Beide Basel wollen identische Schulstrukturen
Aktualisiert am 21.12.2009 3 Kommentare
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Die entsprechenden Vorlagen wurden am Montag in Basel den Medien präsentiert. Die zwei Kantone sollen den Konkordaten betreffend Schulharmonisierung (HarmoS) und Sonderpädagogik zeitgleich beitreten und Anpassungen der kantonalen Schulgesetze vornehmen.
Ziel ist eine identische, mit HarmoS kompatible Schulstruktur in den beiden Basel, was teils erhebliche Änderungen im bestehenden Schulsystem nötig macht. Die Volksschule gliedert sich dabei in zwei Jahre Kindergarten, sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Sekundarschule. Danach folgen Gymnasium, Berufsmatur, Lehre oder anderes.
Änderungen in beiden Kantonen
Dazu muss in Baselland die bisher fünfjährige Primarschule zu Lasten der Sekundarschule um ein Jahr verlängert werden. In Basel- Stadt werden die dreijährige Orientierungsschule und die zweijährige Weiterbildungsschule gestrichen; die Primarschule soll dafür zwei Jahre länger dauern. Neu soll es eine Sekundarschule geben.
Der Übertritt ins neu vierjährige Gymnasium ist - wie jener in die Berufslehre - erst nach Abschluss der Volksschule geplant. Weiter soll das Einschulungsdatum in halbmonatigen Etappen über sechs Jahre verteilt von Ende April auf Ende Juli verschoben werden. Angestrebt werden auch einheitliche Leistungstests und gemeinsame Abschlussverfahren.
Handlungsbedarf
Bisherige Reformen seien nicht vergeblich gewesen, sagte der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich vor den Medien. Die beiden Basel seien aber in der Schweiz «zunehmend einsam» dagestanden. Mit den neuen Vorlagen würden sie landesweit kompatibel zu anderen laufenden Reformen.
Einige Punkte sollen auch auf den Aargau und Solothurn abgestimmt werden. Die Regierungen beider Basel sowie der Kantone Aargau und Solothurn hatten am Freitag eine Vereinbarung publiziert für die verbleibende Kooperation im Bildungsraum Nordwestschweiz, nachdem der einst geplante Staatsvertrag im Aargau am Volk gescheitert war.
In Basel-Stadt, wo das Schulsystem weit stärker als im Baselbiet umgebaut werden soll, seien heute noch die harten Konflikt-Fronten der letzten Schulreform zu spüren, sagte Erziehungsdirektor Christoph Eymann. Er bat daher nun um Offenheit im Hinblick auf stark veränderte Lebensgewohnheiten und Anforderungen auch der Wirtschaft.
Riesiges Projekt
Die Reform sei mit einer Hundertschaft Einbezogener ein kolossales Projekt, betonte Eymann. «Bedächtig vorgehen» sei angezeigt angesichts der Abstimmungstesultate in Aargau und Solothurn. Am Zug sind nun Landrat und Grosser Rat; verhandeln müssen aber auch die Sozialpartner sowie Baselland und die Gemeinden als Träger der Primarschulen.
Die Projektkosten werden in Basel-Stadt für die Einführung auf 40 Millionen Fr. beziffert - das betrifft vor allem Weiterbildung, Entlastung und Evaluation. Dazu kommen Raum-Investitionen von etwa 2,4 Millionen bei der Projektierung und 53 Millionen Fr. bei der Umsetzung. Später ohnehin nötige Schulhausbauten dürften weitere 100 Millionen Fr. kosten.
Wiederkehrende Mehrkosten wegen der Reform sollen im Stadtkanton von tieferen Lohnkosten wegen den geänderten Schulstufen kompensiert werden. Idealerweise wechseln Lehrpersonen freiwillig die Schule, hiess es. Garantiert werden soll beidseits der Birs ein Lohnklassen- Besitzstand während zehn Jahren.
Derweil rechnet das Baselbiet für Besitzstandwahrung bei den Lehrerlöhnen mit 4,35 Mio. Fr., neben 32,07 Mio. Einführungskosten sowie 5,16 Mio. Fr. für «Bildungsraum»-Projekte. Die Kosten des Schulbetriebs sollen künftig unter dem Strich gut 4,8 Mio. Fr. tiefer ausfallen. (jg/sda)
Erstellt: 21.12.2009, 13:26 Uhr
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3 KOMMENTARE
@Trümmer: leider taugt Ihr Vorschlag für BS wenig, denn unser Schulsystem war lange +/- so, wie Sie es beschreiben und eine Rückkehr dorthin könnte zwar sein, darf aber nicht. Wo kämen wir auch hin, wenn wir uns rückwärts orientierten? Für Basel gilt sowieso primär dies: endlich ein vernünftiges Schulsystem einführen und endlich das ständige Reformieren der Schule beenden.
Sensationelles aus dem "weltoffenen"Doppelkanton Basel. Das ,was ihr als Errungenschaft verkauft- hatten wir im Hauptschema schon vor 70 Jahren in den sog uktramontanen(Hinter den Bergen) Kantonen der Innerschweiz..Was bei uns einzig unbekannt war die Berufs- matur.N.b.Die Gde.Emmen/LU hatte seinerzeit die beste Schule der Zentralschweiz-dank hervoragenden und voraus sehenden Industriellen.
Das Aargauer Schulsystem finde ich weitaus besser: 5 Jahre Primar, 4 Jahre Oberstufe wo die SchülerInnen je nach Schulnoten/Leistung in die Real-, Sekundar- oder Bezirksschule eingeteilt werden (dumme, aggressive Schüler mit Strebern zusammenzuführen passt einfach nicht), optional 1 Jahr Diplommittelschule, oder dann gleich 4 Jahre Berufslehre oder Kantonsschule (Gymnasium).
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