Basel

Basler Verkehrskonzept unter Beschuss

Von Markus Prazeller und Patrick Marcolli. Aktualisiert am 12.11.2010 110 Kommentare

Kaum hatte Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) sein neues Verkehrskonzept Innenstadt präsentiert, hagelte es Kritik aus mehreren Richtungen.

Links: Die Basler Innenstadt soll neu beschildert
und teilweise ein anderes Verkehrsregime erhalten. Rechts: Wird die Mittlere Brücke gesperrt, könnte man die Fussgängerzone im Kleinbasel deutlich vergrössern (roter Bereich). Grafik: BaZ/reh

Links: Die Basler Innenstadt soll neu beschildert und teilweise ein anderes Verkehrsregime erhalten. Rechts: Wird die Mittlere Brücke gesperrt, könnte man die Fussgängerzone im Kleinbasel deutlich vergrössern (roter Bereich). Grafik: BaZ/reh

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Die Regierung will den Verkehr in der Innenstadt beruhigen. Das gestern von Baudirektor Hans-Peter Wessels vorgestellte Verkehrskonzept sieht in der ganzen Innenstadt Tempo 30 vor. Ausserdem soll der Stadtkern autofrei werden. Wenig Freude am Vorschlag des Baudirektors haben die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB). Denn neben den Autofahrern hätten sich auch Bus- und Tramchauffeure an die Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern zu halten. Für die BVB bedeutet dies laut Sprecherin Dagmar Jenny, dass künftig bei Fahrten durch die Innenstadt wichtige Minuten verloren gehen. Pro Linie müsste bis zu einem Kurs mehr eingesetzt werden. Ein Kurs zusätzlich koste die BVB aufs Jahr gerechnet rund 1,5 Millionen Franken, sagt Jenny.

Kritik an Wessels’ Ideen kommt auch von Michael Wüthrich (Grünes Bündnis), Präsident der grossrätlichen Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek). Er zeigt sich gegenüber der BaZ enttäuscht über den «fehlenden Mut» der Regierung. Die von der Regierung vorgesehene autofreie Zone hält er für viel zu klein. «Das Verkehrskonzept beschränkt sich auf kosmetische Änderungen», sagt Wüthrich.

Keine Begeisterung beim Gewerbe

Insgesamt hat die Regierung für die Umsetzung des Konzepts 1,35 Millionen Franken vorgesehen, rund 470'000 Franken davon fliessen in Signalisations- und Markierungsänderungen, 450'000 in Pläne. «Der Grosse Rat hat ein Gesamtkonzept verlangt und keine Zwischenlösung», kritisiert Wüthrich. Unverständlich ist für ihn auch, dass auf die flächendeckende Installation von Pollern verzichtet wird. Der Grosse Rat hatte vor rund eineinhalb Jahren von der Regierung verlangt, die Einführung solcher elektronischer Zufahrtssperren zu prüfen. Das Verkehrskonzept sieht einzig ein Pilotprojekt am Spalenberg vor.

Begeisterung vermag das neue Verkehrskonzept auch beim Gewerbe nicht auszulösen. Urs Welten, Präsident der Vereinigung Pro Innerstadt, kritisiert vor allem die «Benachteiligung des Individualverkehrs» – und spricht sich erneut gegen die geplante Sperrung der Mittleren Brücke für den Autoverkehr aus. «Solange auf der Brücke Trams fahren, macht das keinen Sinn», so Welten. Aus Angst, dass der Grosse Rat wegen dieses strittigen Punktes das gesamte Konzept bodigen könnte, unterbreitet die Regierung dem Parlament die Vorlage in zwei Teilen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 12.11.2010, 07:29 Uhr

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110 Kommentare

Roland Stucki

11.11.2010, 17:31 Uhr
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Toll, wer sich damit nicht abfinden kann ist in der Stadt sowieso am falschen Ort. Antworten


Marc Hirz

11.11.2010, 17:40 Uhr
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Egal, an welchem Tag & um welche Uhrzeit ich in die Stadt ÖV-fahre, sie ist immer "pumpevoll" und die Parkhäuer sind leer. Wo ist also das Problem? Das die Bequemlichkeit gewisser Leute eingeschränkt wird, die am liebsten mit ihrem Hummer bis vors Ladenregal fahren würden? Das Schicksal Basels hängt nicht davon ab, ob 50 oder 30 km/h gefahren wird. Also liebe Autofahrer, stoppt mit dem Geheule! Antworten



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