Basel
Die SBB geben dem Baselbiet nach
Von Daniel Ballmer. Aktualisiert am 08.07.2012 10 Kommentare
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- Pendler ärgern sich über verspätete SBB
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Die Ergolztallinie gehört zu den Sorgenkindern der SBB. Seit Jahren kommt es zwischen Basel und Olten immer wieder zu Verspätungen. An manchen Tagen erscheinen die Pendler gleich scharenweise zu spät am Arbeitsplatz. Dass sich etwas ändern muss, hatte der damalige Baselbieter Verkehrsminister Jörg Krähenbühl (SVP) bereits 2007 festgehalten. Schon für den nächsten Leistungsauftrag der Regio-S-Bahn ab 2010 schwebte ihm ein Bonus-Malus-System vor. Auf dessen Einführung aber wartet die Region noch immer. Kommentar aus der Baselbieter Baudirektion: Die SBB haben jahrelang gemauert. Die Bereitschaft lag bei 0,0 Prozent.
Das ist vorbei. «Wir haben kürzlich nochmals Gespräche mit Baselland geführt und uns grundsätzlich auf die Einführung eines Bonus-Malus-Systems geeinigt», sagt SBB-Regionalkoordinator Michel Berchtold. Das wird von Krähenbühls Nachfolgerin Sabine Pegoraro (FDP) bestätigt. Ziel sei es, das Modell mit dem 7. generellen Leistungsauftrag für die Jahre 2014 bis 2017 einzuführen, erklärt die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektorin. Das Modell funktioniert ganz einfach: Sind die SBB besonders pünktlich, erhalten sie Ende Jahr einen Bonus. Sind sie unpünktlich, müssen sie selber einen Malus berappen.
Krähenbühl hatte sich bei seiner Forderung auf die Erfahrungen des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) gestützt. Dieser hatte 2006 mit den SBB eine Zielvereinbarung mitsamt Bonus-Malus-System unterzeichnet. Die Vereinbarung dient als Anreiz für die SBB, ihre Leistungen im Qualitätsbereich zu verbessern. Gemessen werden Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sauberkeit in Zügen und auf Bahnhöfen, Sicherheit, Komfort sowie die Kundeninformation im Störungsfall.
Weiteres Vorgehen ist unklar
Nachdem es Anfang 2011 erneut zu einer Pannenserie auf der Ergolztallinie gekommen war, hatte Krähenbühl seine Forderung nach der möglichst raschen Einführung des Modells einmal mehr wiederholt. Der Kanton Baselland zahle den SBB jährlich 40 Millionen Franken für den Regionalverkehr, hielt er damals fest: «Wir geben das Geld aus für eine Leistung, die wir von den SBB nicht in vollem Umfang erstattet bekommen.» Das sei ärgerlich und inakzeptabel. Auch im Landrat wurden Vorstösse eingereicht, die entsprechende Leistungsvereinbarungen mit der Bahn forderten.
Diese sind nun aufgegleist. Allerdings zeigt sich bereits der nächste Stolperstein: So macht Baudirektorin Pegoraro klar, dass Baselland von den SBB bis nach den Sommerferien einen konkreten Vorschlag erwartet. Ganz anders sieht man das bei den SBB: Der Ball liege derzeit beim Kanton Baselland, sagt Bahnsprecherin Lea Meyer. Bei einer Sitzung mit Regierungsvertretern von Basel-Stadt Aargau, Solothurn und dem Jura habe Baselland eine mögliche Einführung für die gesamte Regio-S-Bahn eingebracht. Darauf habe Baselland den Auftrag erhalten, erst eine Synthese der bisherigen eingeführten Systeme und insbesondere des geplanten Systems des Bundesamts für Verkehr zu machen, führt Meyer aus. Erst dann könnte gestartet werden.
Bisher ist die Vereinbarung zwischen den SBB und dem ZVV mit einem Bonus-Malus-System ein schweizweit einmaliger Versuch. Mittlerweile aber hat der Bund die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, damit weitere solche leistungsabhängigen Vereinbarungen getroffen werden können. Auch Bundesbern verfolgt damit nur ein Ziel: die Qualität im Bahnverkehr zu optimieren. (Basler Zeitung)
Erstellt: 08.07.2012, 08:20 Uhr
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10 Kommentare
Soweit kommt es schon. Die SBB bekommt einen Batzen, wenn sie ihrem (Pünktlichkeits-)Auftrag nachkommt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Und im Preis inbegriffen ist. Es wäre besser, wie beim Flugbetrieb, nur einen Malus zu verlangen, falls die SBB sich verspätet, z.B. mehr als 5 Minuten. Antworten
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