Basel
Pöbler machen Badmeistern das Leben schwer
Von Tina Hutzli. Aktualisiert am 30.06.2012 25 Kommentare
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Nicht zum ersten Mal in dieser Saison musste Jörg Schumacher die Polizei ins Schwimmbad Arlesheim rufen. Doch dieser Fall hat den Betriebsleiter besonders mitgenommen. Vorgestern hat ein junger Mann andere Badegäste massiv angepöbelt, unter anderem Familien mit kleinen Kindern. «Als wir eingegriffen haben, ist er vollends ausgerastet», sagt Schumacher. «Er hat mich als Scheiss-Schweizer beschimpft, und mehrmals fiel sogar der Satz: Ich bringe dich um!»
Auch wenn der Vorfall dramatisch klingt, im Grossen und Ganzen herrsche Ruhe im Schwimmbad Arlesheim. «Meistens sind es Halbwüchsige, die einmal über die Stränge schlagen», sagt Schumacher. Diese würden nach Hause geschickt. «Wenn sie am nächsten Tag wieder auftauchen, ist der Vorfall vergessen. Wir sind da sehr geduldig», sagt er. Erst wenn jemand drei, vier Mal negativ auffalle, würde ein Saisonverweis ausgesprochen. Endgültige Hausverbote gäbe es hingegen sehr selten. «Jugendliche sind oft bereits ein Jahr später viel vernünftiger. Wenn sie sich zu benehmen wissen, wollen wir sie nicht ausschliessen», so Schumacher. Auch Sicherheitspersonal zur Abschreckung sei für ihn vorerst kein Thema. «Die Probleme haben in den vergangenen Jahren aber definitiv zugenommen.»
Uniformierte Sicherheitsleute
Anders denkt man in Basel-Stadt. Seit vier Jahren werden im Gartenbad Bachgraben uniformierte Sicherheitsleute eingesetzt. Mit Erfolg: Während das Bad früher einen sozialen Brennpunkt darstellte, habe sich die Lage in den letzten Jahren merklich beruhigt. «Dieses Jahr hatten wir noch keine Konflikte», sagt Eric Hardman, Leiter der Basler Sportanlagen. «Das hängt allerdings auch mit dem Wetter zusammen. Bis vor einer Woche ist die Saison schlecht gelaufen und wir hatten generell wenig Badegäste.» Das Sicherheitspersonal im Gartenbad Bachgraben sei jedoch nicht nur zur Konfliktvermeidung da. «Wir versuchen damit auch die Badmeister zu entlasten, zum Beispiel bei der Einlasskontrolle am Eingang.» Zusätzlich wird das Personal in den Basler Gartenbädern regelmässig im Umgang mit problematischen Kunden geschult. «Es ist uns wichtig, dass die Badmeister auch dann ruhig bleiben, wenn ein Gast aggressiv wird», sagt Hardman.
Auch Jörg Schumacher vom Schwimmbad Arlesheim schwört auf Coachings im Konfliktmanagement. Allerdings nur bei den Hauptbadmeistern. «Eine Nahkampfausbildung brauchten wir bisher zum Glück nicht», sagt er lachend. Im Gartenbad Gitterli in Liestal verzichtete man hingegen in den vergangenen Jahren auf eine Schulung der Bademeister. «Bei uns kommt es höchst selten zu Konflikten mit aggressiven Badgästen», sagt Ines Camprubi, die Betriebsleiterin des Bades. «Wir machen auch immer gleich kurzen Prozess und rufen die Polizei.» Dieses Jahr sei bisher nur ein aggressiver Badegast weggewiesen worden, zudem musste die Polizei wegen eines Pädophilen anrücken.
Babysitter für Kinder
Wesentlich häufiger komme es vor, dass Eltern ihre Kinder ins Gartenbad Gitterli bringen würden und diese dann alleine liessen, sagt Camprubi. Ein Problem, das so alt sei wie die Freibäder selber. Auch Aldo Battilana, Betriebsleiter im Schwimmbad Reinach, kennt solche Fälle. «Natürlich weisen wir die Eltern zurecht. Unsere Badmeister sind schliesslich keine Babysitter», sagt er.
Ansonsten sei er stolz darauf, dass es in seinem Bad so gut wie nie Probleme gebe. «Vor 18 Jahren habe ich den Betrieb übernommen. Seither mussten wir nur zwei Mal die Polizei rufen. Bei uns herrscht noch Ordnung», sagt Battilana. Das brauche manchmal etwas Härte. «Aber die Badegäste schätzen es, dass wir immer sofort eingreifen.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 30.06.2012, 08:36 Uhr
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25 Kommentare
Allmählich braucht jeder, der irgendetwas mit Menschen zu tun hat eine Spezialausbildung für schwierige Kunden. Zu erst die Lehrer, jetzt die Bademeister, das Verkaufspersonal sowieso und bald wohl auch noch alle anderen. Iiiiirgendetwas stimmt in unserer Gesellschaft einfach nicht mehr. Antworten
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