Landrat debattiert über Stellenabbau bei Clariant

Aktualisiert am 11.03.2010

Die Baselbieter Regierung setzt nach dem Stellenabbau bei Clariant auf einen neuen Industriepark. Die Linke fordert auch den Einsatz für den Erhalt bestehender Arbeitsplätze. Das trat in einer Clariant-Debatte des Baselbieter Landrats vom Donnerstag zu Tage.

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Das Kantonsparlament führte die Debatte anhand einer dringlichen SP-Interpellation. Gesundheits- und Volkswirtschaftsdirektor Peter Zwick drückte dabei sein Bedauern über den Stellenabbau aus. Die Regierung habe rasch reagiert und mit Wirtschaftsverbänden und Clariant eine Begleitkommission geschaffen.

Die Kommission soll einen Industriepark am Clariant-Standort unterstützen: Dieser sei ein «Strohhalm», den zu ergreifen sei. Clariant bleibe in der Region, und es gehe darum, neue Stellen zu schaffen. Einer Taskforce aus Kanton, Standortgemeinde, Unternehmen, Gewerkschaften und Verbänden erteilte Zwick eine Absage.

Bedauern und Vorwürfe

Die Wirkung von Industriepolitik sei generell nachweislich begrenzt, hielt Zwick nebst Anderem weiter fest. Wichtig seien gute Standortbedingungen. Dem hielten allerdings SP-Sprecher entgegen, die Politik müsse handeln, sonst sei der soziale Friede nicht mehr gesichert. Dieser habe bisher Erfolge gebracht.

Die Wut steige, sagten die SP-Votanten weiter: Während in den letzten Jahren Stellen abgebaut worden seien, seien die Managersaläre stark gestiegen. Sie verlangten vor allem auch, dass die Gewerkschaften in die derzeit aktiven Gremien einbezogen werden. Zwick sagte zu, das in der Begleitkommission einzubringen.

SVP und FDP attestierten der Regierung, rasch aktiv geworden zu sein, und betonten die Bedeutung guter Rahmenbedingungen - jedoch in ungleicher Tonlage: FDP-Sprecher bedauerten den Stellenabbau und nannten die Unia-Kundgebung in Liestal «völlig in Ordnung», die Politik könne aber nur wenig tun. SVP-Sprecher warfen dagegen der Linken auch Mitverantwortung an schlechten Rahmenbedingungen vor. (amu/sda)

Erstellt: 11.03.2010, 17:07 Uhr

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