Basel

Für WLAN-freie Primarschulen

Von Dina Sambar. Aktualisiert am 18.11.2013 30 Kommentare

Die IG Lebensgrundlagen BL warnt ­wegen Gesundheitsgefährdung vor Dauerstrahlung in Schulzimmern.

«Wie Asbest»: Technophobe Eltern fürchten um die Gesundheit ihrer Kindern wegen WLAN in der Schule.

«Wie Asbest»: Technophobe Eltern fürchten um die Gesundheit ihrer Kindern wegen WLAN in der Schule.
Bild: Keystone

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Die IG Lebensgrundlagen BL warnt ­wegen Gesundheitsgefährdung vor Dauerstrahlung in Schulzimmern. Sollen Baselbieter Primarschulen WLAN-frei bleiben?

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Kinder sollen bereits früh lernen, verantwortlich mit neuen Medien umzugehen. Deshalb sieht der Lehrplan 21 vor, dass ab Schuljahr 2015/2016 bereits ab Kindergartenstufe Computer, Laptops oder Tablets zur Verfügung stehen. Vorgeschlagen werden mobile Geräte, damit sie möglichst vielfältig eingesetzt werden können.

Doch genau dieser mobile Aspekt stört die IG Lebensgrundlagen BL. Denn dies bedeutet in der Regel, dass die Internetverbindung via WLAN-Funktechnik hergestellt wird. Wenn Kinder während der ganzen Zeit, die sie in der Schule verbringen, der WLAN-Strahlung ausgesetzt seien, könne das zu Gesundheitsproblemen führen: «Es gibt Beobachtungen an kanadischen Schulen, wo von Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Lern- und Konzentrationsschwäche die Rede ist», sagt IG-Mitglied Kurt Rohrer. Zudem bezieht er sich auf den internationalen Ärzteappell 2012, in dem nebst vielfältigen Symptomen auch ein Zusammenhang zwischen der Zunahme von Gehirntumoren mit dem Gebrauch von Handys gemacht wird. Auch ADHS wird als Folge von Mobilfunkstrahlungen genannt.

Die IG Lebensgrundlagen BL fordert deshalb, dass in Schulen so wenig Strahlung wie möglich verursacht wird. «Wir haben nichts gegen Computer in der Schule. Aber bitte mit einer Kabel- und nicht mit einer Funkverbindung», sagt Rohrer, der mehrere Studien zitiert, die seine Aussagen belegen.

Kanton sieht keine Gefahr

Auch das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat Studien der letzten fünf Jahre zu ortsfesten Sendeanlagen analysiert. Es kommt jedoch nicht zum selben Schluss wie Rohrer. Im aktuellen Bafu-Bericht steht: Die Belastung der Bevölkerung durch die Strahlung von Sendeantennen ist niedrig, und es wurden keine Gesundheitsrisiken festgestellt. Über allfällige Langzeitwirkungen könne noch nichts gesagt werden, weil solche noch nicht oder mit unzulänglichen Methoden untersucht worden seien. Die geltenden Grenzwerte können beibehalten werden.

Diese Richtwerte nimmt auch der Kanton, der den Gemeinden die mobilen Geräte empfiehlt, als Grundlage für seine Entscheidung. Die Mobilfunkstrahlung sei selbstverständlich ein Thema, sagt Roland Plattner, Generalsekretär der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion. Die zuständigen Fachleute hätten die Frage der Belastung der Schülerinnen und Schüler durch WLAN vor dem Hintergrund der geltenden Richtwerte geprüft: «Es werden nur zertifizierte Geräte eingesetzt, sodass davon ausgegangen werden kann, dass mit WLAN in den Schulzimmern keine Gesundheitsgefährdung verbunden ist», sagt Plattner.

Wie früher beim Asbest

Dieses Resultat des Bundesberichtes verwundert Rohrer nicht: «Die Grenzwerte schützen die Mobilfunkbetreiber vor Haftpflichtklagen, aber die Menschen nur vor einem kleinen Teil möglicher Gesundheitsschäden.» Er ist überzeugt, dass der Bevölkerung aus finanziellen Interessen Informationen vorenthalten werden: «Es heisst immer, man könne nichts über Langzeitwirkungen sagen. Doch für unabhängige Forschung werden einfach keine Gelder gesprochen.» Für Rohrer ist klar: Hier geschieht dasselbe wie früher beim Asbest. Damals seien die Gefahren der Industrie auch Jahrzehnte vor dem Verbot bekannt gewesen. «Wir wollen keine Angst verbreiten. Uns geht es um einen bewussten und verantwortbaren Umgang mit dieser Technologie. Weshalb braucht es in der Schule WLAN, wenn man auch Kabel benutzen kann?» (Basler Zeitung)

Erstellt: 18.11.2013, 07:00 Uhr

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30 Kommentare

jean-pierre neidhart

18.11.2013, 12:09 Uhr
Melden 33 Empfehlung 12

Lieber 1 Stunde mehr Sport als 1 Stunde vor dem Laptop;-) Antworten


delphine middletown

18.11.2013, 11:16 Uhr
Melden 32 Empfehlung 14

Weswegen muessen die kinder auch noch in den schulen online sein? Antworten



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