Basel
Basler Zeitung streicht 22,5 Vollzeitstellen
Aktualisiert am 15.01.2009 27 Kommentare
Das Redaktionsgebäude der Basler Zeitung am Aeschenplatz. (Bild: Roland Schmid )
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Auch die Redaktion der Basler Zeitung bleibt vor den Folgen der allgemeinen Wirtschaftskrise und der sinkenden Erträge bei steigenden Produktionskosten nicht verschont. Nach einer sorgfältigen Analyse der bestehenden Strukturen, Anforderungen und Zielvorgaben hat der Verwaltungsrat der Basler Zeitung Medien an seiner Sitzung vom 15. Januar ein umfassendes Massnahmenpaket beschlossen. Ziel der Aktivitäten ist die Erhaltung des bisherigen Qualitätsstandards der Basler Zeitung verbunden mit einer realistischen Anpassung der Kosten im Produktions- und Stellenbereich.
Neben den technischen und organisatorischen Sparmassnahmen werden insgesamt 22 Vollstellen abgebaut. Acht Mitarbeitende sind von der Kündigung betroffen. In allen anderen Fällen erfolgt die Reduktion durch natürliche Abgänge und Frühpensionierungen. Ein Sozialplan liegt vor.
Die Basler Zeitung wird auch nach der Reorganisation weiterhin als 4-Bund-Zeitung in bewährter Blattstruktur erscheinen. Ebenfalls unverändert bleibt das innovative Kulturmagazin im Tabloidformat. Am Erscheinungsbild der kürzlich zur schönsten Regionalzeitung Europas gekürten BaZ wird festgehalten.
Ein straffer Seitenplan mit punktueller Einsparung je nach aktuellem Bedarf ermöglicht eine kostengünstigere, jedoch nach wie vor flexible Produktion. Der zusätzliche Samstags-Bund «Wochenende» wird per Ende Februar eingestellt; einzelne Rubriken und Gefässe ins normale Redaktionsangebot übernommen. Das «Magazin» erscheint weiterhin als Beilage zur abonnierten Samstag-Auflage. (BZM)
Erstellt: 15.01.2009, 15:42 Uhr
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27 Kommentare
Schade! Die Zeiten von Robert Woodward und Carl Bernstein (Washington Post [Watergate Affäre]) scheinen endgültig vorbei zu sein. Die Leser interessiert viel mehr, ob Paris Hilton die Slipeinlage verrutscht ist. Dazu braucht es keinen investigativen Journalismus mehr. Da genügt Copy und Paste. So erfahren die Basler auch nicht mehr die ganze Wahrheit, was sich in unserem Stadtstaat so tut. Schade! Antworten
Eine Kündigung zu erhalten ist ein wenig schönes Erlebnis. Ich gönne dies eigentlich keinem. Weniger Mitarbeiter bedeutet aber noch weniger Recherche und noch mehr blind einkaufen ohne zu hinterfragen. Was kann man dann noch glauben, was in der BaZ steht!? Jedenfalls noch weniger. Antworten
Abbau der Radaktion um 1/4 ohne Qualitätsverlust. Wie soll das Möglich sein? Also, sollte ich einen Qualitätsverlust der BaZ feststellen, werde ich mein Abo kündigen. Schade, aber wenn ich für eine Zeitung etwas bezahlen soll, dann will ich Qualität und hochstehenden Journalismus! Ich denke so sehen es andere auch, denn im Zeitalter des Internet und der Gratiszeitungen möchte man was fürs Geld! Antworten
@A.Haenggi...gebe Ihnen absolut recht! Herzblatt die Baz hat es wiederholt versaeumt journalist hochstehende Berichterstatung zu bieten! Diese Copy & Paste Menalitaet der -Journalisten- ist beaengstigend aber auch bezeichnend fuer die gresierende Bequemlichkeit in den Schweizer Printmedien. Kritsche und hintergrundbeleuchtende journalismus ist gefragt! Die Basler Zeitung hat nicht mehr viel Zeit! Antworten
"... die Redaktion der Basler Zeitung bleibt vor den Folgen der allgemeinen Wirtschaftskrise und der sinkenden Erträge bei steigenden Produktionskosten nicht verschont." Erstaunlich: Die entlassenen Mitglieder der Redaktion bleiben also "vor" den Folgen verschont: Es könnte noch schlimmer werden, aber nicht mehr für sie. Die Korrektoren haben das Schiff offenbar ohnehin schon verlassen. Antworten
quartierblaettchen steigern ihre auflagen - grosse zeitungen stagnieren - zeit fuer eine kleine kritik - baz. eine zeitung mit profilneurose ? mit idenditaetsverlust ? mit starken abflachungstendenzen ? = mit selbstverleugnung ? baz und tagesanzeiger zusammen? schuettelfrost ueberkommt mich. Antworten
Was die Entlasssungen anbelangen,ist hier keine Rede mehr wert.So einfach übergeht man heute dieses Thema.Klar besteht ein Sozialplan und es gibt Frühpensionierungen.Zum Glück! Es gibt nämlich auch Betriebe,die langjährige Mitarbeitende kurz vor der Pensionierung ohne Sozialplan entlassen und die Frechheit haben bei den zuständigen Ämtern Kurzarbeitsentschädigung zu beantragen.( z.B. in Wädenswil) Antworten
So wie das alles nun aussieht, wird auch die stolze BaZ "ziemlich" viel Federn lassen müssen, das ganze Szennario war ja schon, auch ohne Krise voraussehbar, wir leben eben in einer äusserst "schnelllebigen Zeit" und es bewahrheitet sich halt immer und immer wieder "Hochmut" kommt vor dem "Fall". Ich hoffe das dieses Fiasko wenigstens für die treuen BaZ-Mitarbeiter ein gutes Ende nehmen wird! Antworten
Sehr schade, dass diese für uns Basler wichtige Zeitung zu solchen Massnahmen greifen muss. Ich finde die BaZ ein hervorragendes Blatt, inhaltlich breitgefächert und sehr professionell gestaltet. Hoffentlich verdrängen die banalen und redaktionell bedeutungslosen Gratiszeitungen nicht noch ganz die engagierte Presse. Antworten
Es ist das bittere Los bald aller Tageszeitungen dass Personal abgebaut wird. Sogar die ehrwürdige NZZ musste kürzlich Leute entlassen, auch in der Redaktion. Wenn das so weitergeht, dann braucht es bald einmal nur noch eine Zeitung für die ganze CH, mit Regionalteilen, mehr nicht. Die BAZ mit den oft dürftig geschriebenen Artikeln ist leider überflüssig geworden. Antworten
Bin gespannt, ob dieser Kommentar publiziert wird: Wie lange geht es noch, bis sich die BaZ unter das Dach der "Tamedia" flüchtet? M.E. hat die BaZ auch immer wieder durch einseitige Stellungnahmen (z.B. Messeneubau) unzählige Leser und Abonnenten vor den Kopf gestossen, als Monopolblatt würde ihr Ausgewogenheit und Neutralität besser anstehen! Antworten
Wir haben zu viele Gratiszeitungen, daher werden die Werbeaufträge einfach aufgeteilt. Schade für die BAZ, welche trotz weniger Personal eine anständige Zeitung herausgibt. Leider finde ich das Format nicht mehr zeitgemäss und würde es begrüsssen, wenn das Format dem "bazkulturmagazin" bzw. dem "Magazin" vom Samstag angepasst wird. Ich vermute, dass dies auch ein Grund von Abo-Kündigungen ist. Antworten
Seit dem Relaunch gefällt mir die Baz im Erscheinungsbild nicht mehr. Viel zu viele Bilder -notabene alle farbig. Die Zeitung erinnert mich leider an den Boulevard...und das sanfte, auf prakt. jeder Seite- grün hellt nun wirklich nicht auf. Weniger Bilder ist mehr! Mehr Text! Ich schliesse mich meinem Vorredner an, betr. Wetterkarte. Die finde ich überdimensioniert. Antworten
Komme auch aus der Branche und war auch schon in einem Verlag, wo aus wenig Manpower das Beste (eben nicht das Beste) rausgekitzelt werden musste. Der Federlass bedeutet nichts anderes als Reduzierung der Qualität journalistischem Inhalts. Heutzutage muss unbedingt jeder die 150% aus sich rausquetschen, egal wie das Endergebnis aussieht. Mich nerven schlechte und fehlerhafte Artikel. Antworten
Aus betriebswirtschaftliche Sicht verständlich, dass eine Verlagsleitung nicht in rote Zahlen rutschen möchte. Was für mich jedoch schon seit längerem klar ist, dass die neue Philosophie von Gratiszeitungen und auch der übermässigen Abhängigkeit von Werbeeinahmen dies so verursacht hat. Wer garantiert uns heute und morgen da noch die freie Pressemeinung. Die Politik ist meiner Meinung gefordert. Antworten
Um das "Wochenende" ist es weissgott nicht schade, ich habe diesen überflüssigen Teil eh nie gelesen. Dass das Magazin beibehalten wird, ist super, denn dieses ist wirklich gut gemacht. Sparen könnten Sie noch bei der iaufgeblähten Wetterseite, die ist wirklich so ausführlich nicht nötig, es gibt ja auch ein Internet, welches so oder so viel aktueller ist als das am Vortag Gedruckte. Antworten



John Falstaff
Die kurzfristige Sparmassnahme ist verheerend. Schade. Gerade unser schön korrupter & inkompetenter Stadtstaat böte unglaublich viel Gelegenheit, saftigen Kampagnenjournalismus zu betreiben. Die IWB-Story war prima, aber es gab noch unzählige weitere Geschichten. Die Ansätze waren gut, aber viel zu wenig aggressiv. Die kleinen Leute haben die Nase voll. Macht doch die Mischler & Profiteure fertig Antworten