Basel

IWB planen Windpark auf dem Chall

Von Kurt Tschan. Aktualisiert am 08.10.2010 21 Kommentare

In den nächsten sieben Jahren wollen die Industriellen Werke Basel (IWB) auf der Challmatten einen Windpark mit neun Turbinen bauen. Voraussetzung dafür ist eine Anpassung der Richtpläne in den Kantonen Baselland und Solothurn.

Bauarbeiten am Sockel einer Windkraftanlage des Windparks in Le Peuchapatte (JU). Wie hier könnte es bald auf der Challhöchi
aussehen.

Bauarbeiten am Sockel einer Windkraftanlage des Windparks in Le Peuchapatte (JU). Wie hier könnte es bald auf der Challhöchi aussehen.
Bild: Keystone

Die rote Fläche zeigt
den neuen Windpark. Grafik BaZ/reh

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Die Industriellen Werke Basel planen für 60 Millionen Franken einen Windpark auf der Challmatten. Begrüssen Sie dieses Projekt?

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Wegen seiner exponierten Lage ist der Chall ein beliebtes Naherholungsgebiet. Geht es nach dem Willen der Industriellen Werke Basel, wird die sonnige Hochterrasse, die bei gutem Wetter einen herrlichen Weitblick bis zu den Alpen bietet, bald zu einem modernen Windpark. Auf dem Boden der Gemeinden Röschenz, Kleinlützel und Burg sollen neun moderne Turbinen aufgestellt werden. Kostenpunkt: 47 Millionen Franken. Hinzu käme ein Umspannwerk, das weitere 13 Millionen kosten würde und für die Einspeisung des Stroms sorgt. Der Windpark mit einer Leistung von ungefähr 18 Megawatt soll nach BaZ-Informationen Strom für 10'000 Häuser produzieren und bereits in sieben Jahren ans Netz gehen.

Gegenüber der BaZ wollten die IWB nicht auf weitere Details eingehen. Das Unternehmen verwies auf öffentliche Informationsveranstaltungen, die nächste Woche stattfinden. Die IWB wollen nach eigenen Angaben das Projekt nur realisieren, wenn die Bevölkerung positiv dahintersteht.

Langer Weg

Der Standort Chall ist für den Bau eines Windparks nahezu ideal. Die Turbinenelemente könnten auf Tiefladern auf dem bestehenden Wegnetz zum geplanten Standort Challmatten transportiert werden. Zudem existiert in der Nähe eine Hochspannungsleitung, die ein direktes Einspeisen des Stroms kostengünstig möglich macht.

Während die technische Machbarkeit des Projektes unbestritten ist, stehen die IWB in bewilligungstechnischer Hinsicht erst am Anfang. Der Kanton Solothurn hatte bei der Revision seines Richtplanes für allfällige Windparks lediglich Gebiete ausgeschieden, die auf eigenem Territorium liegen. Um das Projekt realisieren zu können, müssen deshalb zuerst die Kantone Baselland und Solothurn ihre Richtpläne anpassen und auf den Segen des Bundes hoffen. Anschliessend müssten die Gemeinden entsprechende Zonenplanrevisionen durchführen, ehe das Baubewilligungsverfahren aufgenommen werden könnte.

Attraktive Einnahmen

Der Gemeindepräsident von Röschenz, René Merz, zeigt sich auf Anfrage der BaZ zuversichtlich, dass das Projekt in der Bevölkerung auf Akzeptanz stossen wird. Letztlich gehe es um eine Güterabwägung. «Wir können nicht Nein sagen zu Kernkraftwerken, Wasserkraftwerke verhindern und auch noch auf die umweltfreundliche Windenergie verzichten», ist er überzeugt. Besitzer des Landes, wo der neue Windpark zu stehen kommen soll, sind die Bürgergemeinde Kleinlützel sowie die Einwohnergemeinde Burg und die Burgerkorporation Röschenz. Sie dürfen mit attraktiven Einnahmen aus langjährigen Baurechtszinsen hoffen. Der Verwalter der Gemeinde Kleinlützel, Erich Borer, beziffert beispielsweise die jährlichen Einnahmen für die Bürgergemeinde auf einen stattlichen fünfstelligen Betrag. Auf Kleinlützler Territorium sollen vier der neun Turbinen erstellt werden.

Letztlich würden die Gemeinden aber auch Steuereinnahmen generieren und von einem Ausgleichsfonds profitieren, den die IWB für naturgerechte Energieprogramme jährlich mit 50'000 Franken speisen wollen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 08.10.2010, 07:37 Uhr

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21 Kommentare

Gian-Pietro Onori

09.10.2010, 12:24 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Nein! Die Idee, im schönsten Naherholungsgebiet von Basel einen Windpark zu errichten, ist ein Alptraum für die Bewohner der umliegenden Dörfer und der Stadt Basel. Nachfragen bei den Behörden und der Bevölkerung der betroffenen Gemeinden zeigen eine klare Ablehnung. Hoffentlich halten sich die IWB an ihr Versprechen, dass sie das Projekt zurückziehen, wenn die Bevölkerung dagegen ist! Antworten


Alex Labhardt

16.10.2010, 11:16 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Neben der fortschreitenden Zersiedelung der offenen Landschaft sollen nun neun solche Windkraftturbinen die naturnahe Landschaft eines von uns allen geschätzten Wandergebietes verschandeln? Nein danke! Die fortschreitende Entwicklung in der Solartechnik ermöglicht zumindest teilweise eine Dezentralisierung der Stromversorgung mittels Solarzellen auf Gebäudedächern. Antworten



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