Basel

Eventhalle bleibt eine Projektstudie

Von Christian Mensch und Patrick Marcolli. Aktualisiert am 10.11.2010 10 Kommentare

Rudolf Christen stellt klar, dass in absehbarer Zeit auf seinem Areal keine Eventhalle gebaut wird. Daran ändert auch ein Urteil des Bundesgerichts nichts.

1/4 Stadtpforte: Der Baukonzern Losinger wollte in der Hagnau für rund eine halbe Milliarde Franken bauen - und dabei 140 Meter in die Höhe gehen. Die Planung ist allerdings noch nicht voran gekommen. (Visualisierung: Oppenheim)

Basel soll Eventzentrum erhalten

   

Die Präsentation Anfang September war ein Ereignis. Der französische Baukonzern Losinger modellierte in die Birssenke beim Schänzli ein neues Tor zur Stadt, ausgestattet mit einer grossen Event- und Sporthalle, mit Hotel und einem überragenden Business-Hochhaus. Wohl eine halbe Milliarde wollte Losinger investieren. Den Anschub sollten die Kantone Basel-Stadt und Baselland leisten, indem sie je 65 Millionen Franken beibringen sollten.

Eine Schwierigkeit bot sich nach der Lesart der Initianten: Der Grundeigentümer, die Beton Christen AG, verweigerte den Verkauf des Areals. Mehr noch, Patron Rudolf Christen sagte selbst Nein zu einem Gespräch darüber.

Durch alle Instanzen

Losinger stellte jedoch darauf ab, dass Christen seine Meinung noch ändern werde, wenn er seinen zonenrechtlichen Streit mit der Gemeinde Muttenz ausgetragen habe. Die Gemeindeversammlung von Muttenz hatte 2005 eine Zonenplanrevision beschlossen, wonach künftig im besagten Areal nur noch nach einem Quartierplan gebaut werden dürfe. Gegen dieses Ansinnen lief Christen Sturm durch alle Instanzen. Seine Anwälte argumentierten verfahrenstechnisch, zudem würde die Eigentumsgarantie verletzt und auch die Wirtschaftsfreiheit.

Am 16. September verwarf das letztinstanzliche Bundesgericht alle diese Begründungen. Die Richter betonten vielmehr die städtebaulich spezielle Situation des Areals zwischen Fussballstadion, St. Jakobshalle, Gartenbad und Park im Grünen. Die Quartierplanpflicht sei ein geeignetes Instrument, «um im fraglichen Areal eine unerwünschte Zerstückelung des Baulands zu verhindern».

Funkstille beim Kanton

Für Losinger wäre damit die rechtliche Voraussetzung für die Grossüberbauung gegeben. Doch für Christen ändert sich nichts. Das Gericht habe entschieden und dies sei zu akzeptieren. Doch was auf dem Areal gemacht werde und was nicht, entscheide weiterhin er. Und er bleibe und werde nichts machen. Bei den kantonalen Stellen herrscht ebenfalls Funkstille. Weder die Verwaltungen von Baselland noch von Basel-Stadt konnten auf Anfrage von Gesprächen oder Verhandlungen mit dem Baukonzern oder dem Grundeigentümer berichten.

Nur Losinger setzt auf die Eventhalle. Die derzeitige Projektphase wolle er nicht kommentieren, sagt Projektleiter Wolfgang Lamont. Er werde jedoch alles daransetzen, dass die «Arena», so der offizielle Name, Realität werde. Lamont: «Ich glaube nach wie vor zu 200 Prozent daran.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 10.11.2010, 13:57 Uhr

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10 Kommentare

Frank Urech

10.11.2010, 14:15 Uhr
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Zu hoffen wäre es. Ob nun dieses oder ein anderes Projekt zur Umsetzung kommt, spielt letztendlich keine Rolle. Schade ist nur, dass der gekränkte Stolz auf Stur setzt und so diesem brachliegenden Land die Entwicklungsmöglichkeiten nimmt. Antworten


markus richener

10.11.2010, 14:35 Uhr
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wäre eine riesenchance für basel, leider wird es wieder an sturen, engstirnigen und kleinkarierten leuten scheitern. sorry aber diese stadt ist völlig unfähig für neues. aber sich dann wundern warum soviele hier weg wollen. tragisch diese basler mutlosigkeit! Antworten



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