Basel verwirft Nordtangenten-Anschluss für Allschwil

Aktualisiert am 17.12.2009 16 Kommentare

Der Grosse Rat will die Verkehrsprobleme zwischen Basel und Allschwil lieber mit Schienen- Angeboten als einem Anschluss an die Nordtangente lösen. Er ignoriert damit eine Warnung von Wessels. CVP und LDP zeigen sich nach dem Entscheid besorgt.

Verworfen: Der Allschwiler Nordtangenten-Anschluss (rot). Ob BL die Südumfahrung (orange) will, ist offen. (Grafik: BaZ/reh)

Verworfen: Der Allschwiler Nordtangenten-Anschluss (rot). Ob BL die Südumfahrung (orange) will, ist offen. (Grafik: BaZ/reh)

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Das Parlament lehnte am Donnerstag einen CVP-Vorstoss für diesen Strassenanschluss ab. Der Anzug wünschte konkret Prüfung und Bericht über eine Aufnahme des Anschlusses in den Richtplan sowie rasche Kontakte der Regierungen beider Basel zwecks Realisierung und Bemühungen um Bundesmittel. Laut Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels ist der Strassenanschluss indes bereits im Basler Richtplan.

Wessels warnte vergeblich davor, Baselland mit einer Ablehnung zu ärgern, auch wenn die Regierung eigentlich auf Öffentlichen Verkehr statt Strassenbau setze. Der Anschluss liege planerisch auch noch in weiter Ferne. Er berichte gerne in zwei Jahren, wo man steht, sagte Wessels.

Signal nach Allschwil und Liestal

Doch der Grosse Rat lehnte den Anzug mit 47 gegen 40 Stimmen ab - auch die GLP stimmte mit Rotgrün dagegen. Bundesgelder seien aussichtslos, eine Vorfinanzierung wegen Tunneln auf Stadtgebiet sehr teuer, warnte die SP. Sie regte an, das boomende Allschwiler Bachgraben-Gebiet über angrenzenden französischen Boden besser zu erschliessen.

SP, Grünes Bündnis und GLP erinnerten an ihre wiederholten Forderungen nach Verlängerungen des 8er- und 6er-Trams in den Bachgraben. Auch eine S-Bahn-Haltestelle Morgartenring wurde genannt. Die Südumfahrung ins Birstal, wozu der Strassenanschluss gehört, sei im Baselbiet noch nicht beschlossen, warnte die GLP.

CVP und LDP befürchten weiteren Affront

Die SP sprach von einem «partnerschaftlichen Signal», damit Allschwil und Baselland endlich auf die Schiene setzen. Die EVP erinnerte daran, dass die Gemeinde die Tramverlängerung aus dem Richtplan streichen liess. Die CVP konterte erfolglos mit der Unverbindlichkeit eines Anzugs; die Regierung müsste nur abklären.

Die LDP betonte die Bedeutung des Bachgraben-Gebietes für die Region als Wirtschaftsstandort. Arbeitsplätze generierten Verkehr, ins Elsass mangels ÖV eben oft per Auto. CVP und LDP warnten vor einem weiteren Affront gegen den Nachbarkanton.

Am Mittwoch hatte der Grosse Rat den neuen 48er-Bus, der den Bachgraben mit dem Bahnhof SBB verbindet, aus dem kantonalen ÖV- Programm gestrichen. Rotgrün hatte jenen Bus als untaugliche Scheinlösung kritisiert und Trams gefordert; die Bürgerlichen wollten eine rasche Lösung für die wachsenden Verkehrsprobleme. (jg/sda)

Erstellt: 17.12.2009, 11:59 Uhr

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16 Kommentare

Peter Treier

17.12.2009, 12:32 Uhr
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Eine weitere Bankrotterklärung der Basler Politiker ! Den Buss als untaugliche Scheinlösung erklären... Ich hoffe dass das Baselbiet boomt und nicht jeder in die Stadt muss. Gibt ein ruhiges Basel, zwar ohne Einkommen mehr da alle Firmen wegziehen werden, aber dafür kann dann jeder verbleibende Basler einwenig mit seinem Trämmli spielen... Antworten


jean-pierre neidhart

18.12.2009, 15:02 Uhr
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Wenn 2 Kantone (vor allem die Regierungsvertreter) sich nicht einigen können leidet die Bevölkerung. Die Bevölkerung muss die Regierungen bezahlen. Der nächste Wahltag sollte halt mal Zahltag sein. Antworten



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