Basel

«Wir erwarten eine höhere Nachfrage»

Von Georg Schmidt. Aktualisiert am 11.12.2011 3 Kommentare

BLT-Direktor Andreas Büttiker erklärt, wo es wegen der Taktverdichtung der Linien 10 und 17 zu zusätzlichen Staus kommt und wie ein weiterer Ausbau gelingen könnte.

Ein Plus von 47 Prozent. Vor allem das Leimental kommt in den Genuss des engmaschigeren Fahrplans.

Ein Plus von 47 Prozent. Vor allem das Leimental kommt in den Genuss des engmaschigeren Fahrplans.
Bild: Keystone

BLT-Direktor Andreas Büttiker. (Bild: Keystone )

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Mit dem neuen Fahrplan, der am Sonntag in Kraft tritt, erreicht die BLT ein Ziel, auf das sie sehr lange hingearbeitet hat – die Taktverdichtung von zehn auf 7,5 Minuten auf den Linien 10 und 17 an Werktagen und teilweise auch am Wochenende wird Wirklichkeit. BLT-Direktor Andreas Büttiker spricht von einem Angebotssprung.

BaZ: Herr Büttiker, zehn oder 7,5 Minuten – das tönt nicht nach sehr viel Veränderung. Welchen Vorlauf brauchte es für diesen Ausbau?
Andreas Büttiker: Der BLT-Verwaltungsrat hat die-sen Angebotsausbau bereits im Jahr 2001 als strategisches Ziel gesetzt. Wir haben gesehen, dass die Nachfrage insbesondere im Leimental wegen des Bevölkerungswachstums sehr stark ansteigt. Um das Angebot ausbauen zu können, wurden rund 110 Millionen Franken investiert.

Wofür wurde dieses Geld eingesetzt?
Für die Infrastruktur und neues Rollmaterial. So haben wir in Oberwil das Tramdepot ausgebaut und zusätzliche Abstellkapazitäten geschaffen. Das kostete 35 Millionen Franken. Weiter mussten wir in Arlesheim eine definitive Lösung für die Tramschlaufe als Teil der dortigen Verkehrsdrehscheibe bauen und den Doppelspurausbau am Stollenrain vorantreiben; Letzteres mit Kosten von 15 Millionen. Ferner ging es darum, neues Rollmaterial zu beschaffen. Für die Taktverdichtung alleine benötigen wir acht zusätzliche Fahrzeuge, dies für 36 Millionen Franken. Und schlussendlich haben wir das Fahrleitungsnetz verstärkt.

Wie sieht es beim Personal aus?
Wir haben 18 neue Fahrdienstmitarbeitende eingestellt.

Wie wird das finanziert?
Der Angebotsausbau wird vor allem über eine Erhöhung der Kantonsbeiträge, aber auch durch die Fahrgäste getragen. Wir erwarten in den nächsten Jahren einen deutlichen Nachfrageanstieg und damit auch Mehreinnahmen.

Im Leimental wird jetzt in den Hauptverkehrszeiten alle drei Minuten ein Tram fahren. Wie viel zusätzliche Kapazität stellen Sie zur Verfügung?
Wir erhöhen die Kapazität während der Hauptverkehrszeit von heute 1700 auf 2500 Personen pro Stunde – ein Plus von 47 Prozent. Der neue Takt bringt aber auch eine viel bessere Abstimmung auf die tangentialen Buslinien.

Im Leimental ist der Tramverkehr nicht mehr ausbaubar – denkt man. Aber das Expresstram ist bereits fürs Agglomerationsprogramm vorgemerkt.
Wir haben einen möglichen Betrieb für ein Expresstram simuliert. Dieses Tram würde eine Minute vor dem regulären Kurs abfahren und wie eine S-Bahn nur die wichtigen Stationen bedienen. Von Ettingen bis zum Margarethenstich kann es so bis fünf Minuten sparen – für Pendler ist das ein wertvoller Zeitgewinn.

Das ist noch Zukunftsmusik. Schon mit der jetzigen Taktverdichtung wird die Barriere beim Therwiler Bahnhöfli noch öfter unten bleiben.
Das ist ein Thema – das ist mir bewusst. Staus haben wir aber auch andernorts – so beim Kreisel in Bottmingen. Unter Leitung des Kantons und zusammen mit den Gemeinden müssen wir nach Lösungen suchen.

Befürchten Sie keine Staus oder Engpässe zwischen Heuwaage und Bahnhof SBB?
Es ist tatsächlich eng auf diesem innerstädtischen Streckenabschnitt – eine zusätzliche Tramlinie ist dort nicht mehr möglich, zwei zusätzliche Kurse pro Stunde verträgt es. Zusammen mit der BVB werden wir die Situation aber genau beobachten. Zwischen Bahnhof SBB und Bankverein sind die Trams während der Stosszeiten extrem voll – es braucht zusätzliche Kapazitäten. Der Margarethenstich bringt diesbezüglich eine willkommene Entlastung. Wer aus dem Leimental zum Bahnhof will, fährt dann direkt und nicht mehr via Aeschenplatz.

Aufs Ganze betrachtet: Was ist der Gewinn der Taktverdichtung?
Durch Umsteigeeffekte erhoffen wir uns im Leimental und im Birseck, aber auch in der Stadt eine Entlastung vom Individualverkehr. Weiter wird die Erreichbarkeit für Unternehmen verbessert und die Basler Innenstadt als Einkaufszentrum aufgewertet.

Was war die schwierigste Etappe, um diese Taktverdichtung hinzubekommen?
Man muss hartnäckig bleiben und an der Vision festhalten. Es gab Sparprogramme, es gab Zitterpartien – wir haben das Ziel aber noch nicht ganz erreicht, weil der Doppelspurausbau zwischen Ettingen und Flüh erst noch realisiert werden muss. (Basler Zeitung)

Erstellt: 11.12.2011, 08:41 Uhr

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3 Kommentare

Michael Palomino

12.12.2011, 04:17 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Neue S-Bahn-Linie: Den Zug aus Liestel an eine Station Morgarten führen, dann in einem Tunnel nach Allschwil und dann teilweise im Tunnel nach Oberwil , dann Therwil - Ettingen, und dann im Tunnel nach Zwingen und Laufen. Isch nur en Idee. Dann wären alle Oberwiler-Therwiler-Ettinger-Pendler im Zug und nicht mehr im Tram, + Allschwil isch ändlig aagschlosse. En absolute BL-Zug. Antworten


stephan nigg

11.12.2011, 14:40 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Jetzt gilt es den Margaretenstich zu forsieren. Noch vor 2014 soll baubeginn sein. man könnte aber auch schon nächstes Jahr damit starten! Wenn ich denke, dass dieser Margarethenstich schon seit über 12 Jahren das Thema ist sieht man wie langsam manchmal politische Prozesse gehen :( Antworten



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