Basel
Basler Museen künden Vertrag
Von Dominik Heitz. Aktualisiert am 04.09.2010 10 Kommentare
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Sollen Basler Museen beim Museumspass bleiben?
Wegen Unzufriedenheit künden 13 Basler Museen den Vertrag mit dem Schweizer Museumspass auf. Sollen die Museen beim Schweizer Museumspass bleiben?
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Für Theo Wyler käme es einer Katastrophe gleich: «Wenn die Basler Museen nicht mehr mit uns zusammenarbeiten würden, wäre das schlimm für uns», sagt der Geschäftsführer des Schweizer Museumspasses. «Wir sind deshalb immer noch in Verhandlungen über einen neuen Vertrag.»
Doch Eva Keller, Leiterin Museumsdienste Basel-Stadt, sieht es anders: «Wir haben uns um Verhandlungen bemüht – leider ohne Erfolg.» Deshalb werden nun 13 Museen aus der Region Basel ihre Zusammenarbeit mit der Stiftung Schweizer Museumspass per 31. Dezember 2010 nicht mehr fortführen.
Unterschiedliche Bedürfnisse
Bei den Museen, die ab Januar 2011 den Schweizer Museumspass nicht mehr akzeptieren, handelt es sich um folgende: Augusta Raurica, Antikenmuseum mit Skulpturhalle, Historisches Museum mit Barfüsserkirche, Haus zum Kirschgarten und Musikmuseum, Kunstmuseum Basel mit Museum für Gegenwartskunst, Museum BL, Museum der Kulturen, Museum Tinguely, Naturhistorisches Museum und Pharmazie-Historisches Museum.
Schon seit Längerem würden die Bedürfnisse der Geschäftsstelle des Schweizer Museumspasses von jenen der Basler Museen abweichen, sagt Keller. «Vor allem was interne Kommunikation, finanzielle Transparenz und strategische Ausrichtung betrifft, konnte keine Annäherung erzielt werden.» Auf die Frage, ob diese Themen mit anderen Museen in der Schweiz besprochen worden seien, sagt Keller: «Nein, wir haben keine entsprechenden Gespräche geführt; wir wollten keinen Einfluss auf andere Museen ausüben.»
Kritik an Sonderkonditionen
Theo Wyler seinerseits kritisiert, dass die Basler Museen Sonderkonditionen gefordert hätten, welche die Stiftung einfach nicht sofort habe erfüllen können. Ausserdem habe es mit einem der Basler Museen Diskussionen über die Stiftungspolitik in Bezug auf Partnerschaften gegeben – speziell jene mit der Raiffeisenbank, weil deren Kreditkarte als Museumspass gilt. Auch wer über Swiss Travel System eine Reise bucht, hat mit dem Ticket Zutritt zu den Museen. Gegen 100 000 Eintritte würden damit pro Jahr verzeichnet, sagt Wyler, doch sei jenes eine Basler Museum nicht unbedingt an dieser Kundschaft interessiert.
Konkurrenz
Die Geschichte des Museumspasses ist lang und bewegt. Als Schweizer Premiere wurde 1992 der Basler Museumspass eingeführt. Das Beispiel machte schnell Schule: Nur drei Jahre später entstand der Schweizer Museumspass, dem inzwischen über 440 Museen angegliedert sind. Basel gab daraufhin seinen eigenen Pass auf und stieg beim nationalen Pass ein.
Etwa zur gleichen Zeit begann sich die Oberrheinkonferenz Gedanken über einen trinationalen Museumspass zu machen – 1999 wurde er Wirklichkeit. Basler Museen machten auch hier mit. Die Folge: Der Verkauf des Schweizer Museumspasses ging in Basel zugunsten des Oberrheinischen Passes zurück. Es entstand eine Konkurrenzsituation, die bis heute anhält.
Transparenz geschätzt
Mit seinen rund 200 Museen zwischen Olten, Basel, Strassburg und Mannheim entspricht der Oberrheinische Pass offensichtlich den Besuchergewohnheiten eines trinationalen Publikums. «Im Gegensatz zum Schweizer Museumspass schätzt man hier insbesondere die Transparenz in finanzieller Hinsicht, die klare Strategie und die gute interne Kommunikation», sagt Keller – und unterstreicht die Bedeutung des Oberrheinischen Museums-Passes mit Zahlen: Im Jahr 2009 gingen 19 500 Schweizer Museumspässe und 31 700 Oberrheinische Museums-Pässe über den Ladentisch. Im selben Zeitraum wurden in den Basler Museen 28 414 Eintritte mit dem Schweizer Museumspass und 113 732 mit dem Oberrheinischen Museums-Pass gezählt. (Basler Zeitung)
Erstellt: 04.09.2010, 07:31 Uhr
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10 Kommentare
Das Prinzip des Mueseumspasses finde ich ausgezeichnet. Das Interesse ist gross. Zudem ist Basel stark in sogenannten grenzüberschreitenden Lösungen. Mit Blick auf eine zukunftsweisende Vernetzung lässt sich die Konkurrenz durch diplomatische Bemühungen vielleicht zu einem Joint Venture umbauen, mit einem weisen Verteilungsschlüssel. Das könnte viele kunstbegeisterte Herzen höher schlagen lassen. Antworten
Es ist doch legitim ein Vertragszustand nicht weiterführen zu müssen, wenn die Parteien sich nicht einig werden. Das Angebot der Basler Museen darf nicht unterschätzt werden und muss von der Regierung mit finanziellem Bedacht unterstützt werden. Insbesonders bestätigen doch der Basler Museumsdienst mit dem Oberrheinischen Museums-Passes auch ein interessantes Gebiet für unsere Region abzudecken. Antworten
herr morin,was machen sie nun,wollen sie die steuern erhöhen um die museen zu erhalten ,halten sie sich da zurück oder wurden sie aus ihren träumen gerissen,basel als kulturstadt europas zu machen? in ihrem departement läuft so manches schief,denke dabei an den dreispitz,bestes beispiel,wie man steuergelder verlocht Antworten
Als Besitzer einer Raiffeisen EC Karte war ich mit meinen Kindern schon in der ganzen Schweiz in Museen. Natürlich war in allen Basler Museen die nun nicht mehr mitmachen am MPschon mehrmals. Es kam mir auch schon vor das wir nicht willkommen waren. Nun den; es gibt in Zürich, Bern usw noch genügend Museen wo man willkommen ist. Ich warte schon auf die nächste Abstimmung über Kulturbeiträge an BS Antworten
Peinlich für Weltstadt Basel! Am selben Tag, an dem das Ausscheiden von Herzog und Malama aus dem Bundesratsrennen beweint wird und die Pfiffe gegen Alex Frei in St. Gallen das grösste Sportthema sind, geben 13 Basler Museen bekannt aus dem Schweizer Museumspass auszutreten. Was soll die Restschweiz da über die Basler denken? Richtig, grosses Pfeifkonzert! Antworten
Diese "Aktion" kommt im ungüstigsten Augenblick, wo doch das Dossier "Kulturbeiträge" im Landrat auf dem Tische liegt. Erst wird eine Beitragserhöhung gefordert, alsdann werden mit einem Ausstand gedroht. Weiter so, man kann ja auch Kulturbeiträge kürzen ! Antworten



Jörg Müller
Im Bezug auf Raiffeisen Kunden: "Gegen 100 000 Eintritte würden damit pro Jahr verzeichnet, sagt Wyler, doch sei jenes eine Basler Museum nicht unbedingt an dieser Kundschaft interessiert." Aha, Kunst also doch nur für elitäres Publikum und nicht für den Pöbel. Vieleicht sollte man noch mal über staatliche Förderung der Kunst diskutieren. Warum sollen alle Steuerzahler dafür zahlen? Antworten