Basel

Beiträge für das Sportmuseum abgeschmettert

Aktualisiert am 25.02.2011 2 Kommentare

Die Bildungs- und Kulturkommission des Grossen Rats spricht sich einstimmig gegen Betriebsbeiträge ans Sportmuseum Schweiz aus. Grund sind zahlreiche offene Fragen sowie Kritik in Bezug auf die Verwendung der Gelder.

Tennisschläger und Badmintonbälle: Blick in das Lager des Sportmuseum in Birsfelden. Das Museum selber steht an der Missionsstrasse in Basel.

Tennisschläger und Badmintonbälle: Blick in das Lager des Sportmuseum in Birsfelden. Das Museum selber steht an der Missionsstrasse in Basel.
Bild: Dominik Plüss

Mit ihrem am Freitag vorgelegten Bericht nimmt die Kommission Stellung zu einem Ausgabenbeschluss, der auf ein vorgezogenes Budgetpostulat von 2009 zurückgeht. Gemäss dem Beschlussentwurf sollten für 2010 bis 2012 jährlich 150'000 Franken als Grundsubvention an die Stiftung Sportmuseum Schweiz gehen.

Die Kommission anerkennt zwar die Arbeit des Sportmuseums. Aufgrund seiner Strukturen und Tätigkeit sei es jedoch schwer mit andern Museen vergleichbar oder überhaupt als Museum erkennbar zu machen, hält sie im Bericht unter anderem fest. So bestehe beispielsweise kein eigentlicher Grundbetrieb mit Öffnungszeiten.

Viele offene Fragen

Bei den Plänen für ein «Begehlager» sei nicht sichtbar, wie die Finanzierung zustande kommen könnte; die Anzeichen wiesen zudem auf einen Standort ausserhalb von Basel-Stadt hin. Das Personal sei sodann mehrheitlich an eine Betriebsagentur ausgelagert, und der Eindruck entstehe, dass der ausgelagerte Projektbetrieb quersubventioniert würde.

Zu wenig klar sei auch, dass die Subvention - wie bei andern Museen - bewirken würde, die Sammlung zu erhalten, zu pflegen und zugänglich zu machen. Völlig unklar blieben die tatsächlichen Besucherzahlen. Fragen bestünden sodann zu Finanzierungen durch den Kanton Baselland, wo ebenfalls ein Postulat hängig ist, oder durch Swiss Olympic.

Mit 8 Stimmen bei einer Enthaltung stellt die Kommission daher Antrag auf Ablehnung des Grossratsbeschlusses. Es sei ihr bewusst, dass dies für das Sportmuseum existenzielle Probleme mit sich bringen könne; sie sei jedoch auch dem Souverän verpflichtet, Subventionsanträge nur dann zu stellen, wenn sie überzeugt sei, dass öffentliche Gelder planvoll investiert würden. (jg/sda)

Erstellt: 25.02.2011, 13:29 Uhr

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2 Kommentare

rene huber

25.02.2011, 13:34 Uhr
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lieber viel Geld ins Theater stecken, als sehr wenig Geld in ein Sportmuseeum. Antworten


Dominique Rudin

22.03.2011, 11:50 Uhr
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Nachdem ein 'normaler' Betrieb durch die städtischen Sparmassnahmen der 1990er verunmöglicht wurde und seit Jahren vergeblich auf Swiss Olympic geschielt wird - ein Verband, der mit der kulturhistorischen Ausrichtung des Museums nichts zu tun hat -, wird ein (wohl notgedrungen) innovatives Konzept abgestraft, weil es nicht ins Schema X passt. Ein Trauerspielstand von 8:0. Antworten



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