Basel
Basler Parkhäuser – billig und halb leer
Von David Weber. Aktualisiert am 22.05.2011 43 Kommentare
Umfrage
Verglichen mit anderen Schweizer Städten ist das Parkieren in Basler Parkhäusern günstig. Für rund 25 Franken können Automobilisten einen Tag lang parken – in Genf müssen sie mehr als das Doppelte bezahlen. Sind die Parkhaus-Tarife zu günstig?
Ja
Nein
1216 Stimmen
Das deutsche Reise- und Hotelbuchungsportal www.hotelreservierung.de hat die Parkhaustarife in 112 internationalen Städten verglichen. Das Ergebnis zeigt, dass Basel im internationalen Vergleich zu den teureren Städten gehört. Beim Durchschnittspreis für ein Tagesticket liegt die Rheinstadt mit rund 25 Franken (19.30 Euro) auf Platz 28, wenn auch weit hinter Leader Madrid mit knapp 100 Franken. Im nationalen Vergleich parkiert es sich in Basel aber äusserst günstig.
Zu billig?
In Zürich zahlt ein Autofahrer für einen Tag im Parkhaus 16 Franken mehr als in Basel, Genf ist sogar 30 Franken und Bern immerhin noch neun Franken teurer. Sind die Parkhäuser in Basel also zu billig? Eine Frage, die von Automobil- und Umweltverbänden unterschiedlich beantwortet wird. ACS-Präsident und FDP-Grossrat Urs Schweizer findet solche Vergleiche zwar grundsätzlich interessant, allerdings müssten auch die Betriebskosten und die Auslastungszahlen integriert werden. «Eine Gebührenerhöhung ist in Basel nicht angezeigt», sagt Schweizer. Möglicherweise könnte aber eine Reduktion der Parkgebühren als Lenkungsmassnahme infrage kommen.
Lenkungswirksam
Wie Schweizer verweist auch Stephanie Fuchs, Geschäftsführerin des VCS Sektion beider Basel, auf die «ganzjährig grossen Leerstände» in den Parkhäusern. Der VCS hat 2010 eine entsprechende Studie erstellt. Die durchschnittliche Belegung betrug 39 Prozent. Vor allem die grossen Parkings Messe, City oder Elisabethen wiesen grosse Leerstände auf. Nur kleinere, sehr zentrale Parkings, wie Clara oder Storchen, sind zeitweise voll, vor allem samstags.
Der Grund für die Leerstände: «In Basel sind vor allem die oberirdischen Parkplätze zu billig, nämlich gratis», sagt Fuchs. Diese würden den Parkings vorgezogen. Nur mit «lenkungswirksamen Parkplatzpreisen» könnte ein Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr bewirkt werden. Fuchs erinnert daran, dass die Stimmbevölkerung letztes Jahr eine 10-prozentige Reduktion des Autoverkehrs bis 2020 beschlossen hat. Deshalb sagt die VCS-Geschäftsführerin: «Ja, die Parkhausgebühren sind zu billig.» Wichtiger sei aber, dass die Parkplätze in Parkhäusern attraktiver sind als oberirdische auf der Allmend.
Neues Konzept
Die Regierung nimmt nun einen zweiten Anlauf für eine fast flächendeckende Parkraumbewirtschaftung (BaZ vom 13. Mai), nachdem eine erste Vorlage an der Urne knapp gescheitert war. Im neuen Konzept wurden die Tarife für die Parkkarten gesenkt. Eine Tageskarte in der blauen Zone soll 10 Franken kosten.
«Dumping-Tarife»
Der VCS hält vom neuen Konzept wenig. «Die Parkraumbewirtschaftung wird keine Auswirkungen haben», sagt Fuchs. «Der Verkehr nimmt nicht ab, die Parkings bleiben halb leer, der Suchverkehr in den Quartieren bleibt.» Die «Dumping-Tarife», wie Regierungsrat Hans-Peter Wessels die Parkkartenpreise selbst bezeichnet hatte, hätten keine verkehrslenkende Wirkung.
Für Christophe Haller, Präsident des TCS und FDP-Grossrat, sind allerdings auch die neuen Preise für die Parkkarten immer noch zu hoch. Zu den Preisen der Basler Parkhäuser sagt Haller: Die peripheren Parkhäuser seien billiger als die zentralen und würden den Durchschnittspreis drücken. Im Parkhaus Badischer Bahnhof kostet eine Tageskarte 20 Franken, im Storchen zahlt man tagsüber aber zwei Franken pro halbe Stunde. «Die zentralen Parkhäuser sind gut ausgelastet», sagt Haller. Deshalb brauche es mehr davon in der Innenstadt, zum Beispiel das neue Parking Aeschen. Dann wäre auch der Durchschnittspreis höher.
Beim Kanton, der fünf Parkhäuser betreibt, steht eine Preiserhöhung derzeit nicht zur Diskussion, wie Barbara Neidhart, Sprecherin der Immobilien Basel-Stadt, sagt. Und auf die nationalen Unterschiede angesprochen, sagt sie: «Wir orientieren uns am Basler Markt und nicht an anderen Städten.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 21.05.2011, 07:23 Uhr
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43 Kommentare
Um die Stadt vom Autoverkehr zu entlasten und gleichzeitig die Parkhäuser besser auszulasten müsste das Parkhausticket gleichzeitig als Billet für den ÖV für die Innenstadtzone gelten. Bei gleichzeitiger Umsetzung der anvisierten Parkraumbewirtschaftung sollte dann das Problem eigentlich gelöst sein. Antworten
Soso, die Parkhäuser in Basel seien zu billig... Na, dann erhöht doch die Preise, dann geh ich überhaupt nicht mehr in die Stadt und bringe Geld dorthin (Essen, Kino, Einkaufen etc.) Aber das ist ja egal, auf einen Baselbieter mehr oder weniger in der Stadt kommt es nicht an! Danke für die Abzockergedanken. Antworten
Basel
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