Basel
Bier-Direktimporte als Protestaktion: Wirteverband nennt Zahlen
Von Michel Schultheiss. Aktualisiert am 15.02.2012 4 Kommentare
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Die Direktimporte des Wirteverbands laufen gut. Um Druck auf die Getränkekonzerne aufzubauen und die Kosten zu senken, bezieht der Verband Bier, Cola und Schweppes aus dem EU-Raum. Bereits seit 2006 importiert der Wirteverband ein bayrisches Fassbier, dessen Preis weit unter demjenigen von Feldschlösschens liegt. Das «Maximilians», welches er über die Theo Rietschi AG in Arlesheim vertreiben lässt, kostet 1.79 Franken pro Liter – rund 46 Prozent weniger als Lagerbier und Hopfenperle aus der Rheinfelder Brauerei. «Wichtig ist, dass es beim Fassbier überhaupt eine günstige Alternative gibt. Dies ermöglicht es auch kleinen Wirten, sich gegenüber den Grossbrauereien eine bessere Verhandlungsposition zu verschaffen», meint Maurus Ebneter, Vorstandsdelegierter des Basler Wirteverbandes. Ebneter betont, dass es sich um eine Protestaktion handelt.
Kein Kerngeschäft des Wirteverbandes
In Basel gibt es erst zwei Betriebe, welche auf die bayrische Alternative Maximilians gesetzt haben. Es habe aber schweizweit diverse Anfragen gegeben, kürzlich allein zwölf innerhalb einer Woche. Noch grösseres Interesse herrscht bei nichtalkoholischen Getränke wie Coca-Cola und Schweppes. Die Firma Ausländische Biere AG vertreibt im Auftrag des Wirteverbandes kleine Mehrwegflaschen aus Deutschland. Weit über hundert Betriebe in der Region Basel beziehen direkt importierte Softdrinks. Neu sind auch 20cl-Fläschchen von Coca-Cola erhältlich. In der Schweiz ist deren Listenpreis mit 1.23 Franken rund zehn Rappen höher als beim 33cl-Fläschchen. Das Importprodukt der Basler Wirte wird für 84 Rappen geliefert, was diesen Preis um gut 32 Prozent unterbietet.
«Der Getränkehandel gehört nicht zu unserem Kerngeschäft», betont Josef Schüpfer, Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt. «Es ist auch nicht unser vorrangiges Ziel, Marktanteile zu erobern. Es geht vielmehr darum, dass es in der Schweiz überhaupt eine preisgünstige, qualitativ überzeugende Alternative gibt.» Ebneter findet, dass in der Schweiz in Sachen Bier und Softdrinks ein stillschweigendes Preiskartell herrsche. Regionale Brauereien könnten dabei die Marktposition Feldschlösschens kaum anfechten. Zudem seien kleinere Gastronomie-Betriebe durch Verträge an den Grossproduzenten gebunden, meint er. In der aktuellen Ausgabe des Verbandsmagazins "à la bâloise" werden deshalb auch deutliche Worte gesprochen: «Solange die Gastronomie-Einkaufspreise in der Schweiz nicht deutlich sinken, werden wir den Druck erhöhen.»
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.02.2012, 17:02 Uhr
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