ist eine Entlastung der Pflegeheimbewohner von zu hohen Pflegekosten. Doch die Ausgestaltung obliegt den Kantonen. «Den Heimbewohnern dürfen nicht mehr als 21.60 Franken täglich für die Pflege an selbst zu tragenden Kosten erwachsen; auch nicht versteckt über überhöhte Betreuungstaxen», stellt der eidgenössische Preisüberwacher Stefan Meierhans fest. Doch genau dies passiert im Kanton Baselland. Denn im Gegensatz zu den Pflegekosten, die von Krankenkassen und öffentlicher Hand mitfinanziert werden, müssen die Bewohner die Betreuungskosten vollumfänglich übernehmen. Deshalb sind im Baselbiet die Gesamtkosten für Heimbewohner explodiert.
Gemäss Informationen der BaZ haben mehrere Betroffene bereits den eidgenössischen Preisüberwacher eingeschaltet. Mehr noch: «Die Kantone Baselland und Solothurn sind bei den Beschwerden zur neuen Pflegeheimfinanzierung die absoluten Spitzenreiter», sagt Preisüberwacher Meierhans gegenüber der BaZ. Allein aus dem Baselbiet seien bis Ende Januar rund ein Dutzend Beschwerden eingegangen. Vereinzelt gebe es auch Beschwerden aus anderen Kantonen wie Zürich und St. Gallen. Basel-Stadt und der Aargau sind laut Meierhans ebenfalls «Gegenstand von Abklärungen».
Noch grösser ist der Rücklauf auf einen Aufruf der Grauen Panther. Laut Co-Präsidentin Angeline Fankhauser sind über 50 Rechnungen eingegangen. «Die meisten mit Begleitbriefen, welche die Ohnmacht und die Wut der Betroffenen verdeutlichen.»
Hohe Betreuungstaxe
Zurzeit seien die Grauen Panther daran, die sehr komplexen Rechnungen zu analysieren, sagt Fankhauser. Es zeige sich bereits, dass die neuen Betreuungstaxen «um ein Mehrfaches höher sind als die relativ tief angesetzten Pflegetaxen.» Nach der Analyse werde man das Gespräch mit Regierungsrat Peter Zwick suchen.
Eine erste Sichtung durch die Grauen Panther verdeutlicht, dass der Pflegefall, der seit Januar 438 Franken pro Tag – 100 Franken mehr als im Dezember – bezahlen muss, zwar ein Extrembeispiel ist. Doch auch der zweithöchste Tagespreis liegt mit 426 Franken nur unwesentlich darunter. Einen Schwerpunkt bilden Tagespreise zwischen 316 und 370 Franken – was monatliche Belastungen von 10'000 und mehr Franken zur Folge hat.
In Basel-Stadt liegt jedoch die höchste Gesamtbelastung trotz höheren Hotelleriepreisen bei 5661 Franken im Monat. Es gebe «nur sehr wenige tiefere Preise als im Vorjahr», stellt Angeline Fankhauser fest. Die meisten betroffenen Heimbewohner hätten eine monatliche Mehrbelastung von 1000 bis 2000 Franken. Diesen «Angriff auf die Konti» dürfe man nicht hinnehmen, betont Fankhauser. Es sei nicht akzeptabel, dass man Hochbetagten so das Geld aus der Tasche ziehe, das sie ihr Leben lang angespart hätten. Angeline Fankhauser betont, dass man es den Betroffenen überlassen müsse, ob sie die Rechnungen bezahlen oder nicht. «Wir geben die Empfehlung ab, in der Höhe der Dezemberrechnung Akontozahlungen zu leisten, bis die Situation geklärt ist.»
Meierhans handelt
Auch Preisüberwacher Meierhans will aktiv werden. «Zurzeit erarbeiten wir uns einen gesamtschweizerischen Überblick.»
Aufgrund dieses interkantonalen Vergleichs werde seine Stelle Empfehlungen abgeben und das Gespräch mit den Behörden suchen. Es sei «unschön», dass Baselland auf dem Buckel der Betroffenen in einer zweijährigen Übergangszeit die Pflegekosten analysiere und der Kanton Solothurn gar keine Beiträge der öffentlichen Hand vorsehe. (Basler Zeitung)
Erstellt: 25.02.2011, 06:52 Uhr
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21 Kommentare
Dienstleistungen sind praktisch keine da. z.B. gibt es im abseits stehenden Altersheim in Birsfelden nicht mal einen Shuttle-Service ins Dorfzentrum, wobei das heute jedes mittelgute Hotel anbietet. Doch Pensionäre sind praktisch nur da, um sie abzuzocken und auch die persönliche Betreuung lässt zu wünschen übrig. Endlich rührt sich jemand, doch viele AH werden sich wehren, weil Pfründe weggehen! Antworten

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