Basel

Basler Fasnacht made in Zürich

Von Joel Gernet. Aktualisiert am 01.03.2011 6 Kommentare

Nicht nur am Rhein, auch bei den «Basel Zepf Ziri» an der Limmat steigt das Fasnachtsfieber knapp zwei Wochen vor dem Morgenstreich täglich. Baz.ch hat sich mit dem Obmaa der «Haimwehbasler» unterhalten.

Haimwehbasler kapern das Rheinknie: Die Fasnacht 2010 stand für für die Basler Zepf Ziri unter dem Sujet «Die globali Piraterie – mir kapere alles». (Bild: zvg)

Haimwehbasler kapern das Rheinknie: Die Fasnacht 2010 stand für für die Basler Zepf Ziri unter dem Sujet «Die globali Piraterie – mir kapere alles». (Bild: zvg)

Thomas Schaeppi, Obmaa der Basler Zepf Ziri. (Bild: zvg)

Über die Basler Zepf Ziri

1951 gegründet verfügen die Basler Zepf Ziri heute gegen 60 Aktiv- und über 100 Passivmitlglieder. Da die Heimwehbasler in Zürich keinen Nachwuchs ausbilden können, steht die Clique im Rang einer Alten Garde – obwohl sie vom Jungmitglied bis zum 90-Jährigen TrommlerInnen und PfeifferInnen jeden Alters umfasst. Die Basler Zepf Ziri treffen sich jeden Freitag im Zunfthaus zum Weissen Wind, frei nach dem Motto «Frindschaft pfläge, gmietlig sy, das sell unser Laitwort sy». www.baslerzepf.ch

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Seit sechzig Jahren ist an der Basler Fasnacht auch eine Zürcher Clique unterwegs. Oder besser gesagt: eine Clique aus Zürich. Sie besteht nämlich aus Heimwehbaslern, die ihren Lebensmittelpunkt nach «downtown Switzerland» verlegt haben. Thomas Schaeppi (62), Pfeiffer und Obmann der Basler Zepf Ziri, ist seit 19 Jahren im Amt. Nach der diesjährigen Fasnacht übergibt er das Zepter seinem Nachfolger.

Herr Schaeppi, ist das Fasnachtsfieber unter den Basler Zepf in Zürich schon ausgebrochen?
Ja, schon seit einiger Zeit infolge der Vorbereitungsarbeiten. Gerade, weil wir uns aus der Ferne vorbereiten, ist die Vorfreude hier besonders gross.

Wie regieren die Geschäftskollegen und Zürcher Freunde auf den Basler Fasnächtler in ihren Reihen?
Ausgezeichnet! Uns wird es nie langweilig. Wir haben immer ein Gesprächsthema und das notabene seit vielen Jahren.

Kommt es vor, dass ein Zürcher bei den Basler Zepf mitwirken will?
Ja, das kommt öfters vor, ist aber ein sehr schwieriges Unterfangen. Wir schicken den Interessierten dann in eine Basler Clique.

Ist es in Zürich und Umgebung überhaupt möglich, Marschübungen durchzuführen?
Selbstverständlich – und dies ohne eine spezielle Bewilligung. Da wir die einzigen Basler Fasnächtler in Zürich sind, werden wir immer wieder gern gesehen.

Führen Sie auch fasnächtliche Anlässe in der Limmatstadt durch?
Ja. Unser alljährlicher «Basler Oobe» im Herbst ist bei den Basler Fasnächtlern sehr beliebt. Zu diesem Traditionsanlass kommt jedes Jahr eine Gastclique nach Zürich und wir geniessen in freundschaftlicher Atmosphäre das Gässeln in der Altstadt und das gemütliche Beisammensein in unserem Stammlokal, dem Zunfthaus zum Weissen Wind.

Werden die Basler Zepf an Zürcher Traditionsanlässe eingeladen?
Ja, wir pflegen jährlich einen interkantonalen Austausch. Das heisst, es werden zwei Vertreter von uns ans «Säxi-Lyyte» eingeladen und entsprechend sind zwei Weggenzünfter bei uns eingeladen am Morgestraich. Eine super Lösung, welche die Freundschaft zwischen Baslern und Zürchern enorm festigt.

Wo muss jetzt bei den Basler Zepf noch Hand angelegt werden?
Wir haben bereits alles vorbereitet und es könnte eigentlich losgehen! Jetzt fehlt nur noch der Finish: Ladäärne montieren, Requisit fertig stellen. All das, was in den letzten Stunden noch gemacht werden muss. Ausser den Larven und unserem Zeedel wird alles in Ziri hergestellt. Die Ladäärne wird von einem Haimwehbasler in seinem Atelier in Zürich gemalt und die Kostüme werden seit vielen Jahren in der Schule für angehende Gewandmacher – das sind die Theaterschneiderinnen – angefertigt.

Vergangenes Jahr waren die Zepf als Piraten unterwegs. Darf man schon etwas zum Sujet 2011 wissen?
Eigentlich ist es Tabu, vor dem Morgenstraich über das Sujet zu reden, geschweige denn, es bekannt zu geben. Deshalb werden im Fasnachts-Führer Rädäbäng auch oft verschlüsselte oder verklausulierte Angaben dazu gemacht. Wir gehören ebenfalls noch zu den Spezies, die am Sonntagabend zum Yypfiffe eine abgedeckte Ladäärne in die Stadt bringen.

Die Basler Zepf Ziri 1951 feiern dieses Jahr ihr 60-Jahr-Jubiläum. Ist etwas Spezielles geplant?
Wir empfinden das 2011 nicht unbedingt als Jubeljahr, obwohl das Bestehen der Haimwehbasler in Ziri sicher etwas Besonderes ist. Gefeiert haben wir ausgiebig mit dem 25 und 50 jährigen Jubiläum und der gleichzeitigen Herausgabe einer Jubelchronik – sehr zu empfehlen für alle Interessierten. Wir werden in diesem Jahr ganz einfach unsere Ausflüge und sonstigen Aktivitäten etwas intensiver begehen.

Auf welche Fasnachts-Momente freuen Sie sich besonders?
Zuerst auf die vorfasnächtlichen Veranstaltungen, von denen ich jedes Jahr abwechslungsweise drei bis vier Stück besuche. Gesetzt ist traditionsgemäss das Drummeli. Ansonsten geniesse ich an der Fasnacht alle Momente, es gehört alles dazu – auch der von vielen Fasnächtlern nicht immer geliebte Cortège. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.03.2011, 09:06 Uhr

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6 Kommentare

Susan Simonius

12.03.2011, 19:45 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Stimmt alles, numme:
unsere Pfyffer pfyffe zwoor us em FF aber wenn sie als Pfeifer unterwegs sind sie zwar keine Pfeifen, pfeifen aber ainewäg numme mit einem F.
Susan
Antworten


Anja Hame

01.03.2011, 19:59 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Also ich hörte mal von Heimweh-Baslern aus den USA die auch immer wieder anreisen (alle 2 Jahre glaubs) um hier aktiv teilnzunehmen, weiss aber nicht ob es die noch gibt. Basel exportiert ja mittlerweile auch erfolgreich die Schnitzelbängge nach Winterthur Antworten



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