Basel

Basel bekommt einen exklusiven Memberclub

Von Raphael Suter. Aktualisiert am 17.08.2013 82 Kommentare

12'000 Franken jährlich bezahlen die Mitglieder im «Club de Bâle». Clublokal wird das Restaurant Spillmann, beitreten dürfen nur 100 sorgfältig ausgewählte Mitglieder.

Die Gründer des exklusiven «Club de Bâle»: Daniela Spillmann und Matthias Müller.

Die Gründer des exklusiven «Club de Bâle»: Daniela Spillmann und Matthias Müller.
Bild: Nicole Pont

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Was andere Städte wie Zürich, Bern oder Davos bereits haben, bekommt nun auch Basel: einen exklusiven Club, der ausgewählten Mitgliedern vorbehalten bleibt. Clublokal wird einer der schönsten Orte in Basel sein: das Restaurant Spillmann am Grossbasler Brückenkopf mit Blick auf den Rhein. In rund einem Jahr soll der «Club de Bâle» im umgebauten Café Spillmann seinen Betrieb für 100 Mitglieder ­starten können.

Hinter dem Projekt stehen die bekannte Unternehmerin Daniela Spillmann und der ebenfalls bestens vernetzte Präsident der Baloise Session, Matthias Müller. Nach zweijährigen Vorbereitungsarbeiten treten sie jetzt mit konkreten Details an die Öffentlichkeit, nachdem die Gerüchteküche bereits seit Monaten über die Idee und mögliche Clubmitglieder brodelte.

Prominent besetzter Vorstand

Müller wird den «Club de Bâle» präsidieren, Daniela Spillmann wirkt als Vizepräsidentin. Im fünfköpfigen Verwaltungsrat sitzen der Medienunternehmer Bernhard Burgener (Highlight Communication, Constantin-Film), der Banker Pascal Böni (Remaco AG) und der Finanzfachmann Stephan Werthmüller (Wenger Plattner, Vorstand FCB). Sie alle haben ein Startkapital von jeweils 60 000 Franken eingeschossen. Weitere 24 Personen zeichnen Partizipationsscheine über je 25 000 Franken. Die Jahresgebühr der Clubmitgliedschaft kostet 12 000 Franken – ­genauso viel wie im bekanntesten Schweizer Memberclub, dem Zürcher «Club zum Rennweg».

Matthias Müller stellt sich einen Club vor, der für Lifestyle, Exklusivität, Seriosität und Diversität steht. Die beiden Geschlechter sollen ebenso vertreten sein wie verschiedene politische Ausrichtungen oder Branchen. «Wir wollen die Basler Macher in unserem Club», betont er. Deshalb sind auch eher Unternehmer als Manager gefragt.

Mitglieder machen Programm

«Wir zählen uns auch nicht zu bestehenden Service-Clubs oder dem Business Club Basel», sagt Müller. «Bei uns machen die Mitglieder das Programm. Und weil wir ein eigenes Clublokal haben, das von Montag bis Freitag geöffnet hat, sind hier Begegnungen zwischen den Mitgliedern und ihren Gästen vielfältiger. Da geht es auch nicht immer nur um das Business.» Daniela Spillmann stellt sich einen aktiven und engagierten Club vor, der auch Ideen für Basel hervorbringt. «Ein blasierter Club hätte in Basel sowieso keine Chance.»

Matthias Müller hat die Idee eines exklusiven Memberclubs schon lange mit sich herumgetragen. Als sich der Verwaltungsrat konstituierte, fehlte das passende Clublokal. «Wir wollten unbedingt eine zentrale Lage und eine gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr», sagt er. Über ein Dutzend Standorte wurden begutachtet und wieder verworfen. Da kam Daniela Spillmann und brachte das gleichnamige Restaurant ins Spiel. «Und davon waren alle natürlich sofort begeistert», sagt Müller.

«Trois Rois»-Architekt am Werk

Daniela Spillmann gelang es, ihre Familie, die über die Rheinsprung AG Besitzerin der Liegenschaft ist, für die Idee zu gewinnen. In Stephan Häberle-Spillmann, dem Sohn des bisherigen Pächters, konnte auch der geeignete Clubmanager gefunden werden. «Beide Parteien fanden Gefallen an der Idee eines Clubs, es war eine Win-win-Situation», freut sich Daniela Spillmann.

Ende September macht das Restaurant Spillmann zu und wird anschliessend von Christian Lang umgebaut. Dieser hat mit seinem Büro Villa Nova Architekten bereits für den Umbau des benachbarten Grand Hotels Les Trois Rois gezeichnet.

Ein Teil bleibt öffentlich

In den Räumen des neuen Clubs ­sollen ein Restaurant, eine grosse Terrasse, Lounge-Bereiche sowie verschiedene Konferenz- und Sitzungsräume entstehen. Die Mitglieder sollen sich hier diskret und ungezwungen – geschützt vor den Augen einer breiten Öffentlichkeit – treffen können. Ein Spitzenkoch soll für das leibliche Wohl sorgen. Dieser ist noch nicht gefunden, doch der Verwaltungsrat wird in dieser Sache von Gault-Millau-Chefredaktor Urs Heller beraten.

Ein Teil der Räumlichkeiten soll weiterhin für das normale Publikum offen bleiben. Ob hier dereinst ein kleines Café oder eine Snackbar entsteht, ist noch nicht entschieden. «Jetzt machen wir erst einmal den Club», sagt Daniela Spillmann.

Zwar ist der «Club de Bâle» offiziell noch gar nicht lanciert worden, doch gibt es bereits 270 Interessenten für eine Mitgliedschaft. Aus ihnen wird nun ein Gremium 100 Personen auswählen, die sich rühmen dürfen, dem edlen Kreise anzugehören. Um welche Namen es sich handelt, wollen Spillmann und Müller noch nicht sagen. «Es werden aber Leute sein, die in Basel bekannt sind, die mit der Stadt verbunden sind und sich für sie auch engagieren», sagt Matthias Müller. (Basler Zeitung)

Erstellt: 17.08.2013, 07:39 Uhr

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82 Kommentare

Margrit Villwock

17.08.2013, 08:35 Uhr
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Nun hat auch in Basel in Jetset Mentalität der Goldküste von Zürich Einzug gehalten, armes Basel! Bisher galt vornehme Zurückhaltung, bescheidenes Auftreten und anonymes Mäzenentum als grosse Tugend der alteingesessenen reichen Basler. Solche Clubs stören den sozialen Frieden in Basel und wir brauchen solche Protzerei für einige wenige in Basel nicht. Antworten


Emil Eugster

17.08.2013, 08:41 Uhr
Melden 359 Empfehlung 25

"Ein Teil der Räumlichkeiten soll weiterhin für das normale Publikum offen bleiben."
Da stellt sich die Frage ob sich diese Leute im Gegensatz dazu als besser als normal oder als abnormal sehen.
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