Basel

Schäfli platzt nach seiner Nichtwahl der Kragen

Von Thomas Gubler und Alessandra Paone. Aktualisiert am 25.10.2011 16 Kommentare

Der Prattler FDP-Landrat Patrick Schäfli will sich politisch neu orientieren. Er ist mit dem Ausgang der Nationalratswahlen alles andere als zufrieden.

Hat genug. Patrick Schäfli will nicht mehr in einer Partei sein, wo «nur noch weichgespülte PolitikerInnen ohne eigene Meinung gewählt werden».

Hat genug. Patrick Schäfli will nicht mehr in einer Partei sein, wo «nur noch weichgespülte PolitikerInnen ohne eigene Meinung gewählt werden».
Bild: Roland Schmid

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Geradezu erzürnt reagierte der Fünftplatzierte auf der FDP-Liste am Tag nach den Nationalratswahlen. Er werde «für die FDP keinerlei Wahlkämpfe mehr bestreiten, sowohl kantonal wie kommunal», schrieb Landrat Patrick Schäfli gestern in einem Mail an verschiedene Parteifreunde, die ihn im Nationalratswahlkampf unterstützt hatten. Das Wahlergebnis der FDP habe deutlich gezeigt, «dass nur noch weichgespülte PolitikerInnen ohne eigene Meinung gewählt werden und man mich allenfalls als Stimmenbeschaffer einsetzt». Als Konsequenz daraus werde er sich «politisch zu gegebener Zeit neu orientieren».

Auf Facebook schrieb der Prattler: «Die Nationalratswahlen 2011 waren nicht nur ein schwarzer Tag für mich, sondern auch ein schwarzer Tag für die Schweiz. Von der sogenannten schwammigen Neuen Mitte ist nicht viel Gutes für unser Land zu erwarten. Bei der FDP gilt das Motto: Je profilloser, desto besser.» Schäfli war gestern trotz mehrfacher Bemühungen für eine persönliche Stellungnahme nicht erreichbar.

Freude und Enttäuschung bei der FDP

Offenbar war die Freude bei den Freisinnigen über die Sitzverteidigung nicht überall gleichermassen gross. Riesig war sie jedenfalls bei der mit 12'553 Stimmen gewählten Daniela Schneeberger aus Thürnen. Balz Stückelberger genoss seinen dritten Platz mit einem Rückstand von gut 1000 Stimmen auf Daniela Schneeberger sichtlich. Franz Saladin dagegen, der nach aufwendigem Wahlkampf Platz zwei belegte, konnte eine gewisse Enttäuschung nicht verhehlen.

Martin Wagner war am Sonntag im Regierungsgebäude nicht anwesend. Mit 6842 und dem vorletzten Platz dürfte er aber schwerlich zufrieden sein. Der Anwalt aus Rünenberg hatte keinen Aufwand gescheut, in Bern die Nachfolge von Hans Rudolf Gysin anzutreten. Die FDP-Wählerschaft hatte sich dem Quereinsteiger gegenüber aber äusserst reserviert gezeigt. Ebenfalls nicht anwesend waren der im Ausland weilende Paul Hofer und Stefanie Eymann aus Eptingen. Letztere hätte jedoch als politische Newcomerin mit ihrem vierten Platz durchaus zufrieden sein können.

Maya Graf allein voraus

Bei den Grünen war die Bisherige Maya Graf mit über 35'000 Stimmen eine Klasse für sich. Obwohl mit deren 8384 meilenweit zurück liegend, durfte auch Parteipräsident Philipp Schoch mit dem Erreichten nicht unglücklich sein – vor allem für den Fall, dass es irgendwann einmal Maya Graf zu beerben gäbe. Glücklicher jedenfalls als alt Landratspräsidentin Esther Maag, die seit Grafs Wahl in den Nationalrat Erstnachrückende war. Ihr Versuch eines politischen Comebacks ist vorerst gescheitert.

Die Erwartungen «erfüllt» hat aber alt Landrätin Florence Brenzikofer, während sich der Fraktionschef Klaus Kirchmayr möglicherweise mehr als Platz fünf erhofft hat. Als Siegerin geht aus diesen Wahlen auch Elisabeth Augstburger hervor. Die Liestaler EVP-Landrätin schaffte den Sprung nach Bern zwar nicht, ergatterte aber den ersten Listenplatz – trotz sehr bescheidenem Wahlkampf. Die junge Sara Fritz, die von der Partei und vor allem von Augstburger selbst stark gefördert wird, musste sich stattdessen mit dem zweiten Platz begnügen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 25.10.2011, 14:24 Uhr

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16 Kommentare

Heinz Karrer

25.10.2011, 15:02 Uhr
Melden 57 Empfehlung

Herr Schäfli hat seine politische Meinung länger schon etwas weiter rechts von der Parteilinie placiert. Wie er sein zutiefst verinnerlichtes SVP-Credo mit seinem Posten als Verwalter der katholischen Landeskirche zusammenbringen wird, dürfte den hiesigen Medien viele lustige Beiträge bringen. Antworten


Reinwald Schorsch

25.10.2011, 17:26 Uhr
Melden 55 Empfehlung

Da kann ich nur sagen: Ein schlechter Verlierer! Noch besser als zur SVP zu wechseln wäre ein kompletter Rückzug aus der Politik! Dann wäre das Baselbiet ein weiteres Ärgernis los... Antworten



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