Allschwil ist verärgert

Nach dem Nein zur Buslinie 48 ins Bachgrabengebiet spricht sich das Basler Parlament nun auch gegen einen Strassenneubau von Basel nach Allschwil aus.

Pendler: Der Rat will kein Projekt, das primär dem motorisierten Verkehr zugute kommt.

Pendler: Der Rat will kein Projekt, das primär dem motorisierten Verkehr zugute kommt. (Bild: Daniel Desborough)

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Ist der Allschwiler Ärger berechtigt?

Der Grosse Rat will keinen 48er- Bus und keinen Anschluss Allschwils an die Nordtangente. Die Vorortsgemeinde zeigt sich darüber verärgert. Ist der Ärger Allschwils berechtigt?

Ja

 
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Nein

 
22.1%

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Eine Mehrheit aus SP, Grünem Bündnis und Grünliberalen erteilte dem Anschluss Allschwils an die Nordtangente im Basler Grossen Rat eine Abfuhr. Mit 47 gegen 40 Stimmen lehnte das Parlament einen Anzug von Markus Lehmann (CVP) ab. Tags zuvor hatte es sich bereits gegen den 48er-Bus in die Vorortsgemeinde ausgesprochen. Die Linke argumentierte, man solle stattdessen eine Verlängerung der Tramlinien 6 und 8 anstreben.

Dieses doppelte Nein sorgt in Allschwil für Verärgerung. «Das sind unlogische und nicht nachvollziehbare Entscheide», sagt Gemeindepräsident Anton Lauber (CVP). Erst streiche man die Mittel für den Bus und verhindere damit, dass die Leute vom Individual- auf den öffentlichen Verkehr umstiegen, dann spreche man sich gegen den Zubringer Allschwil aus, der nicht nur dem Gewerbegebiet Bachgraben eine Entlastung gebracht, sondern auch Pendlerströme von Basel West ferngehalten hätte.

Scharfe Kritik der SVP

Lauber glaubt, dass eine Verlängerung der Tramlinien «nicht rasch realisiert werden kann». Sie sei ausserdem sehr teuer und die Streckenführung berge einige Tücken. «Wenn man eine schnelle Lösung will, ist eine Buslinie eindeutig das beste Mittel.» Scharfe Kritik übt auch die Baselbieter SVP. «Der Stadtkanton weigert sich, zur Lösung der Verkehrsprobleme in der Agglomeration beizutragen», schreibt sie in einer Medienmitteilung. Pikant in diesem Zusammenhang: Es war die Basler SVP, die den 48er-Bus zusammen mit den Linken abschoss.

Mehr zum Thema sowie einen Tageskommentar können Sie in der Basler Zeitung von Freitag lesen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 18.12.2009, 07:51 Uhr

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16 Kommentare

Pete Müller

18.12.2009, 16:26 Uhr
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55 Millionen Budget für Tram & Bus, aber kein Geld für den 48er? Da kam die UVEK zu einem vernünftigeren Entscheid. Antworten


Hans Abächerli

18.12.2009, 16:14 Uhr
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Von einer Stadt mit einem solchen Stadtpräsidenten ist nichts (anderes) zu erwarten! Antworten


Peter Uehlin

18.12.2009, 13:38 Uhr
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Ein ungewöhnlich provinzielles Denken und Handeln ist hier am Werk. Anstatt gesamthaft und global zu denken, zieht man kantonale Kleinkariertheit vor. Wo soll denn bitte in Basel Stadt Gewerbe angesiedelt werden um Pendler zu verhindern? Anstatt dem Wohl der gesamten Schweiz zu dienen, haben die Politiker wieder nur ihr eigenes Wohl und ihre Wiederwahl vor Augen. Und das auch noch von SVP Seite! Antworten


Tom Meier

18.12.2009, 13:29 Uhr
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@alberto tomba Super Idee: City-Maut! Dann wird die Stadt automatisch autofrei und endlich zur Fussgängerzone. Zum Einkaufen ist Basel eh zu teuer und zu anstrengend. Das geht in einem der grossen Einkaufzentren der Peripherie viel einfacher und zum Parken muss man nichts bezahlen. Basel, quo vadis? Antworten


hansruedi zürcher

18.12.2009, 12:11 Uhr
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Wir brauchen in der Regio Basel dringend Arbeitsplätze mit adäquater verkehrstechnischer Erschliessung statt dem "Sozial- Arbeiter- Wohlfahrs- Kantons- Gedue von Basel-Stadt", wann merken Die das endlich?, wahrscheinlich erst wenn der letzte Unternehmer die Stadt verlassen hat und alle von der Fürsorge leben... Antworten


alberto tomba

18.12.2009, 11:49 Uhr
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Bravo! Stef Schmutz und Thomas Zimmermann brignen es auf den Punkt. Warum muss BS immer für alles bezahlen? Die Pendler sind sowieso übersubventioniert...am Besten man finanziert solche Projekte in Zukunft allgemein mit einer City-Maut. Dann werden die Kosten auch automatisch dort übernommen wo sie anfallen, nämlich auf dem Land! Antworten


Pierre A. Sobol

18.12.2009, 11:37 Uhr
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Die Gemeinden in BL werben Städter in ihre Gemeinden an. Die Gemeinden generieren mehr Verkehr, den sie aber nicht in ihre Vergrösserung einplanen. Die Stadt muss dann Verbindungen schaffen und zahlen, um die Bewohner der BL-Gemeinden an den Bahnhof BS zu fahren, damit sie an die Arbeitsplätze ausserhalb der Stadt gelangen können. Wo bleibt die Logik? Warum soll die Stadt diese Kosten übernehmen!? Antworten


David De Pretto

18.12.2009, 11:28 Uhr
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Was ein wahrer Fortschritt wäre: Tramlinie "9" Badischer Bahnhof-Bahnhof St. Johann-Bachgraben-Neuweilerstrasse-Bahnhof SBB. P+R in Burgfelden für den verlängerten 3er, die Passagiere könnten dann auf den 9er umsteigen. Das wäre für Grossbasel West, Allschwil und Basel ein öV-Quantensprung. Aber irgendwie scheinen viele Grüne und der VCS ideenlos zu sein. Antworten


Stef Schmutz

18.12.2009, 11:28 Uhr
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Wieso muss immer Basel für alle Pendler, egal ob BL, Elsass oder sonst woher die Infrastruktur bereitstellen? Damit die Pendler ihren in BS verdienten Lohn in BL oder im Elsass versteuern können? Solange die BS-Bevölkerung mit ihren sehr hohen Steuern/KK-Prämien die Infrastruktur der ganzen Region (mit-)versorgen muss, ist wohl im Landkanton etwas mehr Selbsteinsicht gefragt. Antworten


Marco Weber

18.12.2009, 10:42 Uhr
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Gegen öffentlichen Verkehr sein. Gegen Individualverkehr sein. Ist das ein Kindergarten. Was wollt ihr Regierenden eigentlich. Soll man sich beamen? Kein Wunder hat die Nordwestschweiz in Bundesbern kaum Gehör. Es dürstet nach dem Kanton Nordwestschweiz! Aber solange das Fahrrad nicht rostet und der Zaun ums eigene Gärtlein intakt ist lässt es sich gut leben!!! Antworten


Thomas Zimmermann

18.12.2009, 10:21 Uhr
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Der Ärger ist jetzt nachvollziehbar und verständnisvoll. Allerdings vergisst Allschwil, dass er zum Baselland gehört und massiv von den Einnahmen der Pendler, die im Nachbarkanton arbeiten profitiert. Würde Allschwil als Stadtteil zu Basel gehören, sähe die Situation komplett anders aus. Sorry! Antworten


Hans Meier

18.12.2009, 09:42 Uhr
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Ich bin sehr erstaunt über die SP, denn normalerweise ist dies eine Partei, die fortschrittlich denkt und handelt. Was aber da im Zusammenhang mit der Buslinie 48 und dem Zubringer abläuft scheint mir eher persönliche Rachegelüste einiger Politiker (Grüne, SP und SVP) zu sein. Diese Leute haben ihren Beruf verfehlt. Gerne würde ich von diesen Personen ihre genaue Meinung und Erklärung erfahren. Antworten


Gero Rubli

18.12.2009, 09:40 Uhr
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Leider ist es immer wieder das gleiche Muster, wie Basel mit seinen Nachbarn umspringt, siehe Zollfreistrasse. Antworten


Rolf Schlumpf

18.12.2009, 09:09 Uhr
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Wenn man nicht in der Gegend wohnt, entstehen solche Entscheidungen. Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass sich bei Ausbau des öffentlichen Verkehrs Richtung Elsass, die Masse auf einmal per Bus und Tram an den Arbeitsplatz bewegt, solange man bei seiner Firma einen Parkplatz zur Verfügung hat. Also, öffentlicher Verkehr natürlich ja, aber bzgl. Strasse auch etwas Voraussicht, bitte... Antworten


Ronnie König

18.12.2009, 08:48 Uhr
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Also nun glaube ich das die Stadt kindisch wird. Normalerweise läufts umgekehrt. Tram verlängern ist nicht immer die Lösung. Busse sind dort die bessere Lösung, aber die SVPWähler hätten ja nicht aus der Stadt ziehen müssen. Man kann halt nicht immer profitieren. Und ein gutes Beispiel wie die SVP tickt. Antworten


fritz müller

18.12.2009, 08:32 Uhr
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verwunderlich ist das nicht: grüne und SP sind zu einem klub aus ewiggestrigen verkommen, die sich von den steuergeldern der arbeitenden bevölkerung ernähren. die streichung der buslinie 48, die ein gebiet mit über 3000 arbeitsplätzen mit dem bahnhof basel direkt verbunden hätte, und das für CHF 120'000 pro jahr (!), spricht bände, wie degeneriert SP und Grüne mittlerweile sind. Antworten



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