Basel

Zu viele Katzen ausgesetzt: Tierheime überfüllt

Von Jonas Hoskyn. Aktualisiert am 12.10.2012 19 Kommentare

Das Tierheim in Münchenstein bekommt zu viele Katzen. Es musste nun einen Aufnahmestopp verfügen. Die Besitzer könnten die rasante Vermehrung oft verhindern.

Oft bekommen Hauskatzen Junge, die dann entweder abgeschoben werden oder verwildern. Der einzige Schutz davor ist die Kastration.

Oft bekommen Hauskatzen Junge, die dann entweder abgeschoben werden oder verwildern. Der einzige Schutz davor ist die Kastration.
Bild: Daniel Desborough

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Katzenjammer beim Tierschutz: In den letzten Wochen wurden im Tierheim in Münchenstein so viele Katzen abgegeben, dass die Verantwortlichen nun einen Aufnahmestopp verfügen mussten. Hauptgrund ist die starke Zunahme von halbwilden Katzen. «Kürzlich hat uns ein Bauer angerufen. Der hat auf seinem Hof 14 Katzen entdeckt, die nicht ihm gehörten», sagt Beatrice Kirn, Geschäftsleiterin des Tierschutzes beider Basel. Andere würden die Tiere gleich körbchenweise vorbeibringen.

«Die Population von halbwilden Katzen nimmt seit Längerem deutlich zu, dieses Jahr ist die Lage aber extrem», sagt Kirn. Seit Januar wurden 285 verwilderte Katzen abgegeben. Das sind fast gleich viele wie im gesamten Vorjahr. «Bis Ende Jahr haben wir sicher über 350 Tiere übernommen», so Kirn.Zurzeit werden rund 120 Katzen im provisorischen Tierheim in Münchenstein betreut. Zwei Dutzend davon sind Findelkatzen und ebenso viele halbwilde Katzen – die meisten davon sehr jung. Diese müssen auf der Auffangstation für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt werden, bevor die nötigen Impfungen wirken. In dieser Zeit werden sie auch gechipt, entwurmt und kastriert. Diese Auffangstation ist nun voll.

Kastration als Lösung

Bei den halbwilden Katzen handelt es sich grossenteils um Jungtiere von Hauskatzen. «Oft merkt der Besitzer gar nicht, dass seine Katze schwanger ist», sagt Kirn. Die Geburt geschieht dann irgendwo in einem Hinterhof. Solche Jungtiere müssen später mit grossem Aufwand wieder gezähmt werden, damit sie der Tierschutz überhaupt halten und später vielleicht weitervermitteln kann.

Kirn appelliert deshalb an die Verantwortung der Besitzer: «Wer eine Katze hat oder regelmässig ein heimatloses Tier füttert, sollte dafür sorgen, dass diese kastriert werden. Allein haben wir keine Chance, das Problem in den Griff zu bekommen.»

Denn dem Tierschutz wurden bereits weitere wilde Katzen gemeldet. «Die müssen wir jetzt noch aufnehmen, denn nun werden die Nächte kalt», sagt Kirn. Sie geht davon aus, dass es rund ein bis zwei Monate dauern wird, bis sich die Situation wieder entspannt. Bis dahin muss der Tierschutz improvisieren.

«Momentan schauen wir von Fall zu Fall», sagt Kirn. Teilweise springen Private in die Bresche. Doch auch die Pflegerinnen nehmen Katzenbabys nach Hause zur vorübergehenden Pflege. (Basler Zeitung)

Erstellt: 12.10.2012, 10:54 Uhr

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19 Kommentare

Theo Frei

12.10.2012, 12:27 Uhr
Melden 56 Empfehlung 4

Das Problem ist doch, dass viel zu viele Katzen gehalten werden, nur weil jemand sie so "härzig" findet, besonders wenn sie noch klein sind. Werden sie dann grösser oder will dieser Jemand in die Ferien, ist die Katze nur noch lästig und wird wie ein altes Spielzeug einfach entsorgt. Wenn sie gar schwanger ist: herjee, das wusste der Jemand ja gar nicht, dass es das gibt. Liebe zum Tier ist anders Antworten


Rita H. Dubois

12.10.2012, 14:05 Uhr
Melden 40 Empfehlung 10

Seit Monaten suche ich eine zweite Wohungskatze. Trotz ständigem Klagen über zu viele Tiere und bei Beständen von 120 resp. 70 Katzen, in den Basler Tierheimen hat es angeblich keine Wohnungskatzen, schwer zu glauben! Auslauf gewohnte Tiere, kann man nicht in der Wohnung halten. Aber es weden sicher auch Wohnungskatzen abgegeben. Auch für diese werden offensichlich nur Plätze mit Auslauf gesucht. Antworten



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