Attackierte Musliminnen sollen zur Polizei

Aktualisiert am 01.09.2010 39 Kommentare

Basler Musliminnen sollen Beschimpfungen und Übergriffe nicht länger hinnehmen, findet die Basler Muslim Kommission – und plant ein Infoblatt für betroffene Frauen.

Kommunikation statt Stillschweigen: Basler Musliminnen sollen ermuntert werden, vermehrt auf die Polizei zuzugehen.

Kommunikation statt Stillschweigen: Basler Musliminnen sollen ermuntert werden, vermehrt auf die Polizei zuzugehen.
Bild: Alexander Preobrajenski

Wie soll sich eine Muslimin verhalten, die rassistisch beschimpft oder attackiert worden ist? Cem Karatekin, Präsident des Basler Muslim Kommission, weiss es. Er will, dass sich künftig mehr betroffene Frauen bei der Polizei melden und Übergriffe «nicht einfach hinnehmen», wie er gegenüber 20 Minuten Online sagte. Deshalb verteile man in den kommenden Wochen einen mehrsprachiger Flyer in den Moscheen der Region. Grundaussage des Infoblattes: Musliminnen sollen nach Attacken zur Polizei gehen. Zudem sei eine Telefon-Hotline für betroffene Frauen geplant.

«Wenn muslimische Frauen Angst haben müssen, rassistisch beschimpft oder gar angegriffen zu werden, dann verschanzen sie sich erst recht zuhause», wird Karatekin zitiert. Und mit der Furcht vor Beschimpfungen und ohne Bewegungsfreiheit klappe die Integration nie. Aus diesem Grund sei eine Anzeige zum Vorteil aller.

Vorgeschichte führte zu Debatten

Hintergrund der Flyer-Aktion der Basler Muslim Kommission ist die angebliche Attacke auf eine 29-jährige Muslimin Ende Mai auf dem Barfüsserplatz, wo eine unbekannte Frau die Türkin mit Kopftuch wegen ihres Äusseren beschimpft und attackiert haben soll. Damals informierte Karatekin noch am selben Tag die Medien.

«Uns sind mehrere Fälle von tätlichen Angriffen oder Drohungen gegen Frauen mit Kopftuch bekannt, und sie werden immer massiver. Dieser Fall ist nun der erste, den wir zur Anzeige bringen», sagte Cem Karatekin Anfang Juni gegenüber dem Tages-Anzeiger, der aufdeckte, dass es sich bei dem angeblichen Opfer um die Schwiegertochter von Karatekin handelt. Zudem habe sich bereits vor der Barfi-Attacke ein Mitglied der Familie – von der Zeitung als «PR-Clan» bezeichnet – an die Medien gewandt, um mit einem ähnlichen Vorfall die steigende Islamophobie zu belegen.

Gegenüber 20 Minuten Online will Cem Karatekin nun aber nicht mehr von Islamophobie sprechen. «Die Stimmung gegenüber den Muslimen hat sich spürbar verbessert – zumindest in Basel», gibt der Präsident der Muslim Kommission zu Protokoll. Das Infoblatt soll zu dieser Verbesserung beitragen, indem es die Probleme vieler Musliminnen aufzeigt und die Diskussion darüber fördert. (jg)

Erstellt: 01.09.2010, 14:25 Uhr

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39 Kommentare

Ursula Haass

01.09.2010, 15:26 Uhr
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Mir haben in Basel (Parfüm-Abteilung Manor) zwei Musliminnen ein Parfüm aus der Hand gerissen - weil es das letzte war - und sind damit an die Kasse geeilt. Als ich sie danach angesprochen habe, haben sie mich in ihrer Sprache (zumindest dem Tonfall, der Mimik und der Gestik nach) beschimpft. Das nenne ich nicht mangelnde Integration, das ist für mich unverschämt und rotzfrech! Antworten


Bruno Waldvogel-Frei

01.09.2010, 14:38 Uhr
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Verbale und tätliche Attacken sind schlimm. Das ist primitiv und zu verurteilen. Aber kann ich jetzt auch bei der Polizei reklamieren, wenn ich als Kuffar, Sohn einer Hure, Affe oder Hund beschimpft werde? Und wenn auf dem Marktplatz schwarze islamistische Kriegs-Flaggen gehisst werden - darf ich dann auch klagen? Das Ganze ist ein zweischneidiges Schwert. Bei der Erziehung fängts an. Antworten



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