Ärger mit dem Nachbarn

Katharina Baur verlässt nach Jahren das Restaurant Papiermühle. Anhaltende Probleme haben sie zu diesem Schritt veranlasst.

Entscheid hätte Probleme gelöst: Katharina Baur bedauert, dass die Christoph Merian Stiftung das Gesuch für Livemusik zu spät eingereicht hat.

Entscheid hätte Probleme gelöst: Katharina Baur bedauert, dass die Christoph Merian Stiftung das Gesuch für Livemusik zu spät eingereicht hat. Bild: Heinz Eckert

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Sie hat den Betrieb während der letzten 13 Jahre sehr gerne und mit viel Engagement geführt, doch aus finanziellen Gründen ist sie nun gezwungen, aufzugeben: Ende Mai verlässt Katha­rina Baur das Restaurant Papiermühle – ungern, wie sie sagt.

Der fast einjährige Umbau des Papiermuseums, eine dreimonatige Lärmsanierung des Lokals und die anschliessende Sanierung der Liegenschaft gegenüber haben ein Loch in die Kasse gerissen, das bis heute nicht gefüllt werden konnte. Da das Restaurant ein Tagesbetrieb ist und deshalb einen entsprechenden Umsatz generiert, wäre Baur auf regelmässige private und öffentliche Abendveranstaltungen mit leichter Hintergrundmusik angewiesen gewesen. Doch diese seien durch einen über dem Restaurant wohnenden Nachbarn vereitelt worden, der sich auch nach dem Umbau des Lokals über den abendlichen Lärm beklagt habe. «Die zusätzlichen Isolierungen beim Umbau waren offensichtlich wenig effizient», stellt die Abteilung Lärmschutz im Amt für Umwelt und Energie fest.

Wenig Unterstützung

Trotz verschiedener Gespräche mit der Christoph Merian Stiftung (CMS), dem Mieter und den Behörden sei während langer Zeit keine Einigung zustande gekommen. Erst im letzten Januar reichte die CMS ein Gesuch ein, dem zukünftigen Mieter jährlich zehn Abendveranstaltungen mit Livemusik zu erlauben. Doch zu diesem Zeitpunkt habe sie die Kündigung für den Pachtvertrag bereits eingereicht, «obwohl dieser Entscheid einen Grossteil meiner finanziellen Probleme gelöst hätte», bedauert die Wirtin. Von der CMS habe sie im ständigen Nachbarskonflikt zudem «nur wenig Unterstützung» erfahren. Da es sich um einen langjährigen Wohnungsmieter handelt, wollte die Stiftung nicht nachhaltig intervenieren.

Als Nachfolger für die «Papiermühle» hat sich Baurs langjähriger tamilischer Mitarbeiter Shivalingam Appukuddy beworben. Er scheint gute Chancen zu haben, den Zuschlag zu bekomme. «Mit ihm wäre die Kontinuität gewährleistet, was die Stammgäste schätzen würden», meint Baur.

Zukunftspläne unklar

Was Katharina Baur in Zukunft macht, steht noch nicht fest. Zwar habe sie bereits ein paar Angebote bekommen, das Passende sei jedoch noch nicht eingetroffen. Am liebsten würde sie ab Herbst wieder so ein Lokal wie die «Papiermühle» führen, ein Restaurant, in dem sie regelmässig unkonventionelle Abende mit Künstlern und speziellen Menüs durchführen könnte. Wie man das erfolgreich macht, zeigte Katharina Baur mit den drei Kulturabenden, die sie zum Abschluss am 23. Februar, am 23. März und am 13. April durchgeführt hatte und die sie gleich doppelt und dreifach hätte verkaufen können. (Basler Zeitung)

Erstellt: 19.04.2013, 17:11 Uhr

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