Basel

«Wir sind schliesslich nicht im Wilden Westen»

Von Franziska Laur. Aktualisiert am 12.07.2011 21 Kommentare

Polizei und Grenzwache sagen, sie müssten abwägen,ob eine Verfolgungsjagd sinnvoll ist oder nicht.

Eine Verfolgung ist sowohl für die Verfolger als auch für den Flüchtenden eine grosse Stressbelastung.

Eine Verfolgung ist sowohl für die Verfolger als auch für den Flüchtenden eine grosse Stressbelastung.
Bild: Keystone

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Wenn Delinquente mit dem Auto vor der Polizei flüchten, gefährden sie sich dabei selbst, die Polizei und Drittpersonen. So verletzte sich ein Iraker am Sonntag in Binningen – er war von der Polizei verfolgt worden. Vergangenen Donnerstag raste ein Lenker von Koblenz Richtung Würenlingen und brach sich beim Selbstunfall die Rippen. Die BaZ wollte von Polizei und Grenzwache wissen, in welchen Fällen ein Flüchtiger verfolgt wird und ob es auch Alternativen gibt.

«Natürlich wollen wir keinen Unfall riskieren», sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau. So lasse sich die Polizei auch einmal zurückfallen, wenn sie erkenne, dass der Flüchtende immer rücksichtsloser fahre. Es könne sich ja durchaus um Jugendliche handeln, die das Auto der Mutter entwendet haben, und beim Anblick der Polizei die Nerven verlieren und fliehen. «Daher verzichten wir lieber einmal zu viel als zu wenig auf die Verfolgung. Wir sind hier schliesslich nicht im Wilden Westen», sagt Graser. Doch dann würde man über Funk Verstärkung anfordern und die Nummernschilder überprüfen lassen. «Das kann durchaus parallel laufen», sagt er.

Auch die Grenzwache hat die Lizenz zum Verfolgen und tut dies auch. «In diesem Fall setzen wir das Blaulicht und das Wechselklanghorn ein», sagt Patrick Gantenbein, Sprecher der Schweizer Grenzwache Basel, die in der Nordwestschweiz inklusive Stadt Basel, und den Rhein hoch bis nach Kaiserstuhl im Einsatz ist. Bei der Aufforderung zum Anhalten zeige das Anzeigeschild auf dem Dach des Patrouillenfahrzeuges den Befehl in verschiedenen Sprachen an. «Das ist der Moment, indem es zur Eskalation kommen kann», sagt Gantenbein.

Stressbelastung für die Patrouille

Falls dann einer Gas gebe und davonbrause, so müsse man innert Sekunden abwägen, ob man nachsetzen solle. «In diesem Moment haben wir auch schon abbrechen müssen», sagt Gantenbein. So im vergangenen Jahr in der Stadt Basel, als Jugendliche vom Leimental her in Richtung französische Grenze rasten. «Das ist stets eine riesige Stressbelastung für die Patrouille», sagt Gantenbein. Denn Verfolgungsfahrten bringen stets das Risiko mit, dass es zu einem Unfall kommen kann.

Auch Meinrad Stöcklin, Mediensprecher der Baselbieter Polizei, sagt: «Unsere Mitarbeitenden müssen laufend eine Güterabwägung vornehmen.» Da zählten einerseits die Gründe für Kontrolle, Flucht und Gefährlichkeit; andererseits seien die Gefahren für die Beteiligten und Dritte sowie die Chance, den Flüchtigen zu stoppen, abzuwägen. Das Personal werde zwar in Grund- und Weiterbildungskursen hervorragend geschult; allerdings sei es äusserst anspruchsvoll, im Einzelfall und unter Stress richtig zu entscheiden.

Im Zweifelsfall fordern die Gesetzeshüter weitere Patrouillen an. Wenn das Nummernschild erkennbar ist, könne die flüchtende Person auch noch später kontaktiert werden – falls sie einen festen Wohnort hat und das Fahrzeug nicht gestohlen ist. (Basler Zeitung)

Erstellt: 12.07.2011, 14:29 Uhr

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21 Kommentare

Sara Christen

12.07.2011, 18:36 Uhr
Melden 24 Empfehlung

Es nervt, dass es Leute gibt, die ständig auf der Polizei herumhacken. 1. sind das auch nur Menschen und keine Roboter, 2. halten sie für uns den Kopf hin, während wir zu Hause bequem im Bett liegen und 3. rate ich jenen, die es immer besser wissen, selber bei der Polizei anzuheuern. Antworten


Peter Kuederli

12.07.2011, 17:36 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Das sind aber viele wenn und aber. Gut fluechten die falsch parkierten Autos nicht, so kann man Ende Monat doch in den schwarzen Zahlen abrechnen. Dies hat auch nichts mit Wildwest zu tun. Antworten



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