Basel

Basler Polizei übt mit fiktiver Schiesserei in Schulhaus

Aktualisiert am 15.02.2010 14 Kommentare

Nach mehreren Schiessereien an Schulen im Ausland will sich die Basler Polizei auf derartige Bedrohungen in Schulhäusern vorbereiten. Während vier Tagen in der Ferienzeit übt sie deshalb in einem Schulhaus im Kleinbasel den Einsatz bei Amoktaten.

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«Wir müssen solche Situationen üben», sagte der Basler Polizeikommandant Gerhard Lips am Montag vor den Medien. Das Szenario sei anders als bei einer Schiesserei im öffentlichen Raum.

Bei einer Amoktat in einer Schule müsse prioritär der Täter unschädlich gemacht werden. Erst in einer späteren Phase dürften Feuerwehrleute und Sanitäter die bedrohten Menschen betreuen. Normalerweise stehe die Personenrettung im Vordergrund.

Bei der Einsatzübung vom Montag ging man von einer angekündigten Amoktat aus. Im Schulhaus gab es (fiktive) Tote und Verletzte. Laut Lips haben andere Kantone bisher keine derartige Übungen in Schulhäusern gemacht. Es sei auch nicht sinnvoll, dies während der Schulzeit mit den Jugendlichen zu machen - derzeit sind in Basel Fasnachtsferien.

«Leitfaden» und Sicherheitskonzepte in Schulhäusern

Die Kantonspolizei hatte bereits im letzten Jahr zusammen mit dem Erziehungsdepartement einen «Leitfaden für den Umgang mit Bedrohungssituationen» erarbeitet. Dies sei eine Pionierleistung, für die sich andere Kantone interessierten, sagte Lips.

In jedem Basler Schulhaus wurde inzwischen ein Sicherheitsteam bestimmt. Das bestehende Sicherheitskonzept werde bis ins nächste Jahr verbessert, sagte Hans Georg Signer, Leiter Bildung im Erziehungsdepartement.

Konkret soll für jedes Schulhaus ein Sicherheitshandbuch erarbeitet werden, das auch die Notfallorganisation unmfasse. Ausserdem seien Übungen wie die Evakuierung eines Schulhauses geplant.

Keine akute Gefahr

Es sei nicht die Absicht des Kantons, mit dieser Vorbereitung die «heutige Jugend zu stigmatisieren», sagte Signer weiter. Es gebe «weder eine latente noch eine akute spezifische Gefährdungssituation an den Basler Schulen».

Bisher gab es in Basler Schulhäusern weniger als fünf «Drohungssituationen», sagte Signer. In keinem Fall sei die Person ausfindig gemacht worden, die gedroht hatte.

Die grosse Aufmerksamkeit für solche Taten ist gemäss Lips ambivalent: Nach Berichten gebe es auch immer wieder Nachahmer und Trittbrettfahrer. (amu/sda)

Erstellt: 15.02.2010, 12:42 Uhr

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14 Kommentare

Peter Berlepsch

15.02.2010, 14:09 Uhr
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Schön, jetzt wurde also geübt. Über die Prioritäten (Amok, Brand, Erdbeben...) liesse sich natürlich streiten. Die Ankündigung "Konkret soll für jedes Schulhaus ein Sicherheitshandbuch erarbeitet werden" stimmt nachdenklich. Wäre es nicht sinnvoll und zeitgemäss EIN Sicherheitshandbuch für Basler Schulhäuser zu erarbeiten? Im Ernstfall rücken ja kantonale, nicht schulspezifische Einsatzkräfte an. Antworten


reto kobel

15.02.2010, 15:12 Uhr
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Scheingefechte kann man üben soviel man will, im realen Einsatz sieht sowieso alles ganz anders aus, wenn zurückgeschossen wird. Wer sich auch schon mal einen Querschläger eingefangen hat, weiss wovon ich schreibe. Antworten



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