Rechtsextreme melden sich zurück
Von Stefan Gyr. Aktualisiert am 20.01.2009 11 Kommentare
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Seit dem Überfall auf den Liestaler Pronto-Shop im Frühling 2004 war es ruhig um die rechtsextreme Szene der Region – bis zum vergangenen Wochenende: Am Samstag hat die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) in Gelterkinden eine neue Sektion Baselland und Basel-Stadt gegründet. «Diese Nachricht hat uns aufgeschreckt», sagt Stephan Mathis, Generalsekretär der Baselbieter Sicherheitsdirektion und Mitglied der gemeinsamen Arbeitsgruppe «Rechtsextremismus» von Baselland und Basel-Stadt. Bisher hätten die Behörden angenommen, die Szene habe sich in andere Landesteile verlagert.
In Liestal gegründet
In den letzten Monaten seien die rechtsextremen Aktivitäten zurückgegangen, erklärt Dieter Bongers, Leiter der Anlauf- und Beratungsstelle für Rechtsextremismus beider Basel. In der Region gebe es aber immer noch ein paar Aktivisten, denen es jetzt offensichtlich gelungen sei, Nachwuchs anzuwerben. Die Arbeitsgruppe werde sich an ihrer nächsten Sitzung Anfang Februar mit der neuen Pnos-Sektion befassen, sagt Mathis: «Wir nehmen diese Angelegenheit ernst.»
Die Pnos als gesamtschweizerische Organisation wurde 2000 in Liestal ins Leben gerufen – die damalige Führerfigur Sacha Kunz wohnte seinerzeit im Baselbiet. Später zog er in den Kanton Aargau, wo er über einen Onlineshop Musik von rechtsradikalen Bands und Neonazikleider vertrieb. 2006 hackte die Antifaschistische Aktion die Kundendatenbank des Versands. Unter den rund 100 Namen befand sich auch der heutige Vorsitzende der neuen Pnos-Sektion: Philippe Eglin aus Tenniken.
Vorwiegend Junge
Wie viele Mitglieder der Sektion beigetreten sind, will Eglin nicht bekannt geben. An der Sektionsgründung haben nach seinen Angaben rund 70 Personen teilgenommen. Dabei handle es sich vorwiegend um junge Leute. Er selbst ist erst 20 Jahre alt. Im vergangenen Sommer hat er seine Lehre als Logistikassistent abgeschlossen – im Rang.
Aus seiner rechtsradikalen Gesinnung hat Eglin schon früher keinen Hehl gemacht. Lange trat er mit Glatze und Springerstiefeln auf. Damit fiel er auch beim FC Diegten-Eptingen auf, wo er als Junior spielte und im Sommer 2005 eine Laufbahn als Verbandsschiedsrichter einschlug. 2007 hängte er die Schiripfeife an den Nagel. «Im Verein und auf dem Platz hat er sich immer anständig benommen», sagt FC-Präsidentin Astrid Erzer. Als Spieler wie auch als Schiedsrichter habe er sich auch gegenüber Ausländern korrekt verhalten. «Wir hofften immer, die Betätigung in unserem Club werde ihm helfen, aus dieser Szene auszusteigen.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 20.01.2009, 10:38 Uhr
11 KOMMENTARE
@ Heinz Imhof Art. 16 "Jede Person hat das Recht, ihre Meinung frei zu bilden und sie ungehindert zu äussern und zu verbreiten". Ihre Aussage ist ein Widerspruch. Sie Schreiben "Freie Meinung in Ehren - nur....." Was soll nur bedeuten? Aber bitte nur Meinungen äussern die bequem sind??
@Sacha Kunz! Das Kapital ist nicht immer böse und die Presse nicht immer schlecht! Die freie Meinungsäusserung muss geschützt werden, da bin ich gleicher Meinung wie Sie! Aber wo beginnt diese Freiheit und wo endet sie? Für mich endet "meine Freiheit" da, wo "die Unfreiheit des Anderen " beginnt! Sobald ich persönliche Angriffe fahre und Leute denunziere und zum Abschuss freigebe, da hört sie auf!
@Kunz Sacha: Freie Meinung in Ehren - nur auf nationalistische dunkelbraune Töne können wir getrost verzichten, die Welt hat ja gesehen, wohin das führte! Alles klar?
Schweizer Medien sind die Hetzer des Kapitals und sonst nichts. Für eine FREIE SCHWEIZ, Für eine FREIE MEINUNGSFREIHEIT.......
@Bruno Waldvogel: Ich möchte ihnen dringend empfehlen, die Geschichte der Rechtsextremen in der Schweiz mal richtig zu studieren. Betreffs so genannter "Linksextremen" ist ja hinlänglich bewiesen, dass der Grossteil solcher Extremisten nichts mit Politik am Hut haben, aber sehr viel mit kriminellem Hooliganismus. Sie als ehem. hoher Sportfunktionär sollten das am besten wissen.
@Peter Wyss: Falls die SVP per Rassimus-Norm zu einer rechtextremen Partei gezählt werden müsste, dürfte BR Maurer als deren Exponent nicht in der Exekutive Einsitz nehmen und alle SVP Parlamentarierinnen und Parlamentarier und Exekutiv- sowie Judikativmitglieder müssten vom Staatsschutz überwacht werden. Auch alle Wählerinnen und Wähler der SVP! Bei 30% Wähleranteil viel Arbeit! Dazu die PdA etc!
Wieso brauchen wir denn jetzt zwei rechtsextreme Parteien? Reicht denn die SVP nicht?
Wie naiv ist eigentlich unsere Behörde, wenn die meinen, diese "Szene" hätte sich in "andere Landesteile" verlagert? Blauäugiger gehts nimmer! Und jetzt erschrecken - huch, die sind ja immer noch da. Diese Behördenvertreter sollen sich mal in Deutschland, Italien, Schweden oder Österreich erkundigen, was da so alles abgeht. Und das immer mehr!
Schlimm, dass es diese Nazi-Gespenster immer noch gibt. Man lernt scheints nicht aus der Geschichte. Aber ich fände es sehr lobenswert, wenn auch mal etwas mehr über den Linksextremismus berichtet würde. Die sind genauso schlimm und genauso gewalttätig. Prozentual und statistisch gesehen vermutlich noch viel mehr als die Rechtsextremen. Warum stellt man die nie wirklich an den Pranger?
Je mehr man diesen Unverbesserlichen mediale Aufmerksamkeit schenkt, desto mehr erhalten sie Zulauf. Dieses Geschwür vergiftet unsere Gesellschaft und gehört in den Abfalleimer der Geschichte entsorgt.
Tja Herr Mathis, diese Wirrköpfe wünschen sich ja nichts sehnlicher, als ernst genommen zu werden. Gescheiter wäre es, sie zu ignorieren und ihnen nicht noch eine Plattform in den Medien zu verschaffen.
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