Basel

Aus dem Sumpf in den St.-Jakob-Park

Von Marc Krebs und Christian Mensch. Aktualisiert am 21.12.2010 4 Kommentare

Beim neuen Festival Sonisphere wollen St.-Jakob-Park und St. Jakobshalle Hand in Hand arbeiten. Doch diese Kombination birgt auch Komplikationen.

Vor der langen Durststrecke: Das bisher letzte Grosskonzert im St.-Jakob-Park gab Herbert Grönemeyer im Juni 2004.

Vor der langen Durststrecke: Das bisher letzte Grosskonzert im St.-Jakob-Park gab Herbert Grönemeyer im Juni 2004.
Bild: Dominik Plüss

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Heavy-Metal-Festival in Basel

Heavy-Metal-Festival in Basel
2010 ist das Festival Sonisphere in der Ostschweiz im Schlamm versunken. Nun wagen die Organisatoren im nächsten Jahr eine Neuauflage in Basel – und künden einige grosse Namen an.

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Die Gemeinde Jonschwil im Kanton St. Gallen wollte nicht mehr. Das eine Sonisphere-Festival vom vergangenen Juni hatte ihr gereicht; die Schlammschlacht sollte auf ihren Äckern keine Fortsetzung finden. Die Sonisphere-Veranstalterin, die Zürcher Agentur Free & Virgin, machte sich daraufhin auf die Suche nach einem neuen Festivalgelände, klopfte bei verschiedenen Standorten an und landete schliesslich in Basel.

Am 24. Juni 2011, einem Freitag, soll das Heavy-Metal-Ereignis das Birstal bei St. Jakob erschüttern: Im Fussballstadion werden fünf bis sechs Bands vor bis zu 45'000 Zuschauern rocken, darunter Iron Maiden als Zugpferd. In der St. Jakobshalle werden zudem drei Bühnen bespielt. Allein in der grossen Halle werden 9000 Besucher erwartet.

High Risk

Veranstalter Stefan Matthey spricht von einem High-Risk-Projekt mit Millionenbudget. Das Risiko liege aber alleine bei ihm. Dass er damit spielen kann, hat er bewiesen: Am Sonisphere-Festival 2010 standen zwar über 50'000 Besucher im Dauerregen, Matthey schloss nach eigenen Angaben dennoch mit einem Gewinn ab. Für die zweite Festivalausgabe in Basel hat sich der Veranstalter weiter abgesichert und zur Risikominimierung eine gesonderte GmbH gegründet.

Die Basler Sportstadien-Betreiber erhalten mit Sonisphere den Grossanlass, den sie seit geraumer Zeit suchen. Ein «sehr positives Ereignis für den Veranstaltungsort Basel», bemerkt Sabine Horvath, Leiterin des Standortmarketings. Ein «Signal für andere Veranstalter, auch nach Basel zu kommen», meint Thomas Ulrich, Geschäftsführer des Stadionbetreibers Basel United. «Basel braucht wieder ein Festival», sagt schliesslich Michel Loris-Melikoff, Geschäftsführer der St. Jakobshalle.

Einheitliche Regelung gesucht

Neu ist vor allem das gemeinsame Auftreten von Ulrich und Loris-Melikoff. Nachdem sich die Betreiber des St.-Jakob-Parks (Basel United) und der St. Jakobshalle über Jahre hinweg mit Argwohn beobachtet haben, betonen sie nun das Gemeinsame. Doch die Kombination birgt auch Komplikationen: Die Veranstaltungsorte stehen sich zwar gleich gegenüber, doch der eine liegt in Baselland, der andere in Basel-Stadt; die Halle wird staatlich betrieben, das Stadion privat. Es gelten unterschiedliche Regelungen für die Sicherheit, für die Allmendgebühren, für das Catering, für Verkehrsfragen.

Sabine Horvath erklärt, im Januar werde sie einen runden Tisch einberufen, um für den Veranstalter eine einheitliche Regelung zu erreichen. Die Sonisphere wird damit zu einem Testlauf für die «wettbewerbsfähigen Gebühren», die Grossrat Markus Lehmann (CVP) in einer Motion fordert, und zu der die Basler Regierung bereits im Januar einen Bericht vorlegen muss.

Konkurrenz aus Basel

Die grösste Konkurrenz für das Sonisphere Festival kommt pikanterweise aus Basel: Hier ist Act Entertainment domiziliert, die Veranstaltungsfirma von Thomas Dürr, die jeweils ebenfalls im Juni das Greenfield Festival in Interlaken ausrichtet. Beide Festivals konzentrieren sich auf lauten Gitarrenrock.

Während der Standort Interlaken etabliert ist, sind bei Sonisphere in Basel noch manche Fragen ungeklärt. Das Programm werde in den kommenden Wochen eine feste Struktur erhalten. Tickets (150 Franken, inklusive Bahnanreise) gelangen im Januar in den Verkauf. Offen ist, ob es Campingplätze brauchen wird und wie viele Parkplätze nötig sein werden, ebenso, wie Engpässe im Bereich Logistik und Anlieferung vermieden werden.

Ob die Lastwagen an einander vorbeikommen, dürfte Bruce Dickinson, dem Sänger von Iron Maiden, egal sein. Viel wichtiger ist für ihn, dass die Fluglotsen nicht streiken. Der Metal-Sänger arbeitet nebenbei als Frachtpilot und fliegt seine Band jeweils persönlich an die Konzerte. (Basler Zeitung)

Erstellt: 21.12.2010, 07:22 Uhr

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4 Kommentare

Aschy Furrer

21.12.2010, 11:59 Uhr
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Das ist eine Nachricht, welche -zigtausend Rockfans in der Schweiz und dem benachbarten Ausland sehnlichst und freudig erwartet haben! Es wäre äusserst peinlich, würde einmal mehr ein Grossanlass im Joggeli aufgrund des institutionellen "Räppligrabens" zwischen BS und BL nicht stattfinden können. Antworten


Silvano Maître

21.12.2010, 13:07 Uhr
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Das freut mich sehr! Hoffe die Organisation ist besser als im 2010! Antworten



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