Basel
Das Kältedrama, das keines ist
Von Mischa Hauswirth. Aktualisiert am 01.02.2012 7 Kommentare
Skilifte stehen in Langenbruck still
Der Schaden, den der Orkan Joachim Ende Dezember am unteren Wannenlift angerichtet hat, ist behoben. Seit dem 21. Januar ist die Liftanlage wieder betriebsbereit. Doch nun fehlt der Schnee. Die bescheidenen Schneefälle der letzten Tage reichten nicht aus, um die Skisaison in Langenbruck zu eröffnen, sagt Ernst Schneider. Und die Wettervorhersage lasse wenig Hoffnung aufkommen. Der Verwaltungsrat der Skilift AG Langenbruck macht sich ernsthaft Sorgen um die Zukunft des Skigebiets. Schon im letzten Winter liefen die Skilifte nur an zwei Wochenenden. In diesem Winter standen sie bis jetzt gar ganz still. «Wenn das so weitergeht, schreiben wir rote Zahlen», sagt Schneider. Denn nur der Schnee generiere Einnahmen. Bis jetzt habe es aber ausschliesslich Ausgaben gegeben. Noch ist zudem unklar, ob die Versicherung für den Sturmschaden am Skilift aufkommt. Die Kosten für die Reparatur schätzt Schneider auf über 20'000 Franken.
Dass sich der Schnee vielleicht nach der Fasnacht zurückmeldet, ist für Schneider ein schwacher Trost. «Die Basler freuen sich dann schon auf die ersten Osterglöckchen und haben keine Lust mehr aufs Skifahren.» Deutlich positiver präsentiert sich die Situation hingegen in anderen regionalen Skigebieten: Der Skilift Hohe Winde in Beinwil nimmt morgen Nachmittag den Betrieb auf. Langlaufloipe und Schlittelbahn Wasserfallen sind ebenfalls offen. Eine Panoramaloipe soll noch gespurt werden. ale
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Ein Wintermärchen steht an, wenn auch ein kleines und urbanes. Schneegestöber machte gestern den Beginn, die nächsten Akte gehören Frost und Eisluft aus Osteuropa. Ein paar Tage soll das Wintergastspiel dauern. Endlich entspricht das Wetter der Jahreszeit. Die Fernsehbilder von tief verschneiten Alpentälern standen in den vergangenen Wochen in unerträglichem Kontrast zum nasskalten Nebelwetter in der Nordwestschweiz.
Weil es lange mild war, berichten die Medien jetzt von einem bevorstehenden «Kälteschock», stellen die sibirische Eisluft dar, als würde sie sich wie ein schwarzes Loch der Schweiz nähern. Dabei macht der Februar doch nur, was er am besten kann und was von ihm erwartet wird: kalt sein. Statistisch gesehen bilden Januar und Februar die Eiszapfen im Jahreskalender. Einige Medien sehen im Februar 2012 gar einen Kandidaten für rekordverdächtige Minustemperaturen, obwohl es schon etliche sehr kalte Februare gab und nächste Woche bereits wieder eine Warmfront angekündigt ist. Auch der Schnee im Flachland ist nur deshalb so medienwirksam, weil er sich bisher rar machte. Meteorologen errechneten, dass in Basel an durchschnittlich 30 Tagen Schnee liegt. Ausserdem ist die momentane Schneeschicht in Basel dünn, verglichen mit den 45 Zentimetern, die am 5. März 2006 in der Innenstadt gemessen wurden.
Minus 20 Grad fast jeden Winter
Die Polizei und die Rettungsdienste haben für die angekündigten Eistage keine besonderen Vorkehrungen getroffen. Klaus Mannhart, Medienchef der Kantonspolizei Basel-Stadt, sagt: «So tief sind die hier erwarteten Temperaturen nun auch wieder nicht, dass man ein ausserordentliches Dispositiv auslösen müsste. Temperaturen bis minus 20 Grad hatten wir bisher fast jeden Winter.»
Im Obdachlosenheim schaut man den Tagen mit Minustemperaturen gelassen entgegen und merkt nichts von einer stärkeren Nachfrage, die nur auf den Wetterbericht zurückzuführen wäre. «Im Moment sieht es nicht so aus, als würden wir zusätzliche Betten brauchen», sagt Ines Toggenburger von der Sozialhilfe Basel-Stadt. Gemäss Mannhart ist in Basel in den letzten 20 Jahren kein Obdachloser erfroren. Es könne aber vorkommen, dass Betrunkene von Polizisten auf Streife geweckt werden müssen.
(Basler Zeitung)
Erstellt: 01.02.2012, 07:28 Uhr
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Basel
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