Basel

Breite Front für die Tunnelvariante

Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 27.10.2010 4 Kommentare

Das Bundesamt für Strassen prüft neu auch eine A2-Osttangente in Tieflage. Dies stösst in Basel auf die grösstmögliche Zustimmung.

Eine solche Einmütigkeit in der Basler Politik ist äusserst selten. Vertreter aller Regierungsparteien sowie der SVP plädieren für eine Tunnelvariante der Osttangente zwischen dem Schwarzwaldtunnel und dem Gellertdreieck. Damit erhöht sich der Druck des Kantons auf das Bundesamt für Strassen (Astra). Das Astra bestätigte diese Woche, dass es einen Tunnel prüft. Zuvor hatte es stets für einen oberirdischen Ausbau der A2 auf sechs Fahrspuren zwischen der Verzweigung Hagnau und dem Schwarzwaldtunnel plädiert. Dies sei die wirtschaftlichste Lösung. Gegen diese Pläne regte sich jedoch massiver Widerstand in den betroffenen Quartieren, vor allem in der Breite und im oberen Kleinbasel.

Forderung erfüllt

Dass das Astra nun auch einen Tunnel in Betracht zieht, findet bei Basels Linken Zustimmung. Tanja Soland, Chefin der SP-Grossratsfraktion, bezeichnet das behördliche Umdenken als «wunderbar». Mit der Prüfung werde jene Forderung erfüllt, die sie in einem parlamentarischen Vorstoss formuliert habe. Michael Wüthrich (Grüne), Präsident der grossrätlichen Verkehrskommission, spricht von einem «tollen Vorschlag».

Bei den Bürgerlichen klingt es ähnlich. LDP-Verkehrspolitiker Heiner Vischer findet die jüngste Entwicklung «begrüssenswert». Eine Verbreiterung der Autobahn sei für Basel «ein No-Go», sagt CVP-Parteipräsident Markus Lehmann. Urs Schweizer (FDP) glaubt, dass mit der unterirdischen Strassenführung eine «Bausünde» beseitigt würde. Und SVP-Präsident Sebastian Frehner ist überzeugt: «Dies würde das Stadtbild verbessern.» In allen Parteien ist man sich einig, dass die Versenkung der Autobahn für die betroffenen Quartiere eine riesige Aufwertung bedeuten würde.

Streit um Kapazitätsausbau

Sicher ist, dass ein Tunnel teuer würde. Bereits ohne Untertunnelung belaufen sich die Projektkosten auf rund 1,6 Milliarden Franken. Die Stadt müsste sich an den Mehrkosten beteiligen, glaubt Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP). Dessen sind sich die Basler Politiker bewusst. Frehner sagt: «Wenn es einigermassen finanzierbar ist, darf für ein solches Projekt schon Geld ausgegeben werden.» Lehmann stimmt ihm zu: «Man kann als Kanton nicht nur fordern und sich nicht an den Kosten beteiligen.» Uneinig sind sich Basels Parlamentarier bloss bei der Frage, ob die Untertunnelung gleichzeitig zu einer Kapazitätserweiterung der Autobahn führen darf. «Eine Erhöhung kommt nicht infrage», findet Wüthrich. Bei den Bürgerlichen sieht es anders aus: Vischer weist darauf hin, dass Prognosen von einer starken Zunahme des Verkehrs ausgingen. Deshalb sei ein Ausbau zwingend.

Freude am Umdenken des Astra haben die Anwohnerorganisationen, die sich gegen den Ausbau der Osttangente wehren. «Für uns kommt nur eine Untertunnelung infrage», sagt Bruno Keller vom Verein «Ausbau Osttangente – so nicht». «Alles, was den Verkehr, den Lärm und die Luftverschmutzung reduziert, ist gut», findet Iris Deuber von der IG Osttangente. (Basler Zeitung)

Erstellt: 27.10.2010, 12:17 Uhr

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4 Kommentare

Michael Palomino

28.10.2010, 06:04 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Eigenartig: Neue Autobahnen in Tunnels werden gebaut wie Sand am Meer, aber eine S-Bahn vom Flughafen über St-Luis nach Allschwil und dann nach Binningen und zum Hauptbahnhof, die dann eventuell nach Birsfelden und nach Riehen geht, und sich über Weil am Rhein wieder dem Flughafen nähert, gibt es nicht. Man könnte mit einem S-Bahn-Ring unter der Erde den Autoverkehr REDUZIEREN. Antworten


Marco Lardi

27.10.2010, 19:06 Uhr
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Bis die Untertunnellung durch alle Instanzen durch ist, dauert es bestimmt wieder 20 Jahre. Nu sollen die Parteien "Dampf" machen, damit das Projekt in 2 ZWEI Jahren angefangen wird. Es braucht Politiker die sich durchsetzen und nicht solche die an jede "Hundsverlochete" Essen gehen. Antworten



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