Basel
Coiffeure, soweit das Auge reicht
Von Simon Dalhäuser. Aktualisiert am 31.07.2012 9 Kommentare
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397 Coiffeure sind im Branchenbuch bei Basel verzeichnet. Tatsächlich sind es sogar eher rund 500 Betriebe, erklärt Jrène Leutwyler, Präsidentin des Verbandes «CoiffureSuisse», Sektion Basel. Fünfhundert. Das sind mehr als 25 Shops auf 10'000 Einwohner. In München kommen 10,8 Coiffeur-Läden auf 10'000 Einwohner. In Berlin deren 6,8 und in Rostock 6. Die Schweiz ist gemäss eines Vergleichs von «Men'sHealth» die Hochburg von Friseuren schlechthin – mit Basel als Spitzenreiter. Fünfhundert Shops buhlen um die rund 190'000 Einwohner Basels. Rentiert das? «Der Markt ist gesättigt, es müssen grundsätzlich alle Betriebe kämpfen», beschreibt Leutwyler die aktuelle Situation.
Schwierige Zeiten
«Die Zeiten sind momentan nicht ganz einfach», sagt Gino Di Giovanni, Besitzer des Quartier-Coiffeursalon Gino in der Rixheimerstrasse in Basel. Seit gut zehn Jahren betreibt der gebürtige Römer seinen Einmannbetrieb im Iselinquartier mit viel Engagement und Leidenschaft. Von der zahlreichen Konkurrenz setze er sich durch gutes Handwerk und moderate Preise ab. Auch pflege er den direkten Kontakt zu seiner Kundschaft. Seit rund drei Jahren stellt er aber fest, dass sein Klientel aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise zunehmend weniger bereit sei, Geld für eine schicke Frisur auszugeben. Auch schneiden sich gemäss Di Giovanni zunehmend viele junge Männer die Haare selbst. Trotz schwierigen Zeiten bleibt Di Giovanni seinem Motto treu und versucht seine Kundschaft mit guter Arbeit, moderaten Preisen, italienischem Charme und gutem Espresso zu überzeugen.
Grosse Konkurrenz
Ungeachtet der grossen Konkurrenz und eines eher bescheidenen Einkommens – eine Coiffeuse verdient nach der Lehre rund 3'400 Franken – ist der Coiffeur Beruf beliebt wie eh und je. «Jährlich beginnen in Basel konstant rund 50 Personen eine Lehre als Coiffeur», sagt Leutwyler, von «CoiffureSuisse» Sektion Basel. Nach einigen Jahren Berufserfahrung wagen nach Leutwyler schliesslich etliche Coiffeure den Sprung in die Selbstständigkeit. Der Schritt zum eigenen Salon ist für Friseure vergleichsweise einfach, was sowohl Fluch als auch Segen ist. Mit bereits 10'000 Franken lässt sich gemäss «CoiffureSuisse» ein eigener Salon eröffnen, wobei es oftmals aber an den nötigen Managerkompetenzen fehlt und zahlreiche Läden wieder schliessen müssen. «Für Inhaber eines Coiffeurgeschäfts ist es wichtig, dass sie sich eine Nische suchen und sich so von der Konkurrenz abheben», erklärt Leutwyler ein mögliches Erfolgsrezept.
So positionieren sich die verschiedenen Salons auch sehr unterschiedlich. Während ein einfacher Schnitt beim Quartiercoiffeur Gino Di Giovanni rund 25 Franken kostet, bezahlt man bei einem Haut Coiffure für einen Schnitt rund 70 Franken. Für jeden Anspruch ein Angebot. Trotz Coiffeursalons an jeder Ecke, rund 500 in Basel, kann sich also das Geschäft für die Betreiber lohnen. Als Voraussetzung dafür sind Professionalität, Engagement, Leidenschaft für den Beruf und Freundlichkeit im Kontakt mit Menschen unabdingbare Eigenschaften. Eine wahre Berufung eben. Reich werden jedoch voraussichtlich nur wenige mit dem haarigen Geschäft. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 31.07.2012, 13:36 Uhr
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9 Kommentare
Hier sind wohl die hunderten von nicht eingetragenen "Wohnungscouiffeusen "kaum
gerechnet.An unserem Wohnort (12 000 E.) sind neben den über 30 (!) Offizielen,garantiert
noch einmal soviel bezahlte Hobbyfriseusen am Werk.Sicher für die wenigsten ein Beruf mit
goldenem Boden...vor allem wenn es viele ,erblich bedingte Glatzeträger gibt wie ich einer bin.
Antworten
Das mit der höchsten Dichte an Coiffeurläden kann bei weitem nicht stimmen.Die meisten asiatischen Länder kommen mit Sicherheit an erster Stelle. Vielleicht erkennt man sie nicht auf den ersten Blick, da nicht alle so chic eingerichtet sind, aber die CH hat hier keine Chance auf einen Platz an der Sonne, auch Basel nicht. Antworten
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