Basel

Dem Tierheim droht die Schliessung

Von Nina Jecker. Aktualisiert am 10.08.2012 38 Kommentare

Für den Neubau fehlen noch fünf Millionen Franken – nun läuft eine einjährige Frist. Der Tierschutz beider Basel hofft nun auf Spenden.

<b>Umzug aufgeschoben. </b> Béatrice Kim vom Tierschutz muss mit ihren Schützlingen im Provisorium bleiben.

Umzug aufgeschoben. Béatrice Kim vom Tierschutz muss mit ihren Schützlingen im Provisorium bleiben.
Bild: Nina Jecker

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«Baubeginn Mitte 2012» steht auf der Broschüre, die der Tierschutz beider Basel (TbB) vergangenen April als Statusbericht zum neuen Kompetenzzentrum für Mensch und Tier veröffentlichte. Doch da hat sich der Tierschutz verrechnet. Es fehlen nicht nur Gelder; das Projekt an der Birsfelderstrasse wird um einiges komplizierter als vorgesehen. Im schlimmsten Fall muss das Tierheim sogar schliessen.

Bis Ende 2013 sollten die rund 400 Tiere im Provisorium an der Tramstrasse in Münchenstein untergebracht werden. Dann wolle man mit all den Hunden, Katzen, Hasen, Vögeln und Schildkröten in das neue Tierheimbeim Birsköpfli zügeln. Nun müssen die Tiere mindestens ein Jahr länger in den ­Holzunterkünften in der alten Fabrikhalle bleiben. Zwar entspreche die Übergangslösung bereits den neuen Tierschutzbestimmungen. «Es fehlt aber der Aussenraum und es ist auch keine Grünfläche für Spaziergänge in der Nähe», sagt Béatrice Kirn, Geschäftsführerin des TbB. Ausserdem durfte das Heim unter anderem aus Gründen der Lufthygiene nur mit einer Sonderbewilligung der Behörden in das ehemalige Walzwerk einziehen. Diese ist befristet bis Ende 2013. «Wenn der Neubau dann noch im Bau ist, lassen die Behörden hier allenfalls mit sich reden», sagt Daniel Schmid, Architekt des Projekts.

Verschärfte Bestimmungen

Doch wie realistisch das Projekt des Kompetenzzentrums ist, das nebst dem Tierheim auch Kursräume, eine Tierarztpraxis und einen Hundesalon unter einem Dach vereinen soll, ist derzeit unklar. Von den benötigten zwölf Millionen Franken sind erst sechseinhalb Millionen zusammengekommen. Zwei Millionen stammen aus dem Eigenkapital des Tierschutzes, weitere viereinhalb Millionen steuern Private, Firmen und Stiftungen sowie die Lotteriefonds Baselland und Basel-Stadt bei. «Wir hatten gehofft, die restlichen Mittel über Spenden zu generieren», sagt Kirn. Der TbB hat sich nun eine Frist von einem Jahr gesetzt, um die fünfeinhalb Millionen doch noch aufzutreiben. «Klappt das nicht, können wir nicht bauen und dann gibt es kein Basler Tierheim mehr.»

Eine Luxusanlage soll der Neubau nicht werden. «Viele meinen, bei einer solchen Summe planen wir mit goldenen Wasserhahnen», sagt Kirn. Es seien jedoch die verschärften Bestimmungen der Tierschutzverordnung, die den Neubau und teure Extras nötig machten. So brauche es neu verschiedene Betriebsabläufe, einerseits für gesunde und andererseits für frisch aufgenommene Tiere, die zuerst in spezielle Quarantänestationen kommen. Ausserdem müsse man den Dienstleistungsbetrieb vom Tierheim trennen. Pro Platz für einen Hund oder eine Katze plant der TbB mit Kosten von 55 000 Franken. Zum Vergleich: In Zürich rechnet man mit 87 000 Franken pro Platz.

Schadstoffe im Altbau

Aber nicht nur die neuen Tierschutzbestimmungen strapazieren das Budget. Neue Erkenntnisse zum Standort verursachen ebenfalls Mehrkosten. So droht durch Birs und Grundwasser ein höheres Hochwasserrisiko als angenommen. Dies bedingt den Bau einer speziellen Betonwanne unter dem Gebäude. Auch der Rückbau des alten Tierheims wird aufwendiger als angenommen, da im Gebäude aus den 70er- Jahren Schadstoffe wie Asbest und PCB verbaut wurden. Das zusätzliche Jahr im Münchensteiner Provisorium schlägt ausserdem mit einer halben Million Mietkosten zu Buche.

Die Verantwortlichen wollen nun nochmals Gas geben, um die nötigen Spenden aufzutreiben. Eine Hypothek wäre nachhaltig nicht sinnvoll, sagt Kirn. Das würde den TbB zu viel kosten. (Basler Zeitung)

Erstellt: 10.08.2012, 14:45 Uhr

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38 Kommentare

max meier

10.08.2012, 16:47 Uhr
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Hier könnten sich mal die Banken grosszügig zeigen und die Kosten übernehmen. Dann würden sie mal etwas Gutes mit dem vielen Geld anfangen! Antworten


André Imobersteg

10.08.2012, 17:51 Uhr
Melden 38 Empfehlung 0

Es ist ja schon sehr Bedänklich wenn man in dieser Stadt nicht mal Geld auftreiben kann für ein neues Tierheim?! Für alles und jenes hat die Stadt Geld,aber für Tiere ist kein Mittel da. Ich Frage mich schon was sind das für Herzlose Leute die nicht mal im Stande sind und einfach weg schauen?! Antworten



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