Basel
Alles muss weg im «Braunen Mutz»
Von Claudia Kocher. Aktualisiert am 21.04.2010 17 Kommentare
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Die letzten Tage des Pächterpaares Rickhoff im Restaurant Brauner Mutz sind angebrochen. Diese Woche wird das Inventar des Au Premier verkauft. Bedauern Sie das Ende der Ära?
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Samstag, 24. April: Ussdringgete mit Frühschoppen-Konzert, von 10–16 Uhr.
«Keine Zeit!», ruft Alfred Rickhoff. Es ist kurz nach elf, der Verkauf des Inventars im ersten Stock hat begonnen. Viele Stammgäste kommen vorbei, neugierig sind alle. Teller, Dessertschalen, Salzstreuer, ja sogar die Speisekarten sind zum Verkauf aufgelegt. Weisse Tischtücher in allen Grössen. Dicke Bierhumpen mit dem «Braunen- Mutz»-Logo, filigrane Biergläser für die Herrgöttli. «Kann man den grossen Wandspiegel auch kaufen?», fragen sich zwei Frauen.
Am Sonntag fand im «Au Premier» das letzte Essen statt. Es sei ein trauriger Tag gewesen, sagt Inhaberin Ruth Rickhoff. «Die Leute waren so traurig. Wir haben unsere Stammkunden immer familiär betreut.» Wie der Mutz unter neuer Leitung, der Candrian Catering AG, wohl wird? «Anders», sagt Ruth Rickhoff. Candrian sei einfach ein Geschäftsführer. «Wir hätten weitergemacht, wenn wir gekonnt hätten – obwohl wir im Pensionsalter sind.» Alfred Rickhoff schüttet Zündholzschächtelchen in ein Glas und ruft: «Nehmt die mit.»
Erinnerungen an den Mutz
Ein Vorhang mit Stange kostet hundert Franken. Ein Mann hat für fünfzig Franken eine Uhr mit dem «Braunen-Mutz»-Signet ergattert. Er wolle eine Erinnerung an sein Lokal. Bisher habe sie nichts gefunden, sagt eine Frau. Ein Teller allein bringe nichts, da müsse man schon eine ganze Garnitur nehmen. «Es geht um die Erinnerung an den Mutz. Aber die hat man ja im Kopf.»
An der Wand hängen fünf Zeichnungen von Hans Geisen, dem langjährigen BaZ-Karikaturisten. «Die gehören mir. Die verkaufe ich nicht», sagt Alfred Rickhoff. Eine der Zeichnungen zeigt Rickhoff, wie er damals im «Gambrinus» ein Essen für Obmänner gekocht hat. «Kochende Obmänner: Teils ihr Leibgericht, teils vor Wut», ist das Bild untertitelt. Das Essen, erzählt Rickhoff, habe eben nicht für alle gereicht. Das Bild habe Geisen ihm dann geschenkt. «Wie teuer ist der grosse Spiegel?» – «Zweitausend.» – «Wie viel kosten die Gartenmöbel?» Rickhoff rechnet. «Für alles viertausend.» – «Und die Silbertabletts?» – «Die auf der Bank sind gratis.» «Sind Sie sicher?» – «Ah, nein, vierzig.»
Umbau dauert zehn Monate
Nach einer halben Stunde ist der grösste Ansturm vorbei. Wie viel ist reingekommen? Wenn er 50'000 Franken einnehmen könnte, sei er schon zufrieden, sagt Rickhoff. Nächste Woche von Montag bis Donnerstag wird in der Brasserie im Parterre des «Braunen Mutz» alles verkauft, was sich verkaufen lässt. Danach wird das Lokal während zirka zehn Monaten umgebaut, bevor es unter neuer Leitung wieder aufgeht.
«Wie fühlen Sie sich, Herr Rickhoff?» «Ich fühle nichts. Das kommt noch. Vielleicht aber erst in einem Monat.» Denn noch sind Rickhoff und sein Team umgeben von Silberlöffeln, Weinkaraffen, Milchkännchen, Schneckenpfannen. (Basler Zeitung)
Erstellt: 21.04.2010, 07:24 Uhr
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17 Kommentare
und schon wieder geht eine basler beiz zu. schade, denn ich glaube nicht, dass ausgerechnet dieses neue restaurant wieder zum "mutz" wird. ich wünsche den rickhoff's alles gute und einen schönen und langen lebensabend. und jetzt suche ich eine neue altstadtbeiz wo man sich wohlfühlen kann. Antworten
Schade, geht unser "Bermuda Dreieck " langsam verschwunden.Ich habe, bevor ich als Chemiker von Sandoz ins Auland musste, mit vielen Freunden und auslaendischen Gaesten viele nette Stunden im Mutz verlebt.Der Mutz ist und war ein Teil Basler Kultur.Alles Gute fuer die Zukunft. Herzliche Gruesse aus Sued Africa. Hanspeter Aigeldinger. Antworten
Basel
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


