Basel
Basler Bier schmeckt – meistens jedenfalls
Von Patrick Marcolli/Dominik Heitz. Aktualisiert am 31.07.2010 7 Kommentare
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Es gibt einen Biermarkt jenseits von Heineken (Eichhof, Calanda, Haldengut) und Carlsberg (Feldschlösschen, Cardinal, Gurten, Hürlimann, Warteck), die auf fast 50 Prozent Marktanteile kommen. Es gibt zum Beispiel den Biermarkt der kleinen Brauereien im Land. Der kann zwar den Grossen nicht das Wasser reichen, was die Wettbewerbsfähigkeit angeht, aber punkto Vielfalt schlägt er ihn um Längen. Ein Ende des Booms der Mikrobrauereien ist nicht absehbar.
Biere mit wenig Bekanntheitsgrad
Die BaZ hat sich in der Region umgesehen und umgehört und hat sich – nach dem Kriterium des kleinen Bekanntheitsgrads und auch aufgrund der Verfügbarkeit – für fünf Biere von Kleinbrauern entschieden: Für das Steinegger Bräu aus Grellingen, das Sauhofbräu aus Laufen, das Ammeler Gugger, das Rössli Bier aus Füllinsdorf sowie «Em Basler sy Bier». Die Biere zu erhalten, ist nicht immer ganz einfach. Wer sich eines der Biere kaufen will oder es in einer Beiz erhalten möchte, findet die nötigen Informationen auf den entsprechenden Websites.
Wie schmecken diese fünf Biere? Was zeichnet sie aus? Woran mangelt es ihnen? Die BaZ hat drei Fachpersonen gebeten, die Biere zu testen – blind zu testen. Michael Müller (26), Natascha Krüger (23) und Anton Welti (66) nahmen sich die Zeit und degustierten. Michael Müller ist Filialleiter der «Drinks of the World» am Bahnhof SBB, wo es über 300 verschiedene Biere zu kaufen gibt. Die Gastronomiefachfrau Natascha Krüger arbeitet im Restaurant Fischerstube mit seiner eigenen Brauerei und hat somit engen Kontakt zum lokalen Ueli-Bier. Anton Welti schliesslich war 34 Jahre Bierbrauer in der Brauerei Fischerstube, bevor er im vergangenen Jahr in Pension ging.
Breites Spektrum
Die drei Experten beurteilten die fünf Biere nach folgenden Kriterien: Farbe, Schaum, Geruch, Vollmundigkeit/Körper, Bitterkeit und Abgang. Die Ergebnisse des Blindtests sind der unten stehenden Tabelle zu entnehmen. Anton Welti, der am strengsten bewertete, äusserte sich grundsätzlich sehr positiv: Für ihn, den Liebhaber belgischer Biere, ist vor allem wichtig, dass die Vielfalt der Brauereien in der Schweiz erhalten bleibt. Und Michael Müller meint zum Boom der Kleinbrauereien: «Dies zeigt doch auch, dass sich die Leute in der Wahl ihrer Biere nicht von den Grosskonzernen bevormunden lassen wollen.»
Die Beurteilung der Biertester reichen von «malzig-fruchtig», «ansprechend» und «toller Abgang» über «neutral» oder «etwas erdig» bis hin zu «unrein» und «fast abgestanden».
Den ganzen Test finden Sie in der Samstagsausgabe der BaslerZeitung! (Basler Zeitung)
Erstellt: 31.07.2010, 07:34 Uhr
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7 Kommentare
@ Stephan Huber: Die meisten Klein(st)brauereien wie unser Amsel-Bräu aus Riehen bieten ausschliesslich naturtrübe, ungefilterte Biere an. Es gibt mehrere Gründe wie z. B. Authentizät, vollmundiger Geschmack, gesunde Inhaltsttoffe ohne Filtrierung, aber auch technische Hindernisse, die eine untergärige, gefilterte Produktion eines klassischen Pils erschweren oder gar verunmöglichen. Antworten
@ Herrn Huber, für eine Kleinbrauerei ist es nicht ganz so einfach ein klares Bier herzustellen, bei der Herstellung des Bräus läuft der Sud durch das Malz , das als natürliches Sieb dient und wird direkt (und via Kühlung) in den Gärbehälter geführt, dem danach zum Brauen noch die Hefe beigefügt wird. Müsste das Bier durch Filteranlagen, wäre Bakterienbefall wahrscheinlicher d.h. Bier wird sauer Antworten
Wenn solche Testrinker Fachpersonen sind, halte ich nicht viel von deren Aussagen. Denn der klassische Biertrinker trinkt das Bier weil es ihm schmeckt und will auch nicht wirklich wissen ob es nun erdig, blumig oder irgendwie nach irgendwas schmeckt. Lasst doch mal Personen von der Strasse die vielen Biere der Reion testen. Antworten
Mein Problem mit den lokalen Bieren ist, dass es sich meist um naturtrübe für meinen Geschmack eher seifige Gebräue handelt. Wann hat mal einer unserer Brauer den Mut, ein klares, relativ stark gehopftes Bier so nach dem Vorbild der norddeutschen Pilsner herzustellen... Antworten
Eine gute Auswahl wurde getroffen, da nicht nur die besten Brauer berücksichtigt wurden. Allerdings, gemessen an der Anzahl der lokalen Brauereien, hätten mehr Biere verköstigt werden dürfen! Zudem in geringen Massen genossen, darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass solche Biere auch einen gesundheitlichen Wert darstellen. Und ein altes Handwerk und Tradition bleiben erhalten. PROST! Antworten
Basel
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Erst Metropolitanregion dann Kantonslobbyist – und nun eine parlamentarische Gruppe: Die Region Basel will in Bern besser gehört werden. Braucht es diese neue Organisation?


Istvan Akos
Feine Sache, die Biere regionaler Kleinstbrauereien zu verkosten und zu beurteilen. Aber: Seit wann ist «Em Basler sy Bier» eine lokale Kleinbrauerei? Da ist weit und breit keine solche Brauerei, das Bier wird von Locher in Appenzell gebraut. Antworten