Basel

Mehr Sitzplätze und wärmeres Licht

Die BLT reagiert auf die Kritik ihrer Fahrgäste und nimmt an den neuen Tango-Trams einige Veränderungen vor. Die Nachbesserungen machen die Trams aber teurer.

Bettina Matthiessen

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Die Baselland Transport AG (BLT) nimmt an den «Tango»-Trams Verbesserungen vor. Diese sollen vor allem den Fahrgastkomfort im Innenraum heben. Technisch und betrieblich ist die BLT-Leitung aber nach 14-monatigem Test von den neuen Trams überzeugt.

Mit den Verbesserungen reagiert die BLT auf Kritik aus einer Fahrgastumfrage vom Sommer 2009. So wird nun die Sitzplatzzahl im Niederflurbereich der Trams von 59 auf 70 erhöht, dies teils mit Klappsitzen; die Totalzahl der Sitze steigt von 90 auf 101, wie BLT-Verantwortliche am Freitag vor den Medien in Oberwil darlegten.

Andere Sitze - wärmeres Licht

Neu angeordnet werden zudem die zwölf Sitzplätze über den beiden Drehgestellen. In den bisherigen Vorserienfahrzeugen sitzen sich die Fahrgäste gegenüber, was sehr unbeliebt ist, und die Sitze befinde sich auf einem Podest - neu sitzt man hintereinander, und sechs der Sitze sind bodeneben zugänglich.

Die ebenfalls nicht populären Eineinhalb-Sitze werden mit Einer- Sitzen ersetzt. Der seitliche Abstand zwischen den Sitzen sowie zwischen den Sitzen und der Wand wird um 5 Zentimeter vergrössert. Es gibt mehr Festhaltemöglichkeiten, und bei den Drehgestellen fällt eine störende Bodenunebenheit weg.

Bei der in der Umfrage als kalt gerügten Beleuchtung wird eine wärmere Lichtfarbe eingesetzt, die energiesparenden LED bleiben indes. Praktisch verschwunden sei auch der störende Ruck beim Anhalten, hiess es; noch am Arbeiten sei man beim Bremslärm, wo demnächst eine neue Bremsscheibe zum Einsatz kommt.

Die Kosten für die Anpassungen sollen zwischen dem Hersteller Stadler Rail und der BLT aufgeteilt werden. Für die BLT werde jedes «Tango»-Tram ungefähr 40'000 Franken teurer, sagte BLT-Chef Andreas Büttiker; dies bei einem Stückpreis pro Tram samt Teuerung von derzeit etwa 4,9 Millionen Franken.

Störungsfreie Testphase

Für die BLT ist Fahrkomfort indes nicht Alles: Dieser sei «ein ganz wichtiges Element», sagte Büttiker. Laut Marktforschungen habe bei öffentlichen Verkehrsbetrieben aber Anderes mehr Einfluss auf die Kundenzufriedenheit, so vor allem Netzqualität und Zuverlässigkeit. Und hier hat das «Tango»-Tram aus BLT-Sicht seine Stärken.

So hätten die vier Vorserienfahrzeuge bisher 275'000 Kilometer zurückgelegt - ohne nennenswerte Störungen: Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit seien sehr hoch. Auf das Zögern der Basler Verkehrs- Betriebe (BVB) bei der «Tango»-Beschaffung wollte Büttiker nicht eingehen, er hob indes weitere Vorzüge des «Tango hervor.

15 «Tangos» bestellt

So sei das Tram auch unterhaltsarm und schone die Infrastruktur, dies etwa wegen der grossen Räder und luftgefederten Drehgestelle. Die BLT hat im Dezember 15 «Tangos» für 74 Millionen Franken fest bestellt; die BVB, Partner bei dem Geschäft, beschlossen dagegen im Februar eine erneute Kundenbefragung wegen des Innenaumkomforts.

Die BLT will nun innert sechs Monaten beim ersten Vorserientram den Innenraum optimieren; bis Frühling 2011 folgen die drei weiteren. Das erste Tram der Hauptserie soll ab August 2011 in der Region verkehren. Insgesamt hatten BLT und BVB 2006 mit Stadler in Altenrhein SG eine Vorbestellung von 40 «Tangos» vereinbart. (amu/sda/)

Erstellt: 19.03.2010, 15:34 Uhr

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4 Kommentare

Stefan Warda

22.03.2010, 20:38 Uhr
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@ Henri Lapin Die "grässliche Außenfarbe" ziert auch die übrigen BLT-Tram, ist somit nicht Tango-spezifisch. Als Basel-Besucher bin ich mehrmals mit dem Tango im Stadtgebiet gefahren. Ich war beeindruckt von der Laufruhe, den guten Kurvenfahreigenschaften und dem enormen Beschleunigungsvermögen. Front- und Heckpartie gewöhnungsbedürftig. Insgesamt im Vergleich mit neuen Münchner Trams positiv!! Antworten


Robert Huck

22.03.2010, 18:21 Uhr
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"Feigenblatt für den Combino". Unverständlich, dass die BVB dem BLT-BVB-Stadler Engegement plötzlich eine Combino-Umfrage nachschieben. Mehr Sitze und das wärmere Licht sind im Serien-Tango eingebaut, Nützt alles nichts, Partnerschaft ade, es müssen weitere Schienenfresser her. Mehrkosten am Gleisbau zahlen dann unsere Kinder, wenn die BVB-Chefs ihr Denkmal gesetzt haben und pensioniert sind. Ole! Antworten


Hans Scheurer

19.03.2010, 17:14 Uhr
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Nachdem nun BLT vermutlich alleiniger Besteller des Tango sein wird könnte möglicherweise auf die ursprünglich 2 Meter längere Varanite umgestiegen werden. Das würde ca. 10 weiter Sitzplätze und etliche Stehplätze mehr bringen. Hans Antworten


Henri Lapin

19.03.2010, 17:08 Uhr
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Und wie steht es mit der grässlichen Aussenfarbe? Bleibt die etwa? Antworten



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