Basel
Politiker enttäuscht von Coop-Grossprojekt
Von Daniel Ballmer. Aktualisiert am 27.10.2012 22 Kommentare
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Coop baut einen Produktionsstandort im Gebiet Salina Raurica. Die Erträge aus diesem Projekt werden nicht so steuerintensiv sein wie erhofft. Wurde das Areal verscherbelt?
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250 Arbeitsplätze in die Region. (Bild: Marius Born)
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Nein, Begeisterung will keine aufkommen. Nach der Bekanntgabe des ersten Investors, dem Grossverteiler Coop, in Salina Raurica machte sich unter den Baselbieter Politikern gestern vielmehr Enttäuschung breit. Für das vielversprechende Entwicklungsgebiet hatte man sich offensichtlich mehr erhofft. Positiv sei, dass 250 neue Arbeitsplätze entstehen. Toll sei auch, dass 300 Millionen Franken investiert werden sollen. «Die erste Freude ist aber rasch Ernüchterung gewichen», sagt der Baselbieter Wirtschaftskammer-Direktor und FDP-Landrat Christoph Buser.
Mit 80'000 Quadratmetern werde eine sehr grosse Fläche verbaut. Mit verdichtetem Bauen dagegen wäre eine höhere Wertschöpfung zu erreichen gewesen. Buser: «Das zeigt, wie wenig weit die Areal-Strategie des Kantons entwickelt ist.» Eine so flächenintensive Produktionsanlage wäre sicher auch andernorts im Baselbiet möglich gewesen. «Schade, der Kanton vergibt sein bestes Filetstück damit eigentlich unter Wert.»
«Ein strategischer Fehler»
Trotz positiver Aspekte dieses Investments setzt auch Hanspeter Weibel ein Fragezeichen: «Immer wieder wurde betont, dass wertschöpfungsintensive Unternehmen anzusiedeln sind», sagt der SVP-Landrat. «Das Resultat der Bemühungen steht nun aber nicht ganz im Einklang mit den gesetzten Zielen.» Dies denkt auch SP-Landrätin Kathrin Schweizer. «Die Hoffnung auf hochwertige Arbeitsplätze scheint sich nicht zu erfüllen.» Es stelle sich die Frage, ob Salina Raurica der richtige Ort ist für eine derart flächenintensive Produktion.
Um einen schnellen Erfolg feiern zu können, habe der Kanton die Perle des gesamten Entwicklungsgebiets verscherbelt – und dies an Coop, der ohnehin schon in Pratteln angesiedelt sei. Für Grünen-Landrat Klaus Kirchmayr ist das ein sehr defensives Vorgehen der Regierung. «Damit wurde nichts wirklich Neues geschaffen», sagt er. «Aus meiner Sicht ist das ein strategischer Fehler.»
Zumindest bringe das Projekt aber auch neue Chancen mit sich. Das gelte insbesondere für den Bereich beim Bahnhof Pratteln, führt Kirchmayr aus. «Diese Chancen müssen nun unbedingt genutzt werden.» Gleichzeitig sei darauf zu achten, dass es tatsächlich gelingt, einen signifikanten Teil der Logistik via Bahn abzuwickeln. Das wäre dann ein Fortschritt. «Hier gilt es, Coop beim Wort zu nehmen», sagt Kirchmayr. (Basler Zeitung)
Erstellt: 27.10.2012, 09:26 Uhr
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22 Kommentare
Willkommen im Logistikgetto der Nordwestschweiz. Man kann sich schon jetzt über die Ansiedlung der 500 "nachhaltigen" und *hochqualifizierten" Arbeitsplätze für die Elsässer und Südbadener freuen und den dadurch entstehenden PKW Mehrverkehr. In anderen Ländern entstehen an solchen Orten schöne Wohnungen mit Flussblick, bei uns Lagerhallen. Glückliche, reiche Schweiz. Antworten
Achtung: Dies sind keine neuen Arbeitsplätze - sie werden einfach verschoben, von ZH nach BL. Schliesslich gehts Coop ums Sparen, nicht darum, etwas Neues aufzubauen. Dafür viel bestes Land zu opfern, ist schlichtweg kurzsichtig. Das Land sollte grün bleiben, und wenn schon überbauen, dann mit etwas innovativem, das Mehrwert schafft! Antworten
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