Billig-Hotel will Basel erobern

Von Markus Prazeller. Aktualisiert am 14.05.2009 1 Kommentar

Ende Mai eröffnet die französische Hotelkette Ibis in der Nähe des Bahnhofs SBB ihre erste Basler Filiale. Das Konzept ist klar: unkompliziert, zentrumsnah und billig.

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Aussenansicht des neuen Ibis Hotels
Bild: Henry Muchenberger

   

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Wie eine Hotel-Rezeption sieht der Eingangsbereich des Neubaus an der Ecke Güter-/Margarethenstrasse noch nicht aus. Auf dem Boden liegen Teppichrollen, die Empfangstheke ist in Plastik gehüllt. Überall arbeiten Handwerker, mit Pinseln, Traufeln und Schraubenziehern. Und mittendrin Leandro Renggli, 26-jährig, Hoteldirektor. Weniger als zwei Wochen bleiben ihm noch, um aus der Grossbaustelle ein einladendes Hotel zu machen. «Es wird eine Punktlandung. Am 27. Mai eröffnen wir das Hotel, am Abend davor werden wir die letzten Arbeiten abschliessen», sagt Renggli und grinst. Damit dieser Terminplan eingehalten werden kann, krempelt der junge Chef auch selbst die Ärmel hoch: «Wenn es darum geht, das Mobiliar ins Zimmer zu tragen, stehe ich auch mal im Träger-Shirt da», sagt der Zürcher, der vor seinem Stellenantritt in Basel Direktionsassistent im Ibis-Hotel in Zürich war.

Bewährtes Konzept

Mit der Filiale im Gundeli wagt die französische Hotellerie- Kette Accor, zu der neben Ibis auch Marken wie Etap oder Novotel gehören, erstmals den Schritt nach Basel. Es ist die 16. Filiale in der Schweiz. Auch hier setzt Accor auf das in über 40 Ländern bewährte Ibis-Konzept: Zentrale Lage, günstige, einheitliche Zimmer und ein 24-Stunden-Bar-Betrieb. Restaurant gibt es keines, dafür ein Boulevard-Café, das auch Passanten offensteht. «Die Ausstattung von Ibis- Hotels ist in der ganzen Welt die gleiche. Der Kunde weiss immer, was ihn erwartet – egal ob er das «Ibis» in Basel oder Berlin bucht», sagt Accor-Sprecher Jürg Sigerist. Für Ibis-Direktoren wie Leandro Renggli bedeutet das, dass sie in Konzept- und Einrichtungsfragen wenig bis keine Freiheiten haben. Für Renggli ist das kein Problem: «Es gibt genug andere Dinge, auf die ich Einfluss habe. Zum Beispiel die Preisgestaltung oder das Getränkesortiment.»

Was das Gebäude, dessen Kauf 17 Millionen Franken teuer war, von anderen Ibis-Hotels abhebt, ist sein Äusseres. Die «Kassetten-Fassade» von Architekt Ariel Dunkel ist ein architektonischer Blickfang im Gundeli. Der Bau bietet Platz für 112 Zimmer. Trotz einzigartiger Fassade bezeichnet sich auch das Basler Hotel nach Ibis-Konzeptvorgabe als «Zweisterne-Business-Hotel».

Zur Zielgruppe gehören vor allem Geschäftsleute, die unkompliziert und zentrumsnah übernachten möchten. Das Zimmer mit Doppelbett kostet am Wochentagen 139 Franken (ohne Frühstück), am Wochenende 109 Franken pro Tag. «Alle Zimmer sind mit einer geräumigen Dusche, einem Flat-Screen und Wireless-Internet ausgerüstet», sagt Renggli. Obwohl Accor noch kaum Werbung für die neue Filiale gemacht hat, würden die Buchungen schon sehr gut laufen, sagt der Direktor. Sehr gut ausgelastet sei das Hotel im Juni, wenn die Kunstmesse Art Basel ihre Tore öffne.

Hohe Meslatte

Genaue Zahlen nennt Renggli nicht. Das Ziel des Mutterhauses ist aber unmissverständlich. «Einige Ibis-Hotels der Schweiz haben eine Auslastung von 100 Prozent. Unter 60 Prozent ist keines», sagt Accor-Sprecher Sigerist – das dürfte die Messlatte für den jungen Direktor sein. (Basler Zeitung)

Erstellt: 14.05.2009, 14:40 Uhr

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1 Kommentar

Ronnie König

14.05.2009, 15:54 Uhr
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«Es gibt genug andere Dinge, auf die ich Einfluss habe. Zum Beispiel die Preisgestaltung oder das Getränkesortiment.» Toll da nehm ich den Zürcher aber beim Wort und alle Kleinbrauer im Kanton sollen dies auch tun. Antworten



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