Basel
Laptop und Beamer für alle Klassen
Von Peter de Marchi. Aktualisiert am 07.01.2012 15 Kommentare
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Die Baselbieter Regierung verspricht eine IT-Offensive. Braucht es in jedem Klassenzimmer einen Laptop und einen Beamer, wie dies die Lehrer gerne möchten?
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CVP-Landrätin Sabrina Mohn stösst auf baz.ch auf einen Artikel: Französische Lehrerin setzt Twitter im Leseunterricht ein – höchst erfolgreich. Nicht in Paris, Lyon oder Marseille, nein, in einem Kaff mit Namen Seclin. Sabrina Mohn postet den Artikel auf Facebook, kommentiert lakonisch: «Twitter im Unterricht – spannende Idee! Nur: In BL brauchen wir zuerst einen Internetzugang» – und sie löst gleich eine Diskussion aus.
Sabrina Mohn ist selber Lehrerin, unterrichtet Deutsch, Geschichte und Geografie an der Sekundarschule Oberwil. In Sachen IT laufe nicht viel an den Baselbieter Schulen, sagt sie. Im Schulhaus gebe es zwar einen Raum mit acht Computern, der aber sei ausgelastet für den eigentlichen Informatikunterricht. So nimmt sie eben ab und zu ihren eigenen Laptop mit ins Klassenzimmer, kauft sich einen Swisscom-Stick für vier Franken und kann im Geografieunterricht mit dem modernsten Kartenmaterial arbeiten – oder verfolgt mit ihrer Klasse die Bundesratswahlen. Für Mohn ist klar: «In jedes Klassenzimmer gehören ein Laptop und ein Beamer.»
Kabel statt Wireless-Verbindung
Der Grünen-Landrat Jürg Wiedemann ist ebenfalls Sekundarlehrer, und er unterstützt die Forderung von Mohn. Auch für ihn gehören Laptop und Beamer in jedes Klassenzimmer der Sekundarschulen und der Gymnasien. «Der Kanton hinkt den Bedürfnissen hinterher.» Wiedemann möchte zudem, dass jedes Klassenzimmer verkabelt wird, und keine Wireless-Verbindungen.
Wiedemann bestätigt, dass Sabrina Mohn nicht die einzige Lehrerin ist, die mit ihrem privaten Laptop das Klassenzimmer technologisch ins 21. Jahrhundert bringt. «Wir arbeiten immer noch mit Hellraumprojektoren. Das ist nun wirklich nicht der Technik letzter Schrei», sagt Wiedemann. Deshalb steht auch sein privater Laptop fast ständig im Klassenzimmer.
Näher an die Lebensrealität
Wiedemann braucht den Laptop auch für den Mathe-Unterricht. Es gebe grossartige Programme über Pythagoras. Alle seine Mathe-Übungen seien gespeichert. Ist ein Schüler schneller fertig, sind zusätzliche Übungen im Nu auf dem Bildschirm – mit einem Beamer könnte er sie gleich an die Wand projizieren. Der Unterricht könne flexibler gestaltet werden, so Wiedemann. Der Unterricht komme näher an die Lebensrealität der Schüler, ergänzt Mohn.
Die Schüler näher an ihre Lebensrealität mit Computern, Facebook und Twitter führen wollte auch der frühere CVP-Landrat Urs Berger. «Die Möglichkeiten, via Internet Hintergrundinformationen zu beschaffen oder aber komplexe Recherche-Aufgaben zu erledigen, sind schier unerschöpflich», schreibt er in einer Motion. Auch er beklagt, dass in den Schulen nur eine begrenzte Zahl von Computern steht. Diese seien zudem in separaten, meist belegten Räumen installiert, also nur begrenzt nutzbar. Seine Forderung an die Regierung: eine PC-Station in jedem Klassenzimmer.
Gestaltungsspielraum sichern
Die Motion von Urs Berger war schon zweimal auf der Traktandenliste, allerdings so weit hinten, dass sie nicht mehr behandelt werden konnte. Verzögerungstaktik? Nein, sagt Bildungsdirektor Urs Wüthrich. Die Regierung sei bereit, die Motion als Postulat entgegenzunehmen. Die Tür sei offen, der Kanton bereite eine IT-Offensive an den Schulen vor. Auch er wisse, dass viele Lehrmittel nur noch mit einem Computer voll ausgeschöpft werden können.
Eine Arbeitsgruppe arbeite an einem Grundlagenpapier für die künftige Ausrüstung der Schulen mit Computern, sagt Wüthrich weiter. Den Schlussbericht an die Regierung erwartet Wüthrich nach den Sommerferien. «Die Überlegungen gehen in alle Richtungen.» Laptop und Beamer? Kabel oder Wireless? Die Regierung wolle die Motion als Postulat entgegennehmen, um sich den Gestaltungsspielraum zu sichern. «Seit wie vielen Jahren warten wir nun auf einen Internetanschluss??? Danke, Herr Ballmer», schreibt ein Freund an Sabrina Mohns Pinnwand. Urs Wüthrich weiss noch nicht, wie viel die IT-Offensive kosten wird. Viel – so viel, dass der Finanzdirektor kaum vor Freude tanzen wird. (Basler Zeitung)
Erstellt: 07.01.2012, 07:51 Uhr
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15 Kommentare
Tja, auch dank der bürgerlichen Misswirtschaft (unter kräftiger Mithilfe der CVP und natürlich der SVP und FDP) sowie den ständigen Steuererleichterungen für Reiche und Unternehmen, haben wir im Kanton leider ein ziemlich grosses Finanzloch, dass wir zunächst wieder stopfen müssen, bevor wir erneut ans Geldausgeben denken können. Selber Schuld kann ich da nur sagen... Antworten
Lieber Tom Müller - Finanzloch hin oder her - der SP-Bildungsdirektor hat wie seine SP-Vorgänger während des letzten Jahrzehnts verpasst, die Schule mit den notwendigen technischen Mittel auszustatten.
Es kann ja nicht sein, dass die Lehrpersonen auf eigene Kosten Laptops finanzieren, diese der Schule zur Verfügung stellen und mit Swisscom Sticks (4CHF/pro Tag/auf eigene Kosten!) arbeiten müssen!
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Basel
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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