Basel

Der Berchtoldstag lässt die Kassen klingeln

Von Martin Regenass. Aktualisiert am 03.01.2012 1 Kommentar

Gestern lief es in den Einkaufszentren rund – viele Ausserkantonale fanden den Weg nach Basel.

1/5 Sobald es aufhörte zu regnen, wurde die vorübergehende Phase rege genutzt, um vom einen ins nächste Geschäft zu wechseln.
Bild: Lukas Bertschmann

   

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Rings um Basel gilt der 2. Januar als Feiertag, sodass an diesem Tag Basel ein beliebtes Einkaufsziel ist. Soll dieser Tag auch in Basel ein Feiertag sein?

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Berchtoldstag, 2. Januar, ist im Aargau, in Solothurn und im Jura ein Feiertag. Da bleiben die Läden und Geschäfte teilweise geschlossen. Eine Gelegenheit also für Leute aus den angrenzenden Gebieten, nach Basel zu fahren, um im Ausverkauf ihr Geld auszugeben. Derweil die meisten Basel-Städter und Baselbieter gestern wieder ihre Arbeit aufnahmen.

Ein Blick auf die Autonummern im gut besetzten ersten Parkdeck des Shoppingcenters St.-Jakob-Park um 14 Uhr zeigt denn auch Folgendes: Unter den rund 290 geparkten Autos befinden sich rund je 20 Solothurner und Aargauer, vier Jurassier, fünf Lörracher und vereinzelt Kennzeichen aus Frankreich, Italien und den Kantonen Waadt, Tessin oder Zug. Die restlichen Parkplätze sind mit Autos mit Kennzeichen aus der Stadt oder aus dem Baselbiet besetzt.

Aus dem solothurnischen Gunzgen sind die Dullajs ins Joggeli-Shoppingcenter mit dem Auto angereist. Es ist viertel vor drei. Auf einer Sitzbank in der untersten Etage des Centers verpflegt sich die vierköpfige Familie mit Pizza. Sie kämen ein paar Mal pro Jahr ins Einkaufscenter unter dem Stadion und besuchten manchmal auch das Stücki-Shopping. «Für uns bietet das eine willkommene Abwechslung beim Einkaufen», sagt Mutter Hisni Dullaj, die sonst mit ihren Kindern im Gäupark anzutreffen ist. Etwas Konkretes einzukaufen hätten sie jedoch nicht im Sinn. Sie seien vielmehr zum Zeitvertreib, und um einen Ausflug zu machen, hierhergekommen.

Ruhiger als im Dezember

Das Untergeschoss scheint gut besucht. In den Gängen ausserhalb der Geschäfte jedenfalls ist ein gerader Weg durch die Leute kaum möglich. Auch in den Geschäften schauen sich die Kunden um. In der Import Parfumerie testen Frauen und Männer Parfüms. Bei Ochsner Sport sind die Verkäuferinnen ständig gefragt und die Bar des Caffè Liscio ist für Momente voll und auch die Tische rundherum sind gut besetzt. Etwas anders fällt die Momentaufnahme in der Bagatt-Boutique aus, wo gerade kein Kunde auszumachen ist.

«Im Gegensatz zu den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester geht es bei uns heute ruhiger zu und her. Die Leute sind auch viel entspannter», sagt Geschäftsführer Marco Nucci und weist durch die Glasfront nach draussen, wo die Leute mit ungehetzten Schritten und teilweise nicht vollbepackt mit Taschen vorbeigehen. Manor-Vizedirektor Markus Eggler sagt um 15 Uhr aufgrund der Kundenfrequenzen und bisherigen Verkaufszahlen, dass es einen umsatzstarken Tag geben werde, vergleichbar mit einem Vorweihnachtsverkaufstag. Verglichen mit einem normalen Wochentag, besuchen am Berchtoldstag laut Centerleiter Daniel Zimmermann rund 60 Prozent mehr Kunden das Shoppingcenter St.-Jakob-Park. Das komme in etwa einem Samstag gleich.

Auf Schnäppchenjagd

Weiter geht die Reise mit dem 36er-Bus in Richtung Kleinhüningen. Ziel: das Stücki-Shopping an der Hochbergerstrasse. Hier stauten sich an den beiden verkaufsoffenen Sonntagen vor Weihnachten die Autos jeweils bis auf die Autobahn. Nicht so gestern nach halb vier Uhr. Der Bus gelangte via Badischen Bahnhof und Surinam zügig vor das Einkaufscenter, wo rund 20 Personen ausstiegen. Dennoch präsentierte sich das Parkdeck im Untergeschoss ziemlich ausgelastet. Und auch in den Gängen bewegte sich viel Volk – im Gegensatz zu einem normalen Montag. In Gelb oder Rot und mit Prozentzeichen preisen die aufgehängten Schilder in den Schaufenstern den Ausverkauf an. Beim Verbund Sisley, Benetton und Playlife steht Totalliquidation auf einem handbeschrifteten Banner – alles zum halben Preis. Ein Teil der Ladenfläche ist bereits geschlossen. Das Mobiliar wird weggeschafft, der Verbund wird Ende Januar geschlossen.

Gut für Dijana Miljkovic und Nicole Repond aus Pratteln. Die zwei jungen Frauen sind auf Schnäppchenjagd nach Kleidern. «Wir kommen gerne in die Stücki, weil alles unter einem Dach ist. Unter der Woche ist es hier allerdings ruhiger. Das ist angenehm», sagt Repond. Ein Stockwerk höher schleppt ein Mann einen Flachbildfernseher aus dem Saturn und ein älteres Paar aus Deutsch-Rheinfelden hat sich hier trotz hohem Frankenkurs mit Kleidung eingedeckt, weil es in ihrer unmittelbaren Nähe so ein Einkaufszentrum nicht gebe. «Umsatzmässig läuft es bei Saturn in etwa wie an einem normalen Samstag», sagt Otto Bachmann, Geschäftsführer des Elektronikfachmarkts.

Auch am Claraplatz und in der Freien Strasse herrschte am Nachmittag reger Betrieb. Wendy Bottlang kam aus Lenzburg, um ihren Freund David Laycock aus Leymen zu besuchen und zusammen mit ihm im Ausverkauf zu shoppen. Sie kauften eine Lesebrille und Schmuck im Globus. Laut Geschäftsführerin Roswitha Ledergerber haben sich mehr Aargauer und Solothurner und weniger Städter und Baselbieter im Globus umgesehen als an vergleichbaren Feiertagen. Dies hätte sich anders präsentiert, wenn Basler und Baselbieter am Berchtoldstag frei hätten. (Basler Zeitung)

Erstellt: 03.01.2012, 07:40 Uhr

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1 Kommentar

Fredy Brülhart

03.01.2012, 20:38 Uhr
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Es wäre schön wenn sich der gestrige Journalist Lukas Bertschmann uhd der jetztige Beitrag von Martin Regenass mal in der Stadt einen Kaffi zusammentrinken gehen und dann dadrüber diskutieren sind jetzt viele Leute oder wenig Leute in der Stadt.
Der gestrige und der heutige Beitag widersprechen sich ja ganz gewaltig.
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