Basel

Was die Landeskirchen wert sind

Aktualisiert am 16.11.2010 10 Kommentare

Die Baselbieter Landeskirchen investieren Hundertausende von Arbeitsstunden für die Gesellschaft. Nun sagt eine Studie, wie viel diese Arbeit wert ist.

Die drei Baselbieter Landeskirchen leisten gemäss Studie ehrenamtliche Arbeit im Wert von 22 Millionen Franken.

Die drei Baselbieter Landeskirchen leisten gemäss Studie ehrenamtliche Arbeit im Wert von 22 Millionen Franken.

Die drei Baselbieter Landeskirchen - die christkatholische, die evangelisch-reformierte und die römisch-katholische - liessen erstmals ihre sozialen Leistungen genauer erfassen. Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat nun ermittelt, dass die Landeskirchen 2009 Sozialleistungen im Gegenwert von 37,7 Millionen Franken erbracht haben. Die Kirchen hatten diese in Auftrag gegeben, da bisher Daten fehlten, die die kirchlichen Leistungen sichtbar machen, wie die drei Kirchen am Dienstag mitteilten.

Erhoben wurden Leistungen für die Gesellschaft unabhängig von einer Kirchenzugehörigkeit, die neben Gottesdienst, Religionsunterricht und Ähnlichem erbracht wurden. Dabei ergab sich, dass 2009 im Kanton Baselland Menschen über 800'000 Mal von einem solchen Angebot profitierten. Eherenamtliche leisteten dafür 626'000 Arbeitsstunden.

Die ehrenamtliche Arbeit entspricht einem Gegenwert von 22 Millionen Franken, wie es weiter hiess. Rechne man die bezahlte Arbeit sowie dort erwirtschaftete und für weitere soziale Projekte bestimmte Beträge hinzu, erreichten die Leistungen in Pfarreien und Kirchgemeinden gar einen Gegenwert von 33 Millionen Franken.

Weiter kämen noch Leistungen von Fachstellen und Spezialpfarrämtern der Kantonalkirchen sowie die Unterstützung sozialer Institutionen im In- und Ausland dazu. Samt diesen beläuft sich der Gegenwert der im vergangenen Jahr erbrachten Leistungen laut den drei Kirchen auf total über 37,7 Millionen Franken.

Leistungen für Alle

Ermittelt wurde dies von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) mittels Befragungen von 19 Pfarreien und Kirchgemeinden sowie von Fachstellen. Ausgeschlossen worden seien Leistungen im Rahmen der religiösen Verkündigung, solche, die nur oder vorwiegend für eigene Konfessionsangehörige erbracht werden, und Grenzfälle wie etwa Bestattungen.

Das mit Abstand grösste Engagement erbringen die Kirchen laut der Mitteilung für Kinder und Jugendliche, wobei ein nicht geringer Teil der Arbeit ebenfalls von Jugendlichen geleistet werde. Weiter folgen Leistungen für Menschen in Schwierigkeiten und sozial Schwache sowie für ältere Menschen.

Die Kirchen leisteten einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Ausgleich und zum Wohlergehen unserer Gesellschaft, folgerten Verantwortliche der drei Landeskirchen: Diesen müssten dazu auch künftig die Möglichkeit und Kräfte erhalten bleiben. Zudem hoben sie den hohen Stellenwert der ehrenamtliche Arbeit hervor. (amu/sda)

Erstellt: 16.11.2010, 17:18 Uhr

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10 Kommentare

Toni Gysin

16.11.2010, 17:49 Uhr
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Hat schon jemand eine Studie in Auftrag gegeben, welche all die Vereine erfasst, die ebenfalls ehrenamtlich Gutes tun für unsere Gesellschaft? Muss denn alles gegen Geld aufgewogen werden? Ich verstehe den Wert und den Sinn dieser Studie nicht. Eine interessante Frage wäre, ob die Leistungen, die beim Steuereinzug durch den Staat erbracht werden, von den Kirchen abgegolten werden? Antworten


Niggi Ullrich

16.11.2010, 18:31 Uhr
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Ich darf T. Gysin beruhigen. Die Kosten für den Steuereinzug werden von den Kirchgemeinden abgegolten, und wie! Das soziale Engagement der Kirchen im kommunalen Kontext ist enorm...und wird von den Einwohnergemeinden auch nicht abgegolten. Aber wir kämen auch nicht auf die Idee, diese in Rechnung zu stellen. Ihre "Wert"schätzung über die Studie teile ich. Niggi Ullrich, Präsident KG Arlesheim Antworten



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