Basel

Ab 2017 mit dem Zug zum EuroAirport

Von Peter Schenk. Aktualisiert am 17.12.2011 11 Kommentare

In einer zweisprachigen Ausstellung zeigt der Förderverein EAP Express, wie komfortabel ein direkter Bahnanschluss an den EuroAirport sein könnte.

Ohne Umsteigen direkt zum EuroAirport: Zukünftig soll ein direkter Bahnanschluss den Reisekomfort zum Basler Flughafen erhöhen.

Ohne Umsteigen direkt zum EuroAirport: Zukünftig soll ein direkter Bahnanschluss den Reisekomfort zum Basler Flughafen erhöhen.
Bild: Keystone

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Schon in wenigen Jahren könnte es möglich sein, mit dem Zug zum EuroAirport (EAP) zu fahren. «Ich spüre derzeit ein deutliches Engagement, mit dem Vorhaben vorwärtszumachen», sagte Luc Gaillet, EAP-Projektdirektor Schienenanschluss, zur BaZ.

Gestern wurde auf dem Flughafen eine zweisprachige Ausstellung zum Schienenanschluss eröffnet, die der Förderverein EAP Express erstellt hat, in dem der EAP eines von zehn Gründungsmitgliedern ist. «Wir wollen erreichen, dass der Bahnanschluss so schnell wie möglich kommt. Dadurch soll die Erreichbarkeit verbessert und eine Alternative zum Auto geboten werden», betonte Jean-Pierre Lavielle, Präsident des Flughafen-Verwaltungsrats.

Ab Montag auf Schweizer Seite

Die Ausstellung besteht für jede Sprache aus acht grossen Schautafeln und findet sich im 5. Stock auf der französischen Seite des Flughafens. Ab nächster Woche wird die deutsche Version im 5. Stock auf der Schweizer Seite für einige Monate zu sehen sein. Später ist auch eine Ausstellung in der Stadt geplant, eventuell im Bahnhof SBB. Olivier Becht, der Jean-Marie Bockel, den Präsidenten von EAP Express, vertrat, verwies darauf, dass die unterschiedlichsten Varianten für eine verbesserte ÖV-Anbindung des Flughafens untersucht worden seien. «Nur der Schienenanschluss ermöglicht die Anbindung ohne Umsteigen.»

70 bis 100 Meter bis zum Terminal

Als nächsten Schritt müssen 2012/13 die technischen Machbarkeitsstudien vorgenommen werden. Das neue Gleis zum EAP ist ungefähr sieben Kilometer lang und verläuft, im Gegensatz zu früheren Plänen, nicht mehr über den Hellhof, sondern näher am Flughafengebäude halbunterirdisch neben den Parkhäusern. Vom Halt bis zu den Terminals sind es noch 70 bis 100 Meter. Die Verbindung soll über Passerellen hergestellt werden.

Ebenfalls 2012/13 soll der Finanzierungsplan verabschiedet werden. Die Kosten für den Bahnanschluss werden derzeit auf 200 Millionen Euro geschätzt. Dazu kommen Umbaukosten von zehn Millionen Euro für das Strassenzufahrtssystem auf dem Flughafen und die eventuelle Reorganisation der Bahnbeschilderung zwischen Saint-Louis und Basel, für deren Kosten es noch keine Schätzungen gibt.

SBB-Chef Andreas Meyer ging in einem Interview, das im Metrobasel Report 2011 erschien, davon aus, dass die Schweiz von den Gesamtkosten etwa 80 Millionen Euro übernehmen müsse – allerdings sei erst ein Teil davon gesichert. Die SBB-Medienstelle bestätigte die «grobe Schätzung», betonte aber auch: «Die genaue Aufteilung der Kosten wurde noch nicht ausgehandelt.» Projektdirektor Luc Gaillet äussert sich ähnlich. Finanzierungszusagen wie zum Beispiel eine Beteiligung von zehn Millionen Euro des Landes Baden-Württemberg, die gleiche Summe des Departements Haut-Rhin oder zehn Millionen Franken des Kantons Basel-Stadt seien noch nicht rechtsverbindlich.

Weitere Bundesmittel

Klar ist, dass der Bund im Rahmen der Anbindung der Schweiz an die Hochgeschwindigkeitszuglinien 25 Millionen Franken (20,5 Millionen Euro) zur Verfügung stellt. Da der Bund auch die Bahnanschlüsse der Flughäfen Zürich und Genf mitfinanziert hat, hoffen die Verfechter des EAP-Bahnanschlusses auf weitere Bundesmittel.

Auf französischer Seite könnten Geldmittel für den Bahnanschluss über den nächsten Dreijahresvertrag 2012 bis 2014 zur Förderung der Europastadt Strassburg fliessen – durch ihn wäre Strassburg weniger als eine Stunde vom EAP entfernt und erheblich besser als heute per Flugzeug erreichbar. Laut Gaillet ist der Bahnanschluss im nächsten Dreijahresvertrag berücksichtigt.

TGV-Züge können halten

In einer ersten Phase ab der Inbetriebnahme 2017 sollen am EAP zur Hauptverkehrszeit und pro Richtung und Stunde zwei TER-200-Züge (Strassburg–Basel), zwei Schienenbusse TER (Mulhouse–Basel) und zwei Regio-S-Bahnen, die von der Schweiz bis zum EAP verlängert werden, halten. Gudrun Heute-Bluhm, Oberbürgermeisterin von Lörrach und Vizepräsidentin von EAP Express, betonte, wie wichtig es sei, den Bahnanschluss in das Regio-S-Bahn-System zu integrieren. Im kommenden Herbst organisiert der Förderverein ein Kolloquium zu diesem Thema. Der EAP-Bahnanschluss wird so gestaltet, dass dort auch TGV-Züge halten können. Ob dies dann auch geschehe, sei laut Gaillet allerdings heute noch nicht zu sagen.

Der Basler Wirtschaftsminister Christoph Brutschin sagte der BaZ, dass es nicht Ziel des Schienenanschlusses sei, die Passagierzahlen des Flughafens zu steigern. «Es geht um die Verbesserung des Komforts. Ausserdem gibt es über 6000 Arbeitsstellen auf dem Flughafen. Heute kommen viele mit dem Auto arbeiten, dann könnten sie den Zug nehmen.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 17.12.2011, 07:30 Uhr

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11 Kommentare

Peter Berger

17.12.2011, 12:31 Uhr
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Der bisherige Bus fährt in dichtem Intervall direkt ab Bahnhof und zudem noch halbvoll. Was brauchts mehr? Nicht einmal ein Tram. Von wegen nicht umsteigen glaube ich kaum, dass jeder Zug der in Basel ankommt an den Flughafen weiter fährt. Geschätzte 80 % werden umsteigen müssen.
Die Bahn kostet uns zuviel. Sollen doch Frankreich und Deutschland auf ihrem Gebiet bessere Verbindungen schaffen.
Antworten


Emmanuel Ullmann

17.12.2011, 11:41 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Ich wette mit Regierungsrat Brutschin, dass es bedeutend mehr Flugbewegungen geben wird bei einem Bahnanschluss des EAP. Die anderen Flughafen lassen grüssen. Es zeigt sich halt einmal mehr, dass auf die lärmgeplagte Bevölkerung keine Rücksicht genommen wird. Antworten



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