Basel

Ziegelhof-Neubau wird ausgesteckt

Von Jonas Hoskyn. Aktualisiert am 24.08.2012

Der Liestaler Stadtrat wehrt sich gegen den Vorwurf der Falschinformation. Das neue Gebäude auf dem Ziegelhof-Areal verdecke die Altstadtlinie nicht.

Umstritten: Gegner und Befürworter streiten sich über die tatsächliche Höhe der geplanten Ziegelhof-Überbauung.

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Bild: Visualisierung Stadt Liestal

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Nach langem Hin und Her hat sich der Liestaler Stadtrat nun doch da­ fu?r entschieden, mit der Montage von Bauprofilen fu?r Klarheit u?ber das Aus­mass der geplanten Ziegelhof­-U?berbau­ung zu sorgen. Damit will die Regierung auch die Vorwu?rfe der Gegner entkra?f­ten, die bisherigen Visualisierungen sei­en betreffend Geba?udeho?he bescho?ni­gend gewesen. Am 23. September wird in Liestal u?ber den neuen Quartierplan und damit auch u?ber die geplante U?ber­bauung abgestimmt. Diese soll ein 7000 Quadratmeter grosses Einkaufs­center, 13 Wohnungen und eine Einstell­halle mit 210 Parkpla?tze umfassen.

Die Gegner hatten unter anderem mittels Ballons versucht nachzuweisen, dass die U?berbauung auf dem ehemali­gen Bierbrauerei-­Areal am Rande der Altstadt deutlich ho?her ausfallen und damit einen Grossteil der Fassaden des Stedtli verdecken wu?rde. Auch ein Mo­dell im Massstab 1:500, das im Rathaus aufliegt, konnte die Vorwu?rfe nicht ent­kra?ften. Ab Ende Monat nun sollen die Profile fu?r Klarheit sorgen.

11'000 Franken fu?r Bauprofile

«Wir haben keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass die durch Fachleute er­stellten Visualisierungen nicht stimmen ko?nnten», ha?lt Stadtpra?sident Lukas Ott fest. Zur Verdeutlichung hat der Stadt­rat gestern noch eine erga?nzte Visuali­sierung verschickt. Auf dieser sind die Absta?nde zwischen den Altstadtgeba?u­den und der geplanten U?berbauung vermerkt. «Wir haben alle Ho?henanga­ben nochmals u?berpru?ft. Durch die Vi­sualisierung wird ersichtlich, dass das neue Geba?ude die Altstadtlinie nicht verdecken wird», sagt Ott.

Der frisch gewa?hlte Stadtpra?sident wird bei der Abstimmung unter ande­rem gegen seine eigene Partei antreten mu?ssen. Diese hatte diese Woche die Nein­-Parole beschlossen. Mit der Mon­tage der Bauprofile trage der Stadtrat seinem Informationsauftrag Rechnung, so Ott, zumal sich die Polemik um die Zukunft des Ziegelhof­-Areals stark zu­gespitzt habe. Auch die Anschuldigun­gen an die Adresse des Stadtrats sollen so entkra?ftet werden. «Es ist ein Beitrag von uns zur Objektivierung der Thema­tik. Es soll wieder u?ber das Projekt dis­kutiert werden und nicht u?ber angeb­lich falsche Visualisierungen und ent­sprechende Vorwu?rfe an die Stadt.» Das ist dem Stadtrat auch die Kosten von rund 11'000 Franken wert, die norma­lerweise der Bauherr im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens tra?gt. Da­her auch der ungewo?hnlich fru?he Zeit­punkt der Bauprofile.

Die Ho?he du?rfte entscheidend sein

Bei den Gegnern der U?berbauung herrscht Zufriedenheit u?ber den Be­schluss. Sie hatten bereits vor mehreren Wochen den Aufbau von Bauprofilen gefordert und mittels Flugbla?ttern ihre eigenen Einscha?tzungen publik ge­macht: «Nun wird man sehen, dass die geplante U?berbauung deutlich ho?her wird, als es auf den Visualisierungen den Anschein macht», ist Martin Kluge u?berzeugt. Der Historiker pra?sidiert den Verein Pro Ziegelhof, der sich fu?r ein Nein zum neuen Quartierplan ein­setzt. «Ich bin ziemlich sicher, dass un­sere Berechnungen stimmen und die Stadt nicht richtig informiert hat.» Entsprechend geht Kluge auch davon aus, dass es sich politisch zugunsten der Gegner auswirkt, wenn nun die wahren Ausmasse der U?berbauung deutlich wer­den. «Meiner Einscha?tzung nach ko?nnte die Abstimmung recht knapp ausfallen. Vielen Leuten ist die U?berbauung schlichtweg zu gross.» Da ist die Frage nach der effektiven Ho?he natu?rlich eine entscheidende. Insbesondere Anwohner sto?ren sich daran, dass durch den Neu­bau ein Grossteil der Fassade der Liesta­ler Altstadt verdeckt und damit das Orts­bild beeintra?chtigt wird.

Kluge u?bt nicht nur an der Ho?he des Bauvorhabens Kritik. «Man ha?tte das Ganze kleiner und vorsichtiger dimen­sionieren ko?nnen.» Es sei mo?glich, den Ortsbildschutz aufrechtzuerhalten und gleichzeitig ein Einkaufszentrum zu bauen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 24.08.2012, 07:39 Uhr

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