Basel

Der 38er-Bus ist eine Erfolgsgeschichte

Von Peter Schenk. Aktualisiert am 07.03.2011 16 Kommentare

Die Buslinie läuft so gut, dass die BVB morgens Gelenkbusse einsetzen müssen. Zum Fahrplanwechsel wurde das Angebot abends ausgebaut. Einziger Wermutstropfen: sieben bis neun Prozent Schwarzfahrer in Deutschland.

Grenzu?berschreitend: Der Bus der Linie 38 fährt von Grenzach-Wyhlen bis nach Allschwil – eine Verlängerung nach Frankreich ist derzeit kein Thema.

Grenzu?berschreitend: Der Bus der Linie 38 fährt von Grenzach-Wyhlen bis nach Allschwil – eine Verlängerung nach Frankreich ist derzeit kein Thema.
Bild: Dirk Wetzel

Jörg Lutz, Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen ist hoch erfreut: «Der Bus läuft sensationell. Wir sind in eine Marktlücke gestossen.» Seit Dezember 2008 wird der 14'000-Einwohner-Ort im Halbstundentakt durch die 38er-Buslinie mit Basel und Allschwil verbunden – die deutsche Gemeinde hatte sich schon seit Längerem für eine ÖV-Anbindung nach Basel eingesetzt.

«Wir waren selber überrascht, wie gut der Bus von Anfang an angenommen wurde», berichtet Uwe Mühl, der bei der Südbadenbus (SBG) unter anderem für die Linie zuständig ist. Die SBG teilen sich die 38er-Linie mit den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB). Vom Morgen bis zum Nachmittag fahren nur BVB-Fahrzeuge, am Nachmittag kommen dann die Busse der SBG zum Einsatz. «Unter dem Strich sollte so jeder gleich viel gefahren sein», erklärt Mühl.

Gelenkbusse während der Stosszeiten

«2010 hatten wir über 200'000 Fahrgäste, die auf der deutschen Seite eingestiegen sind, und die Zahlen nehmen immer noch zu», sagt Mühl. «Auch die BVB sehen die Entwicklung der Linie mit Freude», kommentiert BVB-Mediensprecherin Dagmar Jenny. Die Zahl der Durchfahrenden, die in Grenzach-Wyhlen eingestiegen seien und bis in die Schweiz fuhren, habe letztes Jahr um 18 Prozent zugenommen. Um der Nachfrage insbesondere zu den Stosszeiten gerecht zu werden, setzen die BVB am Morgen (Abfahrt Wyhlen 7.10 Uhr und 7.40 Uhr) Gelenkbusse ein, die erheblich mehr Plätze als die normalen Busse haben. Die SBG sind laut Mühl ihrerseits am Prüfen, ob bestimmte Kurse mit Grossraumbussen bedient werden sollen.

Seit dem letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2010 ist das Angebot ausserdem am Abend um drei Kurse von Grenzach-Wyhlen nach Basel ausgebaut worden. Letztere fahren allerdings nicht durch bis Allschwil. Bürgermeister Jürg Lutz ist zudem überzeugt, dass der 38er mit dem Bau des Roche-Hochhauses, das direkt an der Linie liegt, noch an Bedeutung gewinnen wird – genauso wie Grenzach-Wyhlen als attraktiver Wohnort für Roche-Angestellte.

Viele Schwarzfahrer

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings bei der Erfolgsgeschichte, und das sind die Schwarzfahrer, die den Betreibern insbesondere auf der deutschen Seite das Leben schwer machen. Laut Uwe Mühl beträgt ihr Anteil derzeit sieben bis neun Prozent. Ziel sei es, die in Basel üblichen zwei bis drei Prozent zu erreichen. Bei der Einführung der Linie waren die Schwarzfahrerzahlen sogar noch höher, weil viele Schweizer Fahrgäste davon ausgegangen waren, dass in den grünen BVB-Bussen auch in Deutschland das U-Abo gelte. Dies ist allerdings nicht der Fall, denn sie müssen am Automaten einen Zusatzfahrschein für die Fahrt nach Grenzach-Wyhlen lösen.

Die hohen deutschen Zahlen führt Mühl darauf zurück, dass auf der 38er-Linie das Ticket beim Einstieg in den Bus nicht kontrolliert wird – wie sonst in SBG-Bussen üblich. Die SBG hätten sich den Schweizer Standards ohne Einstiegskontrolle angepasst. Ausserdem hätten sich manche Fahrgäste noch nicht an die BVB-Automaten gewöhnt, an denen in Deutschland die Billetts gelöst werden müssen. Mühl kündigt für die nächste Zeit mehr Ticketkontrollen an.

Von der etwaigen Verlängerung der 38er-Linie von Allschwil nach Hegenheim ins Elsass, von der im Sommer 2009 die Rede war, gibt es laut Dagmar Jenny derzeit nichts Neues zu berichten. «Die Gespräche laufen noch», sagt die BVB-Sprecherin, verweist aber auch darauf, dass die Linie schon heute sehr lang sei. Die Fahrt von Grenzach-Wyhlen nach Allschwil dauert derzeit 44 Minuten. (Basler Zeitung)

Erstellt: 07.03.2011, 15:46 Uhr

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16 Kommentare

rene huber

08.03.2011, 06:52 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Wir bezahlen dies, damit Menschen aus DE/FR schneller und billiger zu ihren Arbeitsplätzen in der CH gelangen, während wir von steigender Arbeitslolsigkeit betroffen sind. SCHÖNE WELT, Danke! Antworten


Hans Huber

07.03.2011, 16:54 Uhr
Melden

Statt euch zu freuen motz ihr wieder mal....typisch Bünzlis!
@Mazucchelli
Es gibts U-Abos mit dem D + F Teil dabei. Wer oft die Strecke fährt fährt eh mit dem U-Abo. Bei allen anderen grenzüberschreitenden Linien nach D + F ist es übrigens genau gleich und man muss ein Ergänzungsticket kaufen.
@Jauslin
Ein Bus kann halt nicht einfach fliegen sondern bleibt im Stadtverkehr im Stau stecken...
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