Die Schiessanlage beim Allschwilerweiher muss weg

Basel-Stadt reisst den stillgelegten Schiessstand beim Allschwilerweiher ab. Die über 100-jährige Anlage soll einer Wohnüberbauung weichen, die Nutzung des Gebäudes ist noch offen.

Nicht schützenswert: Die 1899 eröffnete Schiessanlage soll einer Grünfläche weichen. (undatierte Aufnahme)

Nicht schützenswert: Die 1899 eröffnete Schiessanlage soll einer Grünfläche weichen. (undatierte Aufnahme) Bild: Archiv Feuerschützen Basel

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Das imposante, an ein Schlösschen erinnernde Portal zur Schiessanlage auf dem Allschwilerweiher ist bald nicht mehr. Und mit ihm der grösste Teil des 1899 erbauten Schiessstands. Im April wird die 2008 aus Lärmschutzgründen stillgelegte Anlage dem Erdboden gleichgemacht. Einzig das Gebäude mit dem Türmchen am Rand der vierteiligen Häuserzeile wird verschont. Den Abrissbeschluss hat Immobilien Basel-Stadt, Eigentümerin der Schiessanlage und des Grundstücks auf Allschwiler Boden, gefällt. Es ist der erste Schritt für ein Bauprojekt im östlichen Zipfel des Grundstücks.

Bedauern bei den Feuerschützen

Die Feuerschützen Basel, die während mehr als 100 Jahren im Allschwilerweiher schossen, haben die Nachricht mit Bedauern aufgenommen. «Damit geht eine schöne Epoche des Schiesssports zu Ende», sagt Christophe Sarasin, Oberschützenmeister der Gesellschaft. Balsam ist den Feuerschützen die Tatsache, dass wenigstens das Gebäude, das ihre Mitglieder vor mehr als 100 Jahren errichtet haben, von den Baggern verschont bleibt.

«Rein emotional gesehen kann man den prägnanten Gebäuden eine Träne nachweinen», sagt Anton Lauber, Präsident der Standortgemeinde Allschwil. Letztlich hätten die Schiessstände aber ihre Funktion verloren. Daher erachte er die Umnutzung des Geländes als gerechtfertigt. Lauber betont, dass die Gemeinde von Immobilien Basel-Stadt stets auf dem Laufenden gehalten worden sei, obschon sie dazu eigentlich gar nichts zu sagen habe. Denn Grund­eigentümer sei der Kanton Basel-Stadt. Widerstand gegen den Abbruch hat Lauber in Allschwil nicht ausgemacht.

«Keine Daseinsberechtigung»

Basel-Stadt möchte auf dem Areal Wohnbauten errichten. Und an der Stelle des heutigen Schützenhauses ist ein Grün- und Freizeitbereich vorgesehen, erklärt Barbara Neidhart, Leiterin Kommunikation von Immobilien Basel-Stadt. In diesen Bereich wolle man das Gebäude mit dem Türmchen einbeziehen. Was genau daraus werden soll, sei zurzeit offen. Eine Option sei ein ­Gastronomiebetrieb.

«Das Schützenhaus hat von seiner Funktion her keine Daseinsberechtigung mehr und ist auch aus denkmalpflegerischer Sicht nicht erhaltenswert», führt Neidhart weiter aus. Der Abrissentscheid sei nach Rücksprache mit der Denkmalpflege erfolgt, versichert sie. Das wird in Liestal bestätigt. «Das Ensemble ist weder beim Bund noch bei Kanton und Gemeinde als schützenswert eingestuft», erklärt die Baselbieter Denkmalpflegerin Brigitte Frei-Heitz. Ihr Amt habe die Schiessanlage vor wenigen Jahren – unabhängig vom zur Debatte stehenden Abriss – überprüft, und sie sei dabei zum Schluss gekommen, dass die Kriterien für eine Unterschutzstellung nicht gegeben sind, so Frei weiter. Als einzige Auflage zum Abriss verlangte die Baselbieter Denkmalpflege von Basel-Stadt eine umfassende bebilderte Dokumentation der Anlage samt Baugeschichte. Diese liege bereits vor.

Einer neuen Nutzung zuführen

Die Wohnbauten unter der Regie von Immobilien Basel-Stadt würden voraussichtlich in den Bereich des heutigen Parkplatzes zu stehen kommen. Deren Realisierung, so Neidhart, liege aber noch in weiter Ferne. Zunächst müsse ein Quartierplan erstellt werden – in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Allschwil, wie sie betont. Dieser liege frühestens in zwei Jahren vor.

Dass der Schiessstand schon jetzt abgebrochen werden soll, habe finanzielle Gründe, erklärt Neidhart. Die auf einer Seite offenen Gebäude würden nicht genutzt, müssten aus Sicherheitsgründen aber dennoch unterhalten werden. «Das macht keinen Sinn, wenn die Bauten früher oder später ohnehin abgerissen werden.» (Basler Zeitung)

(Erstellt: 24.03.2013, 09:10 Uhr)

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