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Basler FDP schickt Malama ins Rennen
Aktualisiert am 20.08.2010 17 Kommentare
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Der Basler FDP-Nationalrat Peter Malama bewirbt sich um die Nachfolge von Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Die Parteispitze und der 49-jährige Direktor des Gewerbeverbands Basel-Stadt gaben die schon unmittelbar nach dem Merz-Rücktritt in Aussicht gestellte Kandidatur am Freitag bekannt.
Nominiert wurde Malama einstimmig von der Geschäftsleitung der Basler FDP. Unterstützt wird seine Kandidatur explizit auch von der Liberal-demokratischen Partei (LDP). Die beiden Parteien, die sich auf nationaler Ebene zusammengeschlossen haben, gehen im Stadtkanton weiterhin getrennte Wege.
Teamfähiger Brückenbauer
Der Basler FDP-Präsident Daniel Stolz charakterisierte Malama vor den Medien als liberalen Vollblutpolitiker, der voll ins Bundesratsprofil passe. Ein volksverbundener Teamplayer, der wie Malama Allianzen bilden und Brücken bauen könne, sei in Bern gefragt.
Malama ist bereits der zweite Bundesratskandidat aus dem Kanton Basel-Stadt, der bisher erst zwei Bundesräte stellte und seit 1973 nicht mehr in der Landesregierung vertreten ist. Ins Rennen gestiegen ist auch SP-Regierungsrätin Eva Herzog, die Nachfolgerin von Bundesrat Moritz Leuenberger werden möchte.
Zeit für dritten Basler «überreif»
Für Malama ist die Zeit «überreif» für eine dritte Basler Vertretung im Bundesrat, wie er vor den Medien sagte. Sich selbst positionierte er als Vertreter einer «modernen, urbanen und bürgerlichen Schweiz». Er sieht sich als Wirtschaftspolitiker mit sozialer Sensibilität und ökologischem Verantwortungsbewusstsein.
Aus Sicht Malamas kann nur eine soziale Wirtschaftspolitik nachhaltig sein. Wie die Politik müsse auch die Wirtschaft ihre grosse gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen, zum Beispiel bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. In dieser sieht Malama eine «Zeitbombe für die ganze Gesellschaft».
In den Bundesrat möchte Malama unter anderem, weil der Schlüssel für eine wirtschafts- und agglomerationsfreundliche Bundespolitik seinen Erfahrungen gemäss vorab bei der Exekutive und weniger beim Parlament liege. Die Wirtschaftszentren mit ihren Agglomerationen seien ein wichtiger Pfeiler der Volkswirtschaft und damit des Wohlstands, sagte er.
Erfahrung als Verbandsdirektor
Was die Führung betrifft, verwies Malama auf seine Erfahrungen und sein Verhandlungsgeschick. Als Unternehmer, Verbandsdirektor und Generalstabsoffizier habe er gelernt, Menschen zu führen. Als Gewerbevertreter hätten ihn zudem zähe Verhandlungsrunden mit Verwaltung und Gewerkschaften geprägt, und aus den Parlamenten kenne er auch das Aushandeln politischer Lösungen à fonds.
Malama hatte 2005 bis 2009 im Basler Grossen Rat politisiert. Im 2006 verpasste er knapp die Nomination seiner Partei für die Regierungsratswahlen. Seit 2007 wurde er in den Nationalrat gewählt. Dort gehört er der Sicherheitspolitischen Kommission und der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur an. Im Militär bekleidet er den Rang eines Obersten im Generalstab.
Beruflich ist Malama, der in Basel Wirtschaft studiert hatte, seit 2001 Direktor des Gewerbeverbands Basel-Stadt. Der Vater von drei Kindern gibt als Muttersprache Französisch an - aufgewachsen ist er in einem bilinguen Elternhaus.
Bisher insgesamt acht Nominationen
Nach der Kandidaturankündigung Malamas dürfte die Kandidatenliste der FDP geschlossen sein. Er erwarte keine weiteren Anmeldungen mehr, sagte FDP-Informationschef Noé Blancpain auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Allerdings laufe die Frist erst am Samstagabend ab, Überraschungen seien damit nicht ausgeschlossen.
Nach Stand vom Freitag stehen in der FDP-Fraktion fünf Kandidaturen zur Endauswahl. Die St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter und der Berner Nationalrat und Unternehmer Johann Schneider-Ammann gelten als Favoriten sowohl für die Nomination durch die Fraktion als auch punkto Wahlchancen. Hinzu kommen die Nationalräte Ruedi Noser (ZH), Peter Malama (BS) und Ignazio Cassis (TI).
Für die Nachfolge von Moritz Leuenberger sind bisher offiziell die Kandidaturen von Ständerätin Simonetta Sommaruga (BE), Nationalrätin Hildegard Fässler (SG) und der basel-städtischen Regierungsrätin Eva Herzog angemeldet. Die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr hat einen Entscheid bis am 26. August in Aussicht gestellt. Die Anmeldefrist bei der SP läuft am 30. August ab.
Die SVP, welche angekündigt hatte, am 22. September zuerst den freiwerdenden Bundesratssitz von Leuenberger und - sollte das nicht klappen - anschliessend jenen von Merz anzugreifen, war am Freitag weiter auf Kandidatensuche.
Ihr Nationalrat Peter Spuhler (TG) erteilte der Partei eine Absage als möglicher Kampfkandidat und kritisierte Fraktionschef Caspar Baader. Für die SVP sei klar gewesen, dass Baader antreten werde. (sda)
Erstellt: 20.08.2010, 14:18 Uhr
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17 Kommentare
Wenn dann die Wahlen vorbei sind, dann singen wir zusammen das schöne Liedli: "S'isch jo nu e chlises Träumli gsi"...und das Leben wird weitergehen. Herr Nationalrat Malama und Finanzdirektorin Herzog werden weiterhin ihre Posten behalten...wollen wir wetten?! Antworten
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