Basel
Den Grilleuren wird eingeheizt
Von Philipp Loser. Aktualisiert am 02.07.2009 24 Kommentare
(Bild: Dominik Plüss)
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Soll Bräteln am Rhein verboten werden?
Stadtentwickler Thomas Kessler stört sich an Exzessen von einzelnen
Grillierfreunden am Kleinbasler Rheinufer. Was tun
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In Basel wird seit diesem Sommer nah am Wasser grilliert. Seit das neu gestaltete Rheinufer zwischen Dreirosen- und Johanniterbrücke der Öffentlichkeit übergeben wurde, hat diese das Ufer mit Grillzangen, Holzkohlen, Bratwürsten und selbstgemachten Salaten erobert. Jedes Wochenende, in den Ferien eher jeden Tag, grillieren die Menschen am Rhein.
Basel hat seit diesem Sommer eine inoffizielle Grillmeile. Dem offiziellen Stadtentwickler Thomas Kessler scheint das nicht so recht zu passen. In einem Radiobeitrag des «Regionaljournals» Basel wünscht sich Kessler «mehr gehobene Gastronomie» für das Kleinbasler Rheinufer. Er habe zwar nichts gegen grillierende Menschen, gegen alternative Nutzungen des öffentlichen Raums, «aber mir scheint, dass das neu gestaltete Rheinufer ein wenig einseitig genutzt wird».
Exzesse verhindern
Der Stadtentwickler möchte das «kulturelle Niveau» der Grilleure anheben – jedenfalls bei jenen, die sich nicht in der «urbanen Zivilisation» zurechtfinden und statt nur zu «bräteln» auch noch herumgrölen, vandalieren, urinieren und die Anwohner des Rheinufers stören. Um Exzesse zu verhindern, denkt Kessler an verschiedenste Massnahmen: Die erwähnte «gehobene Gastronomie» wie Restaurant und Bar des Hotels Krafft, das direkte Ansprechen der grillierenden Menschen durch die Behörden, das Bewusstmachen der bestehenden Regeln und falls das alles nichts nützt: neue Regeln.
Weiter erlaubt
Im Radio spricht Kessler vom Grillieren als Privatanlass, der auch untersagt werden könnte, gegenüber der BaZ von einem zu bestimmenden Gebiet mit bestimmten Regeln. Was Kessler, sonst nie verlegen um ein klares und direktes Wort, sagen will: Falls alle anderen Bemühungen nichts fruchten, soll das Grillieren verboten werden.
«Wir haben gestaunt, als wir Radio hörten», sagt Polizeisprecher Klaus Mannhart. «Und um es hier festzuhalten: Grillieren bleibt weiterhin erlaubt.» Was all die Begleiterscheinungen des Grillierens betreffe, den Rauch, den Lärm oder den Geruch, handle die Polizei nach gesundem Menschenverstand. «Die Gerüche vom Grill können ja auch sehr gut sein», sagt Mannhart, der den Hype um die neu entstandende Grillmeile am Rheinufer lustig findet.
Neue Toiletten
Nicht mit gehobener Gastronomie, sondern mit mobilen Bedürfnisanstalten für Männer und Frauen reagiert das Bau- und Verkehrsdepartement auf das Phänomen «Grillmeile». Bei der Dreirosenanlage, der Oetlingerstrasse, der Kasernenstrasse und beim Oberen Rheinweg werden dieser Tage vier zusätzliche Toiletten aufgestellt, die bis September stehen bleiben werden. «Anwohner beschwerten sich über Wildpinkler», sagte Alexander Isenburg, Leiter der Stadtreinigung, gestern vor den Medien. Eigentlich war geplant, das Problem mit Pissoirs zu lösen, «aber wir wollen beiden Geschlechtern gerecht werden».
Die Benützung der Toiletten ist kostenlos. Theres Wernli vom Stadtteilsekretariat Kleinbasel sagt: «Es wurde Zeit, dass endlich so etwas geschieht.» Was die Nutzung des neugestalteten Ufers angeht, plädiert Wernli für mehr Dialog und weniger Verbote. Und: Mit gehobener Gastronomie allein sei das Problem nicht zu lösen. «Es sind die gleichen Menschen, die am einen Tag in der Buvette sitzen und am anderen am Ufer grillieren.» Die Grillierszene ist laut Wernli denn auch sehr durchmischt und könne nicht einer speziellen Gruppierung zugeordnet werden.
Das Bau- und Verkehrsdepartement beobachtet die Situation beim Rheinufer genau – Ende September gehen dann die Bauarbeiten zwischen Johanniter- und Mittlerer Brücke weiter. Auch dort wird das Ufer neu gestaltet: Bis Ende 2010 wird die Grillmeile doppelt so lang sein. Es kommt einiges an Arbeit auf Stadtentwickler Kessler zu.
Mitarbeit: na (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.07.2009, 08:10 Uhr
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24 Kommentare
Ich finde es positiv, dass die Behörden sich um eine Lösung bemühen - es darf nicht sein, dass eine der besten Wohnlagen Kleinbasels versifft. Zu den Toilettenanlagen: Habe in Brügge Pissoirs gesehen, die problemlos den Ästhetikpreis gewonnen hätten. Extrem stylisch, aber vandalensicher. Man könnte problemlos 6-8 solcher Anlagen ans Rheinufer stellen, ohne dass die Ästhetik leidet. Antworten
Herr Kessler sollte sich dringend bewusst werden, dass es noch Menschen gibt die in Basel leben. Die Stadt ist nicht sein privates Wohnzimmer, das er so aufbauen und ausstatten kann wie es ihm gerade in den Kram passt. Es ist zudem bedenklich anmassend und realitätsfremd wenn er meint er müsse das "kulturelle Niveau" der Grilleure anheben. Ein pragmatischer Ansatz wäre dienlicher. Antworten
Basel
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