Basel
Ziegelhof-Neubau wird ausgesteckt
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Nach langem Hin und Her hat sich der Liestaler Stadtrat nun doch da fu?r entschieden, mit der Montage von Bauprofilen fu?r Klarheit u?ber das Ausmass der geplanten Ziegelhof-U?berbauung zu sorgen. Damit will die Regierung auch die Vorwu?rfe der Gegner entkra?ften, die bisherigen Visualisierungen seien betreffend Geba?udeho?he bescho?nigend gewesen. Am 23. September wird in Liestal u?ber den neuen Quartierplan und damit auch u?ber die geplante U?berbauung abgestimmt. Diese soll ein 7000 Quadratmeter grosses Einkaufscenter, 13 Wohnungen und eine Einstellhalle mit 210 Parkpla?tze umfassen.
Die Gegner hatten unter anderem mittels Ballons versucht nachzuweisen, dass die U?berbauung auf dem ehemaligen Bierbrauerei-Areal am Rande der Altstadt deutlich ho?her ausfallen und damit einen Grossteil der Fassaden des Stedtli verdecken wu?rde. Auch ein Modell im Massstab 1:500, das im Rathaus aufliegt, konnte die Vorwu?rfe nicht entkra?ften. Ab Ende Monat nun sollen die Profile fu?r Klarheit sorgen.
11'000 Franken fu?r Bauprofile
«Wir haben keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass die durch Fachleute erstellten Visualisierungen nicht stimmen ko?nnten», ha?lt Stadtpra?sident Lukas Ott fest. Zur Verdeutlichung hat der Stadtrat gestern noch eine erga?nzte Visualisierung verschickt. Auf dieser sind die Absta?nde zwischen den Altstadtgeba?uden und der geplanten U?berbauung vermerkt. «Wir haben alle Ho?henangaben nochmals u?berpru?ft. Durch die Visualisierung wird ersichtlich, dass das neue Geba?ude die Altstadtlinie nicht verdecken wird», sagt Ott.
Der frisch gewa?hlte Stadtpra?sident wird bei der Abstimmung unter anderem gegen seine eigene Partei antreten mu?ssen. Diese hatte diese Woche die Nein-Parole beschlossen. Mit der Montage der Bauprofile trage der Stadtrat seinem Informationsauftrag Rechnung, so Ott, zumal sich die Polemik um die Zukunft des Ziegelhof-Areals stark zugespitzt habe. Auch die Anschuldigungen an die Adresse des Stadtrats sollen so entkra?ftet werden. «Es ist ein Beitrag von uns zur Objektivierung der Thematik. Es soll wieder u?ber das Projekt diskutiert werden und nicht u?ber angeblich falsche Visualisierungen und entsprechende Vorwu?rfe an die Stadt.» Das ist dem Stadtrat auch die Kosten von rund 11'000 Franken wert, die normalerweise der Bauherr im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens tra?gt. Daher auch der ungewo?hnlich fru?he Zeitpunkt der Bauprofile.
Die Ho?he du?rfte entscheidend sein
Bei den Gegnern der U?berbauung herrscht Zufriedenheit u?ber den Beschluss. Sie hatten bereits vor mehreren Wochen den Aufbau von Bauprofilen gefordert und mittels Flugbla?ttern ihre eigenen Einscha?tzungen publik gemacht: «Nun wird man sehen, dass die geplante U?berbauung deutlich ho?her wird, als es auf den Visualisierungen den Anschein macht», ist Martin Kluge u?berzeugt. Der Historiker pra?sidiert den Verein Pro Ziegelhof, der sich fu?r ein Nein zum neuen Quartierplan einsetzt. «Ich bin ziemlich sicher, dass unsere Berechnungen stimmen und die Stadt nicht richtig informiert hat.» Entsprechend geht Kluge auch davon aus, dass es sich politisch zugunsten der Gegner auswirkt, wenn nun die wahren Ausmasse der U?berbauung deutlich werden. «Meiner Einscha?tzung nach ko?nnte die Abstimmung recht knapp ausfallen. Vielen Leuten ist die U?berbauung schlichtweg zu gross.» Da ist die Frage nach der effektiven Ho?he natu?rlich eine entscheidende. Insbesondere Anwohner sto?ren sich daran, dass durch den Neubau ein Grossteil der Fassade der Liestaler Altstadt verdeckt und damit das Ortsbild beeintra?chtigt wird.
Kluge u?bt nicht nur an der Ho?he des Bauvorhabens Kritik. «Man ha?tte das Ganze kleiner und vorsichtiger dimensionieren ko?nnen.» Es sei mo?glich, den Ortsbildschutz aufrechtzuerhalten und gleichzeitig ein Einkaufszentrum zu bauen. (Basler Zeitung)
Erstellt: 24.08.2012, 07:39 Uhr
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