Basel
Tramtakt spaltet Stadt und Land
Von Andreas Hirsbrunner, Georg Schmidt. Aktualisiert am 23.06.2011 26 Kommentare
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Basel will an Wochenenden den Takt von Tram und Bus auf zehn Minuten verdichten. Im Baselbiet hält man das nicht für nötig. Befürworten Sie die geplante Taktverdichtung?
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Mit einer Taktverdichtung an den Wochenenden sollen Tram und Bus an Attraktivität gewinnen: Diesen Willen bekundete der Basler Grosse Rat Anfang Februar, als er ein vorgezogenes Budgetpostulat der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) an die Regierung überwies.
Der anvisierte Zehnminutentakt, der am Freitag und Samstag bis Betriebsschluss und am Sonntag bis 20 Uhr gelten soll, ist bereits auf den kommenden Fahrplanwechsel im Dezember geplant; die Kosten werden im Postulat mit 2,1 Millionen Franken beziffert. Trotz der relativ klaren Zustimmung im Grossen Rat – 46 Ja- standen 36 Neinstimmen gegenüber – ist das Geschäft alles andere als im Trockenen. Grund: Viele Tramlinien, welche häufiger fahren sollen, verkehren über die Kantonsgrenzen hinweg. Was zur Folge hat, dass Baselland die Taktverdichtung mittragen muss. Und das kommt dort in Zeiten des massiven Sparens nicht eben gut an.
Aus Kapazitätsgründen nicht nötig
Landrat Hanspeter Frey (FDP) sagt es so: «Wir sperren uns nicht prinzipiell gegen die Ausbaupläne, müssen uns aber bei den aktuellen Sparbemühungen doch eine gewisse Zurückhaltung auferlegen». Frey ist Mitglied der paritätischen Kommission BVB/BLT, welche das Geschäft zuhanden der beiden Regierungen vorberät und aus je drei Personen von Stadt und Land besteht. Auch der Präsident dieser Kommission, BLT-Direktor Andreas Büttiker, will keine konkreten inhaltlichen Aussagen zur Kommissionsarbeit machen. Die Kommission sei ein beratendes Fachgremium und trete nicht an die Öffentlichkeit. Immerhin gibt Büttiker preis: «Wir haben uns an der vorgestrigen Sitzung eine Meinung gebildet und leiten diese nun an die Regierungen weiter.» Was dann folge, sei ein politischer Prozess.
Etwas prononcierter äussert sich Büttiker in seiner Rolle als BLT-Direktor. Aus dieser Sicht gehöre eine Taktverdichtung am Wochenende auf Baselbieter Boden in die Kategorie der «nice to have»-Projekte. Aus Kapazitätsgründen sei sie nicht nötig, da die Trams beim jetzigen Viertelstundentakt am Freitag- und Samstagabend je nach Linie gut gefüllt, aber nicht überfüllt seien. Und Büttiker fügt an: «Schön wäre eine Taktverdichtung vor allem auf der 11er-Linie nach Aesch, der 14er-Linie nach Pratteln und der 10er-Linie ins Leimental. Damit könnten auch einige Autofahrer abgeholt werden.» Doch gehe es darum, das vorhandene Geld so einzusetzen, dass am meisten dabei herausschaue. Und da bringe der bereits beschlossene 700'000 Franken teure Verzicht auf den Nachtzuschlag innerhalb des Tarifverbunds mehr. Büttiker will keine Zahlen nennen, was die Taktverdichtung auf Baselbieter Boden kosten würde. Der Betrag sei aber sicher kleiner als in der Stadt.
An Grenze wenden
Klartext spricht der zuständige Regierungsrat Jörg Krähenbühl (SVP), der durch sein Ausscheiden aus der Regierung per Ende Juni das Geschäft aber nicht mehr im Kollegium vertreten wird. Er sei zwar noch nicht vertieft informiert, doch herrsche im Baselbiet ein gutes Angebot, und es gebe wenig Kritik am Viertelstundentakt am Freitag- und Samstagabend. Krähenbühl verweist auf das aktuelle Sparklima und sagt: «Wenn die Stadt den Takt verdichten will, kann sie das. Aber aus meiner Sicht gibt es sicher keine Ausweitung ins Baselbiet.»
Von der wenig euphorischen Aufnahme der städtischen Taktverdichtungswünsche hat auch Uvek-Präsident Michael Wüthrich (Grüne) gehört. Für ihn gibt es bei einem endgültigen Nein aus dem Baselbiet zwei Lösungen: «Dann verdichten wir den Takt nur bei uns und wenden die Trams an der Kantonsgrenze oder wir verzichten ebenfalls darauf. Letzteres wäre für mich die schlechtere Lösung.» Wüthrich erhofft sich von mehr Trams vor allem, Junge vom Kauf eines Autos abhalten zu können. (Basler Zeitung)
Erstellt: 23.06.2011, 07:27 Uhr
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26 Kommentare
Basel-Land baut Strassen bis zum geht nicht mehr, also muss man die Strassen auch füllen. Ob es ökologisch sinnvoll ist, das scheint niemand zu interessieren! Es ist darum richtig, dass die Parkplätze in der Stadt für Pendler reduziert werden, denn wir möchten noch ein bisschen Leben in der Stadt. Leben ist auch OHNE Auto möglich,falls das in BL vergessen wurde! Antworten
Die beiden Halbkantone sind einfach nur noch lächerlich. Kein Wunder finden sie in Bern so wenig Gehör. Schliesst doch euch endlich mal zusammen und vergesst diesen alten Filz. Dazu braucht es auf beiden Seiten ein nehmen und geben, Kompromissbereitschaft. Ist denn das wirklich so schwer? Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter. Ziehen wir doch alle am gleichen Strick. Aber jede Seite muss wollen Antworten
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