Basel
Cliquen respektieren Rauchverbot
Von Ralph Schindel. Aktualisiert am 22.02.2011 9 Kommentare
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«D Fasnacht isch uss Trotz gebore», lautet ein Motto vieler Fasnächtler. Und auch Fümoar-Sekretär Thierry Julliard führt den Satz gerne an, wenn es um das Rauchverbot in Cliquenkellern während der Fasnacht geht. Die Verwaltung will das Verbot durchsetzen und auch Kontrollen durchführen (BaZ vom Samstag). Diese scheinen aber gar nicht nötig zu sein. Wie eine nicht repräsentative Umfrage der BaZ zeigt, ist es mit dem Trotz der Fasnächtler nicht weit her, alle angefragten Cliquen wollen sich an das Rauchverbot halten.
Die Schotte-Clique hält das Rauchverbot in ihrem Keller an der Rebgasse ein – und das nicht erst an der Fasnacht. «Bereits am Kleinbasler Kellerabstieg im letzten November rauchten alle draussen», sagt Kellerchef Mario Sormani. Dafür hätten die Hausbewohner reklamiert, weil manchmal bis zu 30 Personen auf der Strasse geraucht hätten. «Zudem machen wir weniger Umsatz», sagt Sormani. Das hat auch Ueli Richterich von der Guggemuusig Mohrekopf mit ihrem Keller an der Klybeckstrasse festgestellt. Der «Raucher ohne Fümoar-Ausweis» findet aber, dass Kontrollen nichts bringen. «An der Fasnacht könnte man ja eine Ausnahme machen.»
Kontrolleure können kommen
Kein Problem mit dem Verbot hat die Rätz mit ihrer Rätz-Stadt unter dem Claraplatz. Die Räume sind abgesehen von einem unbedienten Fumoir rauchfrei. «Die Kontrolleure können kommen», sagt Burgermeister Franz Haerri, ein ehemaliger Raucher. Er glaubt aber nicht, dass das Thema «so heiss gegessen» werde. Auch die Breo-Clique will an der Fasnacht ihren Keller an der Bäumleingasse rauchfrei halten. Erfahrungen habe man aber noch keine gemacht, erklärt Obfrau Tanja Colin-Kuny.
Der Keller des Barbara-Clubs am Klosterberg ist seit dem 11. Januar dieses Jahres rauchfrei. Der Entscheid fiel an einer ausserordentlichen Generalversammlung, nachdem der Vorstand den Probenabend am Dienstag bereits für rauchfrei erklärt hatte. Mitglieder verlangten daraufhin eine ausserordentliche Generalversammlung. «Dabei wurde sogar ein generelles Rauchverbot klar angenommen», sagt Obmann Jean-Jacques Isler, der selber Raucher ist. «Wir hätten aber so oder so für die Fasnacht auf einem Rauchverbot bestanden, auch wenn wir an der GV gescheitert wären.» Die Kontrollen durch die Verwaltung findet Isler «komisch» und «übertrieben»: «Wie wollen die das handhaben?»
Keine Vorgaben an den Kellerwirt
Der Keller der Alti Richtig (ARI) an der Bäumleingasse bleibt in diesem Jahr ebenfalls rauchfrei, wobei er das schon in den letzten Jahren mehrheitlich war. Die ARI lässt den Keller jeweils durch den Eptinger Fasnachtsverein Handholzer bewirten. «Die Handholzer haben sich selber in der Vergangenheit bereits ein Rauchverbot auferlegt und keine Aschenbecher aufgestellt», berichtet Lieni Meyer, Obmann der ARI. Der starke Raucher sagt, dass sich seine Clique ans Gesetz halte, aber keine Vorgaben an den Kellerwirt mache. «Ich gehe aber selbstverständlich davon aus, dass das Rauchverbot eingehalten wird.» Meyer glaubt, dass die Kontrollen durch die kantonale Verwaltung überflüssig sein werden.
Andere Cliquen haben sich noch nicht entschieden, wie sie das Rauchverbot für ihre öffentlich zugänglichen Keller handhaben wollen. Manch ein Kellerwirt fürchtet Zechprellerei durch Raucher, die «nur kurz draussen rauchen» wollen und anschliessend nicht mehr in den Keller zurückkehren. Auch vor Zigarettenstummelhaufen graut es einigen Wirten. Der Verein Fümoar arbeitet aber offenbar an einer Lösung für diese Cliquen, wie das Verbot zu umgehen ist. (Basler Zeitung)
Erstellt: 22.02.2011, 15:31 Uhr
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